;ikroimmuntherapie Immunsystem Prävention
Vorbereitung auf den Winter – gut gewappnet gegen Infektionen

Alle Jahre wieder…. kommt auch das Christuskind ;-).

Sobald die kalte Jahreszeit naht, leiden aber auch wieder viele an häufigen Atemwegsinfekten, mit einer verstopften oder triefenden Nase, lästigem Husten, Hals – Kopf – und Gliederschmerzen und Abgeschlagenheit.

Zwar sind wir ständig Erregern ausgesetzt, allerdings sorgen die niedrigen Temperaturen im Herbst und Winter für optimale Bedingungen, damit sich bestimmte Erreger besser und schneller verbreiten können.

Verschiedene Begleitumstände unserer „modernen“ Lebensweise, wie ständiger Stress, Umweltbelastungen, schlechte oder unausgewogene Ernährung, aber auch eine übertriebene Hygiene, führen zu einer Schwächung des Immunsystems.

Die Folge sind rezidivierende Infekte, welche oft schnell und ungezielt mit fiebersenkende Medikamenten und Antibiotika behandelt werden. Dadurch wird aber das hochkomplexe, natürliche Abwehrsystems zunehmend geschwächt, die Infekte werden chronisch.

Unspezifische Reaktionen der angeborenen Immunabwehr wie z. B Fieber sind aber erforderlich, um eine spezifische Immunantwort des Körpers überhaupt auslösen zu können.

„Genau in dieser Schnittstelle, zwischen dem angeborenen und erworbenen Immunsystem, greift die Mikroimmuntherapie ein, um durch eine gezielte und sich wiederholende Informationsübermittlung, dem Immunsystem wieder zu seiner natürlichen Reaktionsfähigkeit und Effizienz in der Infektabwehr zu verhelfen!“

Egal ob Grippe, – Corona,- oder andere Erkältungsviren – in Zeiten von Infektionswellen ist es wichtiger denn je, die Abwehr zu stärken und sich nachhaltig gesund zu halten. Doch wie können wir uns darauf vorbereiten?

Unsere „Abwehr“ im Körper

Unser Immunsystem ist der natürliche Abwehrmechanismus in unserem Körper, der uns, vor potentiellen Erregern oder potentiell schädigenden Einflüssen schützt. Es setzt sich aus einem sehr komplexen System verschiedener Organe, Zellen und Immunbotenstoffen zusammen, die im ganzen Körper verteilt sind.

Wir unterteilen das Immunsystem in 2 Hauptbestandteile:

  • das angeborene, unspezifische Immunsystem
  • das erworbene, spezifische Immunsystem

Das angeborene, unspezifische Immunsystem

Sie ist die erste Abwehrlinie in unserem Körper und umfasst beispielsweise die Haut und die Schleimhäute. Sie erschweren es dem Erreger, in den Körper einzudringen, sofern sie intakt sind. Deshalb gehört zu einer Stärkung des Immunsystems immer auch die Stärkung der Haut und Schleimhäute.

Wird diese erste Barriere überwunden, weil die Haut oder Schleimhaut nicht intakt ist, gelangt es den Erregern in den Körper zu gelangen. In diesem Moment werden die Zellen des angeborenen Immunsystems aktiviert, wie z. B die Fresszellen (Makrophagen) oder auch die Killerzellen. Sie beginnen die Erreger zu vernichten, bei Bedarf informieren sie weitere Immunbotenstoffe, um weitere Immunzellen zu Hilfe zu holen. es kann auch zu Fieber kommen – Fieber ist ein Teil unseres natürlichen Abwehrprozesses. Das angeborene Immunsystem reagiert sehr schnell, dafür aber sehr unspezifisch.

Das erworbene, spezifische Immunsystem

Die angeborene Immunabwehr alleine reicht jedoch in den meisten Fällen nicht aus. Sind die Fress – und Killerzellen nicht in der Lage, die Erreger zu eliminieren, wird das erworbene Immunsystem aktiviert. Die Bestandteile der erworbenen Immunabwehr sind vor allem Immunzellen, wie die T- und B- Zellen, sowie Moleküle, wie die Antikörper. Das erworbene Immunsystem muss zuerst ein Zeichen bekommen, dass es aktiviert wird, deshalb braucht es auch eine vergleichsweise längere Zeit, um reagieren zu können. Dafür arbeitet es aber spezifischer und geht gezielter gegen Erreger vor.

Beide Immunsysteme arbeiten normalerweise Hand in Hand und koordinieren ihr Antwort über Immunbotenstoffe, um die Erreger unter Kontrolle zu bekommen.

Sind die Erreger neutralisiert, also außer Gefecht, werden wieder andere Immunbotenstoffe ausgeschüttet, um den Abschluss der Immunreaktion einzuleiten. Zum Schluss beseitigen die Fresszellen die Überreste der Erreger.

Nach dieser Auseinandersetzung beginnt ein wichtiger Schritt: Das sog. immunologische Gedächtnis wird gebildet. Dringt von nun an ein Erreger ein, der dem Immunsystem bereits bekannt ist, kann es deutlich schneller und effizienter reagieren.

Merkhilfe: Die acht Schritte der Immunantwort

Die acht Schritte der Immunantwort (aus Megemit: Mikroimmuntherapie, ihr Training für das Immunsystem)

Das spezifische Abwehrsystem entwickelt sich erst im Laufe des Lebens durch den Kontakt mit verschiedenen Erregern. Das ist beispielsweise auch ein Grund dafür, dass Infektionskrankheiten gehäuft im Kindesalter auftreten: Das Immunsystem muss erst trainiert werden. Auf der anderen Seite ist auch bekannt, dass mit zunehmendem Alter die Funktionstüchtigkeit des angeborenen und erworbenen Immunsystems abnimmt und ältere Menschen daher anfälliger für Infektionen und andere Krankheitsbilder sind.

Wieso werden wir dann krank?

Wie jedes komplexe System ist auch unsere körpereigene Abwehr darauf angewiesen, dass alle Beteiligten ihre Rolle erfüllen und ihren Aufgaben angemessen nachkommen. Diverse Faktoren können dazu führen, dass unser Immunsystem außer Balance gerät (sogenannte Immunstressoren), sodass das Risiko für Infektionen steigt und verschiedene Erkrankungen begünstigt werden können. Zu den Immunstressoren gehören Fehlernährung, Bewegungsmangel, Schlafstörungen, chronischer Stress sowie umweltbedingte Faktoren (z.B. Umweltgifte). Auch chronische bzw. lang andauernde Infektionen können die Ursache für diese Dysbalance sein. Es ist beispielsweise bekannt, dass Herpesviren wie das Epstein-Barr-Virus (EBV) die Immunfunktion stören und verschiedene Beschwerden, darunter wiederkehrende
Infektionen, nach sich ziehen können.

Genauso können bestimmte Medikamente wie z.B. Antibiotika und fiebersenkende Medikamente, die oftmals zu schnell und ungezielt eingesetzt werden, das hochkomplexe, natürliche Abwehrsystem unter Umständen stören. Deshalb gilt es, das Immunsystem weitestgehend von möglichen Störfaktoren zu befreien und seine Resilienz zu stärken, damit es sich den fortlaufend wandelnden inneren und äußeren Herausforderungen auf flexible Weise anpassen und angemessen reagieren kann.

Immunstressoren (aus Megemit: Mikroimmuntherapie, ihr Training für das Immunsystem)

Der Ansatz der Mikroimmuntherapie

Durch die Gabe unterschiedlicher Immunbotenstoffe in niedrigen Dosierungen unterstützt die Mikroimmuntherapie das Immunsystem in der Auseinandersetzung mit Viren und anderen Erregern. Das Ziel ist, deren Vermehrung zu unterbinden und die Abwehrkräfte zu stärken. Dadurch soll die Infektion weiterer Zellen eingedämmt und gleichzeitig den mit der Infektion einhergehenden Erkrankungen entgegengewirkt werden. Durch die Mikroimmuntherapie kann das Immunsystem zu einer wirksamen Immunantwort zurückgeführt und sein Gleichgewicht nachhaltig unterstützt werden.
Die Mikroimmuntherapeutika kommen oft in der Erkältungszeit vorbeugend zum Einsatz oder immer dann, wenn eine erhöhte Ansteckungsgefahr besteht. Auch während einer Infektion kann die Mikroimmuntherapie den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen.

Anwendung

Die Mikroimmuntherapeutika können bei allen Altersklassen angewendet werden, da sie einfach sublingual (unter der Zunge) einzunehmen sind und aufgrund der niedrigen Dosierungen ein gutes Sicherheitsprofil aufweisen. Sie sind mit anderen therapeutischen Ansätzen kompatibel und können prinzipiell in jeden Präventions bzw. Behandlungsplan integriert werden.

Literatur

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Überblick über Lactoferrin als natürlichen Immunmodulator – wie ein Milchextrakt unser Immunsystem modulieren kann

Lactoferrin nimmt aufgrund seiner antiviralen, antibakteriellen und immunmodulierenden Eigenschaften eine zentrale Rolle im angeborenen Immunsystem ein. Neugeborene nehmen das Immunprotein bereits über die Muttermilch auf, im Erwachsenenalter kommt er in geringen Mengen in verschiedenen Sekreten vor. Lactoferrin verfügt über vielfältige Funktionen, seine bedeutendste ist es aber, an zelluläre Komponenten des Virus und des Wirtes zu binden, sowie sich an Eisenionen zu heften.

Während einer akuten Infektion unterstützt Lactoferrin die Abwehr gegen den krankmachenden Keim und bei stillen Entzündungen kann es die Entzündungsreaktion reduzieren.

Therapeutisch kann Lactoferrin die Häufigkeit und Schwere der Infektionskrankheiten reduzieren, den Organismus bei Entzündungsprozesse unterstützen und es hat einen positiven Effekt auf den Eisenstoffwechsel und das Darmmikrobiom.

Unser Körper ist täglich krankmachenden Keimen ausgesetzt. Zusätzlich wird er mit Erregern aus der Umwelt, der Ernährung und vor allem Stress konfrontiert. Dementsprechend sollte unser Immunsystem unterstützt werden, welches eine Verteidigungslinie gegen eingedrungene Keime darstellt und auf dessen Signale das erworbene Immunsystem angewiesen ist, um in Aktion treten zu können.

Hier spielt Lactoferrin eine besondere Rolle.

Lactoferrin ist ein körpereigenes Protein und – älter als die Menschheit selbst – eine Ur-Substanz des menschlichen Immunsystems.

Bereits 2009 konnte man erste Studien über Lactoferrin (LF) lesen, das in der Lage war, schädliche Bakterien zu töten, und die Bifidobakterien zu vermehren. Es handelt sich dabei klassischer Weise um ein Glykoprotein, um ein winziges Teilchen aus Aminosäuren und speziellen Zuckermolekülen, welches zwischen schädlichen und unschädlichen Bakterien unterscheiden kann. Lactoferrin ist ein natürlich vorkommendes, sicheres, eisenbindendes,  ungiftiges Protein mit einer antiviralen, immunmodulatorischen und entzündungshemmenden Breitbandwirkung. Als eisenbindendes Protein kann es obendrein noch Eisen transportieren. Die höchsten Konzentrationen finden wir im Colostrum (= erste Muttermilch), auch die reife Muttermilch enthält noch relevante Mengen. Sie schützen das Neugeborene, mit seinen noch unausgereiftem Immunsystem, vor bakteriellen Infektionen und Entzündungen.

In geringen Mengen lässt sich Lactoferrin auch in Epithelzellen anderer Drüsengewebe, wie z. B Speichel, Tränenflüssigkeit und auf den Schleimhäuten nachweisen.

Lactoferrin als Modulator für unser Immunsystem

Der Begriff „immunmodulierend“ bedeutet so viel wie „eine physiologisch positive Beeinflussung der Immunreaktion, sodass ein unteraktives Immunsystem aktiviert und ein überaktives Immunsystem beruhigt wird. Es beeinflusst sowohl das angeborene als auch das erworbene Immunsystem. Lactoferrin hat tatsächlich die Eigenschaft, die Aktivierung, Migration und das Wachstum von Immunzellen hoch -und herunterzuregulieren und spielt eine wichtige Rolle gegen Bakterien, Pilze und Viren. Über Rezeptoren kommuniziert es mit dem Immunsystem und beeinflusst zahlreiche Prozesse wie Immunreaktionen und die Wundheilung. Aufgrund dieser Eigenschaften kann Lactoferrin den Entzündungsprozess und somit auch die Bekämpfung der Keime bei akuten Infekten unterstützen. Lactoferrin übernimmt also bei akuten Entzündungsgeschehen sowie bei stillen Entzündungen („silent Inflammation“) eine entzündungsauflösende Funktion und kann dadurch das Immunsystem unterstützen. Lactoferrin kann nicht nur als ein primärer Schutzfaktor gegen Schleimhautinfektionen angesehen werden, sondern auch als ein vielfältiger Regulator, der bei vielen viralen Infektionsprozessen interagiert. Die Fähigkeit von Lactoferrin, eine starke antivirale Aktivität auszuführen, bestätigt die Annahme, dass es ein wichtiger Schutzfaktor in der Schleimhautwand ist. Dadurch verhindert es den Eintritt des Virus in die Wirtszelle.  

Die entzündungsauflösende Wirkung

Ist eine Infektion überwunden, muss die Reaktion des Immunsystems und auch der Entzündungsprozess wieder reguliert werden. Diese Beendigung der Entzündung ist auch bei den sogenannten stillen Entzündungen („silent inflammation“) wichtig. Diese Entzündungen sind mit fast allen chronischen Erkrankungen unserer Neuzeit verbunden, wie Herz – Kreislauferkrankungen, metabolischen und neurologischen Erkrankungen, entzündlichen Darmerkrankungen, Erkrankungen der Lunge und der Gelenke, sowie Krebs verbunden sind.

Auch die Kollateralschäden müssen nach einer Entzündung unter Kontrolle repariert werden. Hier kann Lactoferrin eine gute Arbeit leisten, da es entzündungsauflösend wirkt. Diese Wirkung beruht auf der Fähigkeit des Lactoferrin, sich an das entzündungsfördernde Lipopolysaccharid (LPS) zu binden und es verhindert dadurch die Produktion der entzündungsfördernden Signalkaskade. Dadurch unterbricht es die starke oder andauernde Aktivierung von Immunzellen.

Auch eine Humanstudie hat bestätigt, dass die Gabe von Lactoferrin bei Entzündungen zu einer Reduktion von Entzündungsmarkern wie Interleukin 6 führt.

Ein weiterer entzündungsauflösender Effekt beruht auf der Tatsache, dass Lactoferrin in der Lage ist, Eisen zu binden. Diese Unterstützung des Eisenstoffwechsel erfolgt auf 2 Ebenen. Bei Entzündungen im Körper ist immer der Eisenstoffwechsel beeinträchtigt. Dies beruht zum einen darauf, dass die Eisenaufnahme im Darm bei intestinalen Entzündungen Im Darm durch die Dysfunktion der Darmschleimhaut verschlechtert wird. Eine Gabe von Lactoferrin kann Entzündungen verringern. Die sogenannten Phagozyten setzen am Entzündungsort auch reaktive Sauerstoffspezies frei, die nicht nur Bakterien töten, sondern auch körpereigenes Gewebe beschädigen. Die dieser Zerstörung werden Eisen – Ionen freigesetzt, welche zu einer weiteren Bildung freier Radikale beitragen können. Lactoferrin bindet hier die freien Eisen – Ionen und verhindert dadurch die Entstehung von oxidativem Stress. Es entfaltet seine entzündungshemmende Wirkung höchstwahrscheinlich durch eine Verbesserung der Eisenaufnahme über die Darmschleimhaut. Daher können Entzündungen immer auch die Eisenverteilung im Körper beeinträchtigen. Eine Gabe von Lactoferrin führt zu einer Verringerung der Entzündungen und gewährleistet den Transport von Eisen aus den Körperzellen in das Blut. Zudem zeigte sich, dass Lactoferrin eine Eisenmangelanämie besser ausgleicht, als die üblicherweise eingesetzten Eisensulfate, die gelichzeitig auch mit Nebenwirkungen behaftet sind.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Eisenaufnahme aus der Nahrung oder ach Nahrungsergänzungsmitteln durch die gleichzeitige Einnahme von Lactoferrin verbessert werden kann.

Weitere Studien zeigen, dass Lactoferrin in der Lage ist, das Verhältnis und die Aktivität von T – Zellen zu steigern oder zu senken.

Lactoferrin und seine Wirkung auf Bakterien

Wie jeder Organismus, so benötigt auch eine Bakterie Eisen für ihren Stoffwechsel. daher nutzt das Immunsystem die Eliminierung von Eisen als Schutz vor Infektionen.

Bei einer akuten Infektion entfällt dieser Schutzmechanismus, Lactoferrin kann aber das entstandene Eisen binden und darüber hinaus tritt Lactoferrin in eine Wechselwirkung mit den Bestandteilen der bakteriellen Zellwand. Dadurch wird die Zellwand destabilisiert und sie macht sich angreifbarer für das körpereigene Enzym Lysozym. Diese Prozesse führen sowohl bei gramnegativen als auch grampositiven Bakterien zum Absterben.

Aber es fördert auch das Wachstum gesundheitsförderlicher Bakterien. Daher begünstigt es auch eine gesunde Zusammensetzung des Darmmikrobioms und fördert, sowohl bei Neugeborenen als auch bei Erwachsenen, eine gesunde Zusammensetzung des Darmmikrobioms. Dies zeigte auch eine klinische Studie zur Schmerzmittel – induzierten Gastroenteropathie. Dabei schwächte Lactoferrin eine Erhöhung der Durchlässigkeit des Dünndarms durch die Schmerzmittel ab, folglich konnte Lactoferrin auch ein Leaky Gut mindern. Für eine Aufrechterhaltung der Darmgesundheit ist auch für die Immunfunktion essentiell, da sich 70 – 80% aller Immunzellen im Darm befinden.

Lactoferrin und seine Wirkung auf Viren

In- vitro Studien zeigen antivirale Effekte von Lactoferrin gegen verschiedene Viren, wie z. B gegen Influenza, Rota, Adeno, Hepatitis, Herpes, und humanes Immundefizienz (HIV), Epstein Barr (EBV) und humanes Papillomavirus (HPV). Der Mechanismus dahinter ist die Blockade eines bestimmten Rezeptors auf der Wirtszelle. Dadurch wird die Bindung an die Wirtszelle und die Infektion verhindert.

Denselben Effekt hat aber auch eine direkte Bindung des Lactoferrin an die Wirtszelle. Lactoferrin hemmt dadurch die Virusvermehrung. Diese Mechanismen bestätigt auch eine Zellkulturstudie aus dem Jahr 2021 für die SARS -CoV – 2 Infektion. Das Ziel der Forschungsgruppe war es, effektive Substanzen gegen eine Coronainfektion zu identifizieren. In diesem Hochsubstanz Screening kamen 1.425 klinische Substanzen zum Einsatz aus der Molekularbibliothek der U.S Food and Drug Administration. Lactoferrin wurde dabei als wirksamste Substanz identifiziert. Die Autoren zogen daher den Schluss, dass Lactoferrin, aufgrund seiner breiten Verfügbarkeit, den vergleichsweise geringen Kosten und seines hervorragenden Sicherheitsprofils, eine direkte Anwendung zur Vorbeugung und Behandlung von COVID – 19 darstellen könnte.

Ein wichtiges Qualitätskriterium- der Reinigungsgrad

Alle Säugetiere produzieren Lactoferrin. Da das menschliche und das bovine (aus Kuhmilch) Lactoferrin nahezu identisch (chemisch ähnlich) sind, wird das Protein aus der Kuhmilch extrahiert.  Es wird  ressourcenschonend aus Kuhmilch gereinigt und in einem mehrstufigen, schonenden Aufreinigungsverfahren, aufbereitet, um Verunreinigungen herauszufiltern. Dadurch werden beispielsweise angeheftete Teile von Bakterien und deren Bestandteile entfernt.

Der Reinheitsgrad von Lactoferrin ist von höchster Relevanz, da die Verunreinigungen die Bioaktivität des Proteins beeinträchtigen können. Zu den möglichen Verunreinigungen gehört unter anderem auch LPS (Lipopolysaccharide): Zu den Funktionen von Lactoferrin gehört unter anderem auch, dieses zu binden. Ist Lactoferrin aber bereits mit diesem Störfaktor beladen, kann diese Funktion nach der Einnahme aber nur unzureichend erfüllt werden. In einer Studie mit schwangeren Frauen konnte gezeigt werden, dass Präparate mit einem hohen Reinigungsgrad die hämatologischen Parameter effektiver verbesserten, als andere. Eine andere Untersuchung von 10 unterschiedlichen kommerziellen Präparaten zeigte deutlich, dass ein Großteil der Präparate verunreinigt waren. Dementsprechend sollte nur ein Präparat zum Einsatz kommen, welches über eine Reinigungsgrad von über 90% verfügt. Darüber hinaus ist entscheidend, dass denaturiertes und somit inaktives Lactoferrin während der Reinigung abgetrennt wird. Da in der Milch, während der Pasteurisierung immer ein bestimmter Anteil denaturiert, sollte dieser im Endprodukt nicht mehr auftauchen. Die Wahl eines hochwertigen Lactoferrin Rohstoffes von geprüfter Qualität, ist entscheidend für die therapeutische Wirkung.

Um zu verhindern, dass Lactoferrin nach der Einnahme in der Magensäure unbrauchbar wird, sollte eine magensäurestabile Kapsel verwendet werden, damit es erst im Dünndarm aufgenommen wird, um dort sein volles Spektrum entfalten zu können. 

Literatur:

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Fermentierter Knoblauch- die kleine Wunderwaffe

Seit langem wird Allium sativum (Knoblauch) präventiv in der Gesundheit eingesetzt. Unter anderem wurde der Knoblauch bereits vor 5000 Jahren in Ägypten, Griechenland, China und Indien eingesetzt.

Auch wir kennen ihn aus Großmutters Heilmittel vor allem im Bereich der Vorbeugung und der Genesung. Aber Knoblauch kann auch zu Therapiezwecken eingesetzt werden. er ist nämlich in der Lage, den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel zu senken.

Doch diese Maßnahme ist nicht für jeden geeignet.

Der Wirkstoff im Knoblauch ist das Alliin (S-Allyl-L-Cysteinsulfoxid). Durch das Brechen, Schneiden und Quetschen des Knoblauchs kommt das Alliin mit dem Enzym Alliinase in Kontakt. Durch diesen Kontakt kommt es zur Umsetzung von Allicin, dieses wird wiederum in mehr als 100 wirksame Metaboliten umgewandelt. Allerdings ist dieses Gefüge sehr instabil und deshalb abhängig von der weiteren Verarbeitung. Sie kann die Zusammensetzung und die Wirksamkeit beeinflussen. Die Wirksamkeit nimmt ab, wenn Knoblauch erhitzt oder gelagert wird.

Seine einzigartige Kraft

Durch die Fermentierung kann die Konzentration aktiver schwefelhaltiger Inhaltsstoffe erhöht werden. Dabei wird der frischer Knoblauch wird bei höheren Temperaturen und höherer Luftfeuchtigkeit bis zu 20 Monate lang fermentiert. Während dieser Zeit färbt sich der Knoblauch dunkel.

Während der Fermentierung verliert der Knoblauch seinen starken Geruch und Geschmack, was für viele Menschen ein Vorteil gegenüber frischem Knoblauch ist. Darüber hinaus kann frischer Knoblauch manchmal gastrointestinale Nebenwirkungen verursachen. Dies ist bei fermentiertem Knoblauch nicht oder selten der Fall. Darüber hinaus wurden bis heute keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten beobachtet, und es ist sicher, ihn in höheren Dosen zu verwenden.

Die schwefelhaltigen Verbindungen schützen die Pflanze vor Krankheitserregern. Sie sind sozusagen natürliche Insektizide und können auch zur Stärkung unseres Immunsystems eingesetzt werden. Sie hemmen nachweislich das Wachstum gramnegativer und grampositiver Bakterien. Bei Pilzen und Hefen verursacht Knoblauch Schäden an den Zellmembranen und an den Zellorganellen. Er hemmt das Wachstum und tötet den Erreger. Knoblauchextrakt hat sich z. B auch als hilfreich gegen das Wachstum von Candida Pilzen erwiesen.

Zu seiner antimikrobiellen Wirkung hat Knoblauch auch einen positiven Einfluss auf unser Immunsystem. Er wirkt als Antioxidans, beeinflusst in positiver Weise die Aktivität von Makrophagen, Lymphozyten und natürlichen Killerzellen.

Die Anwendung von fermentierten Knoblauch

Die Wirkung von Alliin (S-Allylcystein) zu therapeutischen Zwecken ist in vielen Studien untersucht worden. So kann fermentierter Knoblauch für folgende Zwecke verwendet werden:

  • gegen hohen Blutdruck
  • gegen Einfluss von Sonnenlicht
  • zur Beeinflussung der Pathogenese und des Fortschreitens der Arteriosklerose
  • zur Unterstützung des Mikrobioms
  • zur Bekämpfung des kognitiven Alterns
  • zum Schutz der Lipidperoxidation
  • für einen leberschützenden Effekt
  • gegen Viren und Parasiten

Untersucht wird zudem ein kausaler Zusammenhang mit neurodegenerativen Krankheiten wie der Alzheimer-Krankheit untersucht. Vermutet wird, dass Alliin zu einer Reduktion der Neuroinflammation und einer Verringerung des Synapsenabbaus beitragen kann. Forscher vermuten auch ein großes Einsatzgebiet in der Prävention und der Therapie der Alzheimererkrankung.

Literatur

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Mathew BC, Biju RS. Neuroprotective Effects of Garlic A Review. Libyan J Med; 12.

Blog Stressmanagement
Was kann ich tun, wenn plötzlich alles zu viel wird…

 

Das Leben ist oft wie eine Achterbahnfahrt – mal geht es rauf und manchmal runter, in einem rasanten Tempo, sodass es oft zu schnell ist. Auf dieser Achterbahnfahrt sollten sich Stress und Entspannungsphasen abwechseln.

Hier meine persönlichen Tipps, wie ich mit solchen Situationen umgehe:

1. Akzeptanz und Annahme

Wenn ich dir nur EINE einzige Sache mitgeben dürfte, wäre es diese hier: Den Status Quo zunächst einmal zu akzeptieren. Auch wenn ich gerne viel ändern würde, so kann ich leider nicht die Welt verändern. Ich erinnere mich dann daran, dass es erst einmal OK ist, dass ich gestresst bin. Ich darf gestresst sein. Schon alleine diese Form von Akzeptanz bringt eine enorme Erleichterung mit sich.

2. Klarheit über Prioritäten

Ich mache eine Bestandsaufnahme über die Dinge, die mich gerade stressen und setze mir dann Prioritäten. Sind die Dinge wirklich so wichtig oder steigere ich mich gerade nur in etwas hinein? Was ist das Wichtigste, das ich gerade tun oder klären darf? Was ist zweitrangig? Was darf erst einmal warten?

Facebook oder Telegramkanäle gehören nicht immer zu den Prioritäten. Wenn ich merke, dass sie mir nicht gut tun, entferne ich sie oder ziehe mich aus den Socials zurück.

3. Sport als Stressabbau

Stress ist angestaute Energie. Diese Energie lasse ich durch Sport und Bewegung frei fließen – ich „baue meinen Stress ab”. Ich komme mal „aus dem Kopf heraus” (denn dort, ist der Entstehungsort von Stress) und dafür mehr in meinen Körper. Durch die körperliche Aktivität kann ich im Anschluss viel besser in die Entspannung finden. Außerdem werden durch Sport Glückshormone im Gehirn freigesetzt.

Als Gewohnheit habe ich mir täglichen Sport (15 Minuten HIT Training) angewohnt. es tut nicht nur dem Körper, sondern auch dem Geist gut. Probiere doch mal nach dem Training eine Wechseldusche (warm/kalt) und dann kalt duschen. Es erfrischt auch deinen Geist und härtet deinen Körper ab.

Manchmal hilft es mir auch einfach durch den Wald zu spazieren und die Stille bewusst wahrzunehmen.

4. Mit meinen engsten Menschen reden

Manchmal tut es auch einfach nur gut, ein offenes Ohr bei Freunden oder Familie zu finden und sich den Stress von der Seele zu reden.

Auch, wenn sich objektiv gesehen, an meiner Situation dadurch nichts verändert hat, so fühle ich mich doch meist sehr viel entspannter danach.

5. Schritt für Schritt denken und abarbeiten

Das Leben ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Der Marathon-Läufer konzentriert sich auch nicht auf den letzten Kilometer, sondern immer auf den aktuellen.

Ich habe zwar immer ein Ziel vor Augen – ein Bild vom großen Ganzen. Dennoch konzentriere ich mich immer erst auf den nächst kleinere Schritt. Dadurch fühlt es sich dann gar nicht mehr so schwer an, sondern doch eher locker und leicht.

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Gsund ist Mitglied der deutschen Gesellschaft für klinische Psychoneuroimmunologie (kPNI)

Die kPNI e.V. versteht sich als Interessenvertretung für Patienten, Therapeuten und Wissenschaftler aus dem Fachbereich der klinischen Psycho-Neuro-Immunologie. Die klinische Psycho-Neuro-Immunologie (kPNI) ist eine stetig wachsende fachübergreifende Wissenschaft, die sich mit den komplexen Zusammenhängen zwischen Gesundheit und Krankheit, bzw. den verschiedenen, ineinandergreifenden Systemen des menschlichen Körpers befasst und dieses Wissen in den klinischen Alltag integriert. Auf unseren Internetseiten erfahren Sie mehr über das Konzept klinische Psycho-Neuro-Immunologie, die Weiterbildungsmöglichkeiten über unsere Partner und das Expertennetzwerk.

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6 Tipps wie du dein Darmmikrobiom in Schach hälst

Tipp 1: Stressreduktion (die Darm – Hirn Achse stört dein Darmmikrobiom)

Im ersten Teil der Darmserie habt ihr bereits von der Darm Hirn Achse gehört und wie dadurch Emotionen und Gefühle euer Darmmikrobiom beeinflussen können. Ein kaputter Darm kann sogar für Depressionen verantwortlich sein. 

Die Mikroben im Darm senden chemische Signale aus (Neurotransmitter und Hormone). die das Gedächtnis, Gefühle und Emotionen beeinflussen. 

Tatsächlich ist es so, dass die Verbindung zwischen Darm und Hirn in beide Richtungen funktioniert. 

Wer kennt das nicht? Wenn man in stressigen Situationen plötzlich auf das Klo muss?

Der evolutionäre Flucht – Kampfmodus sorgt dafür, dass man bestimmte Stoffe, wie Noradrenalin ausschüttet, welche wiederum die Darmdiversität beeinflussen können. 

Wie du chronischen Stress reduzieren kannst – mache ihn zu deinem Freund

Tipp 2: Intermittierendes Fasten (fördert das Wachstum von essenziellen Leitstämmen)

In Studien konnte festgestellt werden, dass während des Fastens schlechte Bakterien tendenziell schneller absterben als gesunde Bakterien, sodass sich diese wieder schneller erholen können. 

Eine Studie von 2019 zeigte, eine „signifikante Zunahme von A. muciniphila und B. fragilis nach dem Ramadan Fasten, die weitgehend als Hauptbestandteile eines gesunden Darmmikrobioms anerkannt sind.“

Die Autoren einer Studie aus dem Jahr 2021 kamen zu folgendem Schluss:“ Intermitttierendes Fasten führt zu einer erheblichen Umstrukturierung des Darmmikrobioms und einer Hochregulierung des Butyrat.“

Butyrat ist eine kurzkettige Fettsäure, die notwendig für unseren Darm ist und wird als Marker vor allem mit einem gesunden Darmmikrobiom in Verbindung gebracht.

Eine beliebte Methode ist das sogenannte 16:8 Intervallfasten. In 24 Stunden werden also 16 Stunden gefastet und 8 Stunden gegessen. 

Ich persönlich setze es folgendermaßen um: mein Abendessen nehme ich zwischen 17 – 18 Uhr ein und esse am nächsten Tag um 12 Uhr zu Mittag. 

In diesem Fenster des Fastens, trinke ich viel Tee, besonders Bittertees oder Wasser. 

ACHTUNG! Ein Kaffee mit Milch und Zucker gilt als Mahlzeit, ein schwarzer Kaffee ohne Zucker ist erlaubt. Bei manchen Menschen kann der Kaffee aber den Hunger ankurbeln. 

Tipp 3: Meiden von Alkohol, Rauchen und Drogen

Eine Studie von 2021 zeigte folgende Ergebnisse:

Toxische Stoffe im Zigarettenrauch stören das Gleichgewicht des Darmmikrobiota durch verschiedene Mechanismen. Unklar ist allerdings noch, welcher Stoff genau dafür verantwortlich ist, da Zigarettenrauch ein sehr komplexes Gemisch sind. 

Das könnte auch erklären, wieso Menschen, wenn sie mit dem Rauchen aufhören, mehr Appetit haben, oder warum Menschen, die Rauchen mehr Verstopfung haben.

Autoren eines 2019 erschienenen Review Artikels kamen zu folgendem Schluss:“ Die Darmmikrobiota stehen in engem Zusammenhang mit der Entwicklung und Ausbreitung von Leberschäden, bei Patienten, die viel Alkohol trinken.“

Tipp 4: Meiden von Fertigprodukten

Fertigprodukte sind eine Erfindung der Neuzeit, die Industrie hat es über Jahrzehnte so perfektioniert, dass die Produkte optisch ansprechend sind und so süchtig machend wie möglich, gestaltet werden. 

Sie sind süß, salzig, fettig und am besten noch crunchy oder cremig.

Getreide – und Milchprodukte verursachen zudem noch eine Aktivierung unserer Opioidrezeptoren im Hirn und verstärken somit die „Sucht“. 

Bei ihrer Produktion werden meist billige Rohstoffe verwendet und einen maximalen Profit zu erreichen. Von günstig und gesund war doch nie die Rede?

Viele Fertigprodukte enthalten durch die Verpackung, Herstellung oder den Anbau Gifte wie Phtalate, Bisphenol A, Schwermetalle wie Blei und Arsen oder unvorteilhafte Stoffe für unseren Darm wie Binde – und Konservierungsmittel.

Autoren einer Studie von 2019 kamen zu dem Ergebnis, dass „ein hoher Konsum von ultraverarbeiteten Lebensmitteln die Darmmikrobiota verändern und Entzündungen hervorrufen kann. Die Auswirkungen können sogar auf spätere Generationen übertragen werden. 

Hier meine persönlichen Tipps:

  • In meinem Haushalt gibt es keinen Industriezucker, bereits seit Jahren. Ich nutze in geringen Maßen Trockenfrüchte, Honig, Birkenzucker oder Kokosblütenzucker
  • statt entzündlichen Speiseölen und Margarine nutze ich zum Braten Butter oder Kokosöl. Olivenöl mit einem hohen Phenolgehalt verwende ich zum Verfeinern von kalten Gerichten und Salaten
  • Statt Brot aus dem Supermarkt, mache ich mein Brot oft selber. Meist echtes Sauerteigbrot, bei dem das Gluten und andere Antinährstoffe abgebaut wurden
  • Satt Cornflakes und Müsli verwende ich Bio Haferflocken, welche ich 12 – 24  Stunden in Wasser einweiche und dann auch aufkoche
  • Statt pasteurisiertem Joghurt gibt es selbstgemachtes mit Milchkefir
  • Als Milch nutze ich Kokosmilch, homogenisierte Ziegen- Schafs- oder Büffelmilch

Tipp 5: Verspeise den Regenbogen – Gemüse und Obst

Die DGE (deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt den täglichen Verzehr von 5 Portionen Obst und Gemüse pro Tag. 

Tatsächlich finde ich diese Empfehlung sehr pauschal, denn es kommt auf die richtige Menge und die richtige Mischung an.

Sicherlich hast du bereits von Ballaststoffen, Präbiotika und Polyphenolen gehört. Diese befinden sich vor allen in Obst und Gemüse. 

  • Ballaststoffe: sind faserreiche Lebensmittel, die unverdaut bis in den Dickdarm gelangen. Dazu gehören: Broccoli, Karotten, Kartoffeln, Kohlsorten, Süßkartoffeln und Kochbananen. Sie bestehen aus langen, geschmacksneutralen Zuckerketten. Wissenschaftliche Studien konnten bestätigen, dass eine ballaststoffreiche Nahrung zu einer Senkung der Blutzuckerwerte von Diabetikern führen. Der Grund dafür ist, dass die Kohlenhydrate verzögert aus dem Darm in das Blut aufgenommen werden.
  • Präbiotika: sind eine spezielle Art von Ballaststoffen, leisten einen wichtigen Beitrag im Ökosystem des Darms und unterstützen somit unser Wohlbefinden. Präbiotisch sind folgende Lebensmittel: Chicoree´, Topinambur, Zwiebeln, Knoblauch, Schwarzwurzeln, Artischocken und Bananen. Sie dienen guten Bakterien als Energiequelle und fördern deren Wachstum und ihre Aktivität. Daraus können kurzkettige Fettsäuren produziert werden. Sie dienen der Darmschleimhaut als Energielieferant und halten die Barrierefunktion gegenüber schädlichen Keimen aufrecht.
  • Polyphenole: findet man in gut wie allen Obst – und Gemüsesorten. Als Polyphenole bezeichnet man eine Vielzahl an sekundären Pflanzenstoffen, z. B Resveratrol im Rotwein. Kräuter weisen einen hohen Polyphenolgehalt auf, z. B Pfefferminze, Oregano und Salbei. Polyphenole zählen auch zu den effektivsten Antioxidantien und schützen unseren Körper vor Stress. Polyphenole füttern auch die Leitkeimstämme und man kann sie daher auch als eine Art Präbiotika bezeichnen. 

Praxistipps:

  • mindestens 1 mal täglich einen bunten Salat, eine bunte Bowl, einen Smoothie oder einen bunten Gemüseteller. Gemüse sollte von allem etwas enthalten: Wildkräuter, Kräuter, Karotten, Kartoffeln, Kohlsorten, Süßkartoffeln, rote Beete. 

Tipp 6: Essen von fermentierten Lebensmitteln

Wissenschaftler der Stanford University kamen zu einem spannenden Ergebnis: Sie wollten herausfinden, ob Ballaststoffe und  fermentierte Lebensmittel gesünder sind. Sie konnten zeigen, dass eine ballaststoffreiche Ernährung nur wenige Einfluss auf das Immunsystem und praktisch keinen auf die Darmflora hat. Bei der fermentierten Kost war aber eindeutig folgendes zu erkennen: Eine kurze Zeitspanne reichte aus, um die bakterielle Vielfalt im Darm zu erhöhen. 

Die Diät wirkte sogar eine Zeit lang nach, die Bakterienflora war in der Gruppe, die fermentierte Lebensmittel aßen, deutlich verbessert.

20% der gemessenen Entzündungsbotenstoffe (einer davon war Interleukin – 6) im Körper der Teilnehmer sanken deutlich ab. 

Leider reicht das Essen von fermentierten Lebensmittel, bei Patienten mit bereits bestehenden Darmproblemen, als alleinige, therapeutische Intervention nicht aus. 

Was man dann machen kann, erfährst du im 3. und letzten Beitrag aus der Darmserie!

Literatur

Özkul C, Yalınay M, Karakan T. Islamisches Fasten führt zu einer erhöhten Häufigkeit von Akkermansia muciniphila und Bacteroides fragilis Gruppe: Eine vorläufige Studie zum intermittierenden Fasten. Turk J Gastroenterol. 2019;30(12):1030-1035. doi:10.5152/tjg.2019.19185

eingesehen am 06.01.2022 unter

Islamisches Fasten führt zu einer erhöhten Häufigkeit von Akkermansia muciniphila und Bacteroides fragilis Gruppe: Eine Vorstudie zum intermittierenden Fasten (nih.gov)

Junhong Su, Yueying Wang, Xiaofang Zhang, Mingfu Ma, Zhenrong Xie, Qiuwei Pan, Zhongren Ma, Maikel P Peppelenbosch, Remodeling of the gut microbiome during Ramadan-associated intermittent fasting, The American Journal of Clinical Nutrition,Volume 113, Issue 5, May 2021, Pages 1332–1342, https://doi.org/10.1093/ajcn/nqaa388

einsehen am 06.01.2022 unter

Umbau des Darmmikrobioms während des Ramadan-assoziierten intermittierenden Fastens | Das American Journal of Clinical Nutrition | Oxford Akademiker (oup.com)

Gui X, Yang Z, Li MD. Wirkung von Zigarettenrauch auf die Darmmikrobiota: Stand des Wissens. Front Physiol. 2021;12:673341. Veröffentlicht 2021 Jun 17. doi:10.3389/fphys.2021.673341

eingesehen am 06.01.2022 unter

Wirkung von Zigarettenrauch auf die Darmmikrobiota: Stand des Wissens (nih.gov)

Bajaj JS. Alkohol, Lebererkrankungen und die Darmmikrobiota. Nat Rev Gastroenterol Hepatol. 2019 Apr;16(4):235-246. doi: 10.1038/s41575-018-0099-1. PMID: 30643227.

eingesehen am 06.01.2022 unter

Alkohol, Lebererkrankungen und die Darmmikrobiota – PubMed (nih.gov)

Shi Z. Darmmikrobiota: Eine wichtige Verbindung zwischen westlicher Ernährung und chronischen Krankheiten. Nährstoffe. 2019 Sep 24;11(10):2287. doi: 10.3390/nu11102287. PMID: 31554269; PMCID: PMC6835660.

eingesehen am 06.01.2022 unter

Darmmikrobiota: Eine wichtige Verbindung zwischen westlicher Ernährung und chronischen Krankheiten – PubMed (nih.gov)

Wastyk HC, Fragiadakis GK, Perelman D, Dahan D, Merrill BD, Yu FB, Topf M, Gonzalez CG, Van Treuren W, Han S, Robinson JL, Elias JE, Sonnenburg ED, Gardner CD, Sonnenburg JL. Auf Darmmikrobiota ausgerichtete Diäten modulieren den menschlichen Immunstatus. Zelle. 2021 Aug 5;184(16):4137-4153.e14. doi: 10.1016/j.cell.2021.06.019. Epub 2021 Juli 12. PMID: 34256014.

eingesehen am 06.01.2022 unter

Auf Darmmikrobiota ausgerichtete Diäten modulieren den menschlichen Immunstatus – PubMed (nih.gov)

Blog Vitamine
Quercetin – das unbekannte Flavonoid

 

Schlagworte: Quercetin, Flavonoide, Vitaminoide, Phytamine, Polyphenole

Quercetin gehört zu der Gruppe der Flavonoide, das vor allem in Obst, Blatt – und Wurzelgemüse sowie in einigen Getreidesorten enthalten ist. Es weist eine hohe antioxidative, antiinflammatorische, antikanzerogene, endothelprotektive und immunmodulatorische Eigenschaften auf.

Wissenschaftliche Untersuchungen weisen besonders auf die präventive und therapeutische Wirkung von Quercetin hin: Zur Kardioprotektion, bei chronisch – entzündlichen Erkrankungen, zur Tumorprotektion, bei Diabetes, bei venösen Erkrankungen sowie bei viralen Atemwegserkrankungen. 

In den 1930 er Jahren wies der ungarische Biochemiker und Nobelpreisträger Albert Szent – Györgi auf die ernährungsphysiologische Bedeutung der Flavonoide hin. Er erkannte einen günstigen Effekt bei der Heilung von Gefäßschäden in der Behandlung des Skorbut. Er konnte auch nachweisen, dass Flavonoide aus Zitrusfrüchten eine erhöhte Permeabilität von Gefäßen und Zellmembranen wieder normalisieren können. Daher wurde die klassische Vitamin C Mangelerkrankung Skorbut in einer Kombination mit Flavonoiden effektiver behandelt, als mit einer alleinigen Vitamin C Gabe. 

 

Vorkommen in der Nahrung

Das Flavonoid gehört zur Gruppe der Polyphenole und kommt in der Natur als gelber Pflanzenfarbstoff, meist als Glycosid (z. B in Form von Rutin) vor. Flavonole sind in vielen Obstsorten, in Blatt – und Wurzelgemüse und in einigen Getreidesorten enthalten.  Die hellgelben Flavonolglycoside werden zum Teil unter Einwirkung von UV – Licht gebildet. Besonders hohe Gehalte findet man in manchen Apfelsorten, Zwiebeln, Petersilie, Salbei, Ginko bilboa, aber auch in echtem Buchweizen (-tee), grünem Tee, schwarzem Tee, Trauben, dunklen Kirschen und Beeren.  Da Quercetin hauptsächlich in der Schale vorkommt, ist es wichtig, das Obst und Gemüse mit der Schale (gut gewaschen!) zu verzehren.

Quercetin kommt besonders in Früchten wie Preiselbeeren, schwarzen Johannisbeeren, Zwiebeln, Schnittlauch und Grünkohl vor. 

Flavonoide übernehmen in der Pflanze antibakterielle und antivirale Aufgaben. Ihre Hauptfunktion ist der Schutz lebenswichtiger Zellbestandteile wie die Zellmembran oder ungesättigte Lipide vor der oxidativen Zerstörung durch Sauerstoffradikale.  Auch das in den Pflanzen gebildete Vitamin C wird durch das Quercetin vor der Oxidation geschützt. Dieser Effekt wird auch als der Vitamin – C- Spareffekt bezeichnet. 

Vitamin C haltige Produkte, die in der orthomolekularen Medizin eingesetzt werden, enthalten häufig eine Kombination aus Flavonoiden und Vitamin C.

Um eine ausreichende Versorgung mit sekundären Pflanzenstoffen gewährleisten zu können, sollten täglich mindestens 5 Portionen Obst und Gemüse, aus nachhaltigem, biologischem Anbau, verzehrt werden. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt im Rahmen einer vollwertigen Ernährung, eine tägliche Aufnahme von 650 g Obst und Gemüse. 

Bioverfügbarkeit, Pharmakokinetik und die antioxidative Schutzfunktion

Ein Problem ist der partielle Abbau von Flavonoiden durch die Mikroorganismen der Darmflora. Flavonoide können im gesamten Gastrointestinaltrakt resorbiert werden. Dabei werden sie zum Teil durch Enzyme der Magen- Darm – Flora modifiziert. Quercetin reichert sich nach der Resorption besonders im Lungengewebe und im Gastrointestinaltrakt an. 

Quercetin schützt mehrfach ungesättigte Fettsäuren in der Zellmembran und bildet zusammen mit den Vitaminen C, E und dem Tripeptid L- Glutathion ein Redoxsystem. Dadurch wird die Wirkung aller beteiligten Antioxidantien verstärkt. Das aus den drei Aminosäuren Glutamat, Cystein und Glycin gebildete Tripeptid L- Glutathion (GSH) stellt für die Zellen unseres Organismus den wichtigsten antioxidativen Schutzfaktor dar. Quercetin erhöht den intrazellulären GSH Spiegel. 

Der antioxidative Schutz von Quercetin beruht nicht auf einem Abfangen der freien Sauerstoffradikale, sondern auf der Fähigkeit, prooxidativ wirkende Übergangsmetalle in Form von Metallchelat zu binden und zu inaktivieren 

Quercetin und COVID -19

Im Zusammenhang mit viralen Atemwegserkrankungen wie COVID – 19 sind vor allem die antiviralen, antioxidativen, antiinflammatorischen, endothelprotektiven, immunmodulierenden und antikanzerogenen Eigenschaften von Quercetin interessant.  In vitro und in vivo Studien zeigen auf, dass die protektiven Wirkungen des Flavonoids Quercetin zum einen über den Blutweg, zum anderen über die Beeinflussung des Darmmikrobioms erfolgen. 

Da sich Quercetin und Vitamin C in ihren antiviralen und immunmodulatorischen Eigenschaften überlappen, ist ihre Kombination sehr effektiv in der Prävention und der Therapie von Atemwegserkrankungen. Eine zentrale Rolle dürfte dabei die Blockade der Penetration von SARS – CoV 2 Viren  als auch von Influenza Viren über die Zellmembran in die Wirtszelle sein, welche man in vitro nachweisen konnte. Darüber hinaus kann Quercetin die Replikation des Virus hemmen und als das Protease Inhibitor das Schlüsselnenzym 3CL-Protease durch die Bindung an ihre GLN189 Seite hemmen. Die wenigen, bisher vorliegenden in vitro und in vivo Studien, machen Quercetin zu einem vielversprechenden Kandidaten unter den immunrelevanten Phytaminen im Kampf gegen COVID – 19. 

Dosierung in der Prävention:

200 – 500 mg Quercetin pro Tag zusammen mit Vitamin C für Senioren, Jugendlichen und Erwachsenen. 

Einnahme:

Quercetin sollte zwischen den Mahlzeiten eingenommen werden. Nach bisherigem Kenntnisstand sind keine Nebenwirkungen oder Kontraindikationen bekannt. 

Bromelain (Wirkstoff Ananas) scheint die Wirkung von Quercetin zu verstärken. 

Literatur

Gröber, U. (2020): das Flavonoid Quercetin, Zs. f. Orthomol. Med. 18: 29 – 39, Thiemeverlag

Gröber, U. (2021): COVID – 19 und Long COVID Bessere Resilienz durch immunrelevenate Mikronährstoffe, S. 54 – 58, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart

Blog Vitamine
Mehr als das Karottenvitamin – Vitamin A (Retinol)

 

Schlagworte: Retinal, Retinol, Retinsäure, Retinylacetat, Retinylpalmitat

Vitamin A erfüllt in seiner 3 aktiven Formen Retinol, Retinal und Retinsäure zahlreiche physiologische Funktionen, unter anderem bei der Genexpression, Gehirnentwicklung, im Immunsystem und beim Sehvorgang. In vielen Stoffwechselvorgängen wirkt es synergetisch mit Vitamin D. 

 Retinol stellt die Transportform von Vitamin A im Blut dar und ist eine wichtige Quelle für die Retinsäure (RA). Aktuell sind über 500 Gene des Menschen bekannt, die unter der Kontrolle der Retinoide stehen. 

Vorkommen in der Nahrung

Die Vitamin A Versorgung wird nicht alleine durch die Aufnahme bestimmt, sondern vorwiegend über die Zufuhr bestimmter Carotinoiden , die im menschlichen Organismus mit einer unterschiedlichen Effizienz in Vitamin A umgewandelt werden (Vitamin A Vorstufe – Provitamin A). 

Vitamin A selbst ist ausschließlich in tierischen Lebensmitteln enthalten. Hohe Konzentrationen liefern vor allem die Leber und die verschiedenen Fischleberöle. Der Vitamin A Gehalt der Leber kann teilweise so hoch sein, dass Schwangeren vom Verzehr sogar abgeraten wird. Niedrige Vitamin A Dosen finden wir auch in Butter, Käse, Eiern und Fisch. 

Pflanzliche Lebensmittel liefern vor allem die Vitamin A Vorstufe, wobei das Beta – Carotin als Provitamin gilt. Da die Carotinoide eine natürlich gelbe bis rötliche Pigmentierung haben, finden wir sie in allen Gemüsen und Früchten mit einer gelblichen und rötlichen Farbe (Paprika, Karotten, Marillen, Mango und Papaya), doch auch dunkelgrünes Blattgemüse wie Spinat und Grünkohl enthalten Provitamin A. 

Die Verwertbarkeit von Vitamin A wird von mehrerer Faktoren beeinflusst. Eine fettarme Ernährung, ein Eisen – und oder Zinkmangel setzen die Bioverfügbarkeit von Vitamin A herab. Auch Hitze und Licht reduzieren die Vitamin A Aktivität, durch längeres Kochen wird das fettlösliche Vitamin teilweise zerstört. 

Physiologische Effekte

  • Im Auge ist Vitamin A der Baustoff des Sehpurpurs und ist als solches beim Sehvorgang, sowie bei der Umwandlung von Photoenergie in neuronaler Energie beteiligt
  • Es reguliert die Spermien – und Eizellreifung und ist an der Synthese von Androgenen und Östrogenen beteiligt
  • In der Haut fördert Vitamin A die gesunde Zellteilung und die Reparatur von Hautschäden
  • Die Schleimhäute unterstützt es in ihrer Barrierefunktion gegen das Eindringen von Viren und Bakterien
  • Im Immunsystem ist Vitamin A an der Produktion von Antikörpern beteiligt, es aktiviert die Neutrophilen, Makrophagen, NK Zellen, sowie die T- Zellen und die B- Zellen
  • Im Blut unterstützt Vitamin A die Freisetzung der roten Blutkörperchen und den Einbau von Eisen in die Erytrozythen

Referenzwerte

Die DACH empfiehlt bei Männern die tägliche Aufnahme von 3333 I.E Retinol und bei Frauen von 2666 I.E. Aufgrund des erhöhten Bedarfes in der Schwangerschaft werden für Schwangere ab dem 4. Monat täglich 3666 I.E und für Stillende 5000 I.E empfohlen. 

Risikogruppen für eine unzureichende Versorgung sind vor allem Schwangere, Stillende, sowie Kleinkinder, chronisch Kranke, Veganer und Alkoholiker da diese Gruppen einen erhöhten Bedarf aufweisen.

Erhöhter Bedarf auch bei:

  • Wachstum
  • Hyperthyreose
  • chronische Infektionen
  • Lebererkrankungen
  • vegane Ernährung
  • Alkoholabusus
  • chronisch – entzündliche Darmerkrankungen
  • Zinkmangel

Verminderte Verfügbarkeit bei:

  • fettarmer Kost
  • Gallensäuremangel
  • Fettabsorptionsstörung
  • verminderter Verfügbarkeit von Vitamin A und Carotinoiden im Körper
  • Rauchen

Vitamin A Mangel

Ein Vitamin A Mangel tritt in Entwicklungsländern mit einer schlechten Versorgung mit Vitamin A haltigen Lebensmitteln sehr häufig auf. Nach Angaben der WHO sind 140 Millionen Kinder und 7 Millionen Schwangere  vor allem in Afrika und Südostasien akut davon betroffen. Somit stellt es auch ein großes Problem für die öffentliche Gesundheit dar. Bei Kindern ist ein Vitamin A Mangel die häufigste Ursache für eine Erblindung. Ein Vitamin A Mangel steigert auch die Mortalität und Morbidität aufgrund schwerer Infektionen. 

Das Problem der Mikronährstoffdefizite ist jedoch nicht nur auf die Länder mit einem niedrigen und mittleren Einkommen beschränkt, sondern tritt auch in wohlhabenden Ländern auf. Auch die moderne Lebensweise und die Umweltfaktoren können eine suboptimale Aufnahme von Vitamin A zur Folge haben. 

Aber auch in Ländern mit einer guten Versorgung, kommt es aufgrund von chronischen Darmerkrankungen, Essstörungen oder durch Medikamentennebenwirkungen, immer wieder zu einer Unterversorgung mit Vitamin A

Es deutet Vieles darauf hin, dass rund 25% der Bevölkerung Deutschlands die empfohlene Vitamin A Aufnahme nicht erreichen.

Es kann davon ausgegangen werden, dass die suboptimale Aufnahme von Vitamin A und/oder ein Vitamin A Mangel auch unter älteren Menschen prävalent ist. Bei den Senioren ist der Vitamin A Mangel  mit einer gestörten Immunantwort auf Infektionen verbunden und korreliert auch mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für einen kognitiven Abbau. 

Zudem gibt es einen Polymorphismus: Er betrifft bekanntlich ca. 45% der Menschen mit einer hellen Hautfarbe. Sie können durch eine genetische Komponente verursacht, und können Beta – Carotin kaum in Retinol umwandeln. 

Ein Mangel an Vitamin A geht mit folgenden Symptomen einher:

  • Störungen der Sehfunktion (Nachtblindheit, Hell- Dunkel Anpassung, Blendeempfindlichkeit, trockene Bindehäute)
  • trockene und schuppige Haut, spröde Nägel, vorzeitiges Ergrauen
  • Austrocknung und Verhornung der Schleimhäute mit Störungen des Geschmacks- und Geruchssinn, Gingivitis, Stomatitis
  • Bronchitiden, häufige Atemwegsinfekte
  • Eisenmangelanämie
  • Störungen im Knochen – und Zahnwachstum bei Kindern
  • erhöhte Infektanfälligkeit, Müdigkeit, verminderte Antikörperproduktion
  • gestörte Spermienbildung, Unfruchtbarkeit
  • Durchfälle und Resorptionsstörungen
  • reduzierte Impferfolge
  • Fruchtschädigungen in der Schwangerschaft

Einnahme

Da 90% des Vitamin A in der Leber gespeichert werden, ist die alleinige Bestimmung im Blutplasma nicht ausreichend. 

Vitamin A ist ein fettlösliches Vitamin und sollte daher zu den Mahlzeiten aufgenommen werden. 

Nach der oralen Aufnahme werden Retinoide In Dünndarm unter der Anwesenheit von Fetten in die Enterozyten aufgenommen und als Retinsäure oder Retinol weiter verstoffwechselt. Zur Steigerung der Aufnahme sollte Vitamin A deshalb am besten zu den Mahlzeiten eingenommen werden. 

Nach dem aktuellen Wissenstand sind keine Nebenwirkungen bekannt. 

Als Kontraindikationen für eine Supplementierung gelten:

  • ein Glaukom
  • Hirndrucksteigerung
  • schwere Hypertonie (Bluthochdruck)
  • schwerer Diabetes mellitus
  • in der Menopause konnten bei einer langfristig hohen Zufuhr (von über 1500 ng/d) eine Zunahme des Osteoporoserisikos beobachtet werden

Interaktionen mit anderen Medikamenten

Die kombinierte Gabe von hohen Dosen Vitamin A Analoga und Vitamin A kann zu toxischen Dosen führen.

Estrogene (orale Kontrazeptiva) können den Vitamin A Spiegel in der Leber anheben. 

Ein Zinkmangel kann den Vitamin A Stoffwechsel negativ beeinflussen (Resorption, Transport, Umwandlung zu Retinal).

Vitamin A und das Immunsystem

 Vitamin A ist ein wichtiger Regulator des Immunschutzes. Das fettlösliche Vitamin ist aufgrund seiner großen Bedeutung für das angeborene und erworbene Immunsystem, als „antiinfektiöses Vitamin“ bekannt. Retinoide tragen zu einer intakten Haut – und Schleimhautbarriere bei und unterstützen somit die erste Abwehrbarriere gegen Viren und Mikroorganismen. Bei einem Vitamin A Mangel sind deshalb auch die zellulären Mechanismen der Hautbarriere gestört, in der Folge können auch Erkrankungen des Atmungsapparates auftreten. Neben der Barrierefunktion unterstützen Carotinoide auch direkt die humorale und die zelluläre Abwehrantwort.  Infektionskrankheiten, die eine Akut – Phase Reaktion induzieren, führen gleichzeitig auch zu einer Abnahme von Vitamin A, dies verschlechtert wiederum die Immunantwort, weil die Funktion der Neutrophilen, Makrophagen, NK Zellen sowie der T- und B-  Helferzellen, eingeschränkt ist. 

In zahlreichen Studien konnte auch eine immunmodulierende Wirkung auf die Zellen des Respirationstraktes und des Gastrointestinaltraktes nachgewiesen werden. 

Vitamin A verbessert also die Abwehr der Schleimhäute, reduziert die Darmpermeabilität und erhöht die Integrität der Alveolar – und Darmschleimhaut. 

Zudem fördert Retinol die Bildung und Freisetzung neuer Erythrozyten und erleichtert den Einbau von Eisen. Ein Vitamin A Mangel kann zu einer gestörten Eisenutilisation und damit verbunden, zu einer hypochromen Anämie führen. 

Bei einem Vitamin A Mangel besteht also ein erhöhtes Risiko für virale Infektionen, einschließlich Infektionen mit den Grippevirus, Humanes Respiratorisches Synzytial Virus (RNV), Masernvirus, sowie eine Anfälligkeit für einen schwerwiegenderen Verlauf. 

Risikogruppen für einen schwerwiegenden Verlauf sind vor allem ältere Menschen (ab 65 Jahren), Erwachsene mit Herz – und Lungenerkrankungen, sowie Erwachsene mit einem geschwächten Immunsystem. Die Veränderungen in der Schleimhautregeneration und die Immunantwort sind für die erhöhte Mortalität und Morbidität bei Patienten mit einem Vitamin A Mangel verantwortlich. 

Vitamin A und COVID – 19

Oxidativer Stress und Entzündungen sind die Hauptrisikofaktoren für einen schwerwiegenden Verlauf der COVID – 19 Erkrankung. 

Bioinformatikerergebnisse konnten zeigen, dass der Wirkungsmechanismus von Vitamin A gegen SARS – COV – 2 eine Hemmung der proinflammatorischen Prozesse sowie eine immunmodulierende und antioxidative Wirkung umfasst. Diese Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass Vitamin A eine zusätzliche, wirkungsvolle Behandlungsoption sein kann. 

Empfehlungen für die Prävention:

Tägliche Supplementierung von 2.000- 4000 I.E Vitamin A (Retinol) für ältere Menschen, Erwachsene und Jugendliche

Literatur

Gröber, U. (2019): Vitamin A (Retinol); Zs. f. Orthomol. Med. 17: 44 -49

Gröber, U. (2021): COVID – 19 und Long – COVID Bessere Resilienz durch immunrelevante Mikronährstoffe, S: 35 – 42, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart

Blog
Fettige Therapeutika – Gesundheit aus den richtigen Fetten

 

Fette haben im Lauf der letzten 100 Jahre einen sehr schlechten Ruf genossen. Aus der heutigen Sicht wurden viele Studien teils fehlinterpretiert. Dies führte zu teils falschen Ernährungsrichtlinien, die uns weg von traditionellen Fetten und hin zu Fetten aus Samen führten. Zusätzlich haben die in der Fettproduktion eingesetzten Raffinationsprozesse sehr negative Auswirkungen auf die Gesundheit. Mittlerweile ist die Anzahl der Studien in diesem Bereich so joch, dass nachweislich sinnvolle Empfehlungen für die Praxis gegeben werden können. Der gezielte Einsatz bestimmter Fettsäuren kann eine Alternative oder zumindest eine Ergänzung zu diverse pharmakologischen Therapien sein. Ob gesättigte Fette, Transfette oder Omega 3 oder Omega 6 Fette: Neuere Studien zeigen, dass das es nicht mehr haltbar ist, Fette an und für sich für die Entstehung chronischer Krankheiten anzuklagen. Die Wirklichkeit ist weit aus komplexer und Fette können nicht nur präventiv einen wertvollen Beitrag leisten, sondern zu einem wertvollen Therapeutikum werden.

Sieht man sich die Margarine Werbung der letzten Jahrzehnte an, so glaubt man fest, dass man durch das pure Betrachten der Butter bereits einen Herzinfarkt auslöst. Ich will, euch auch gar nicht lange mit chemischen Grundlagen plagen, aber gesättigte Fettsäuren galten lange als gesundheitsschädlich, was auf die Interpretation einiger Studien von Ancel Keys zurückzuführen ist. Eine Studien beschrieb bereits 1953, dass in 6 ausgewählten Ländern ein zunehmender Fettkonsum mit einer erhöhten Todesrate einherging. Die 1970 – 1980 und 1984 publizierte “ Sieben-Länder Studie“ stellte einen Zusammenhang zwischen gesättigten Fettsäuren und Herz Kreislauferkrankungen fest. Es wurde weiter empfohlen, den Konsum gesättigter Fettsäuren zugunsten von ungesättigten Fettsäuren und Kohlenhydraten einzuschränken. Die Reduktion gesättigter Fettsäuren war jedoch ein Fehler, gesättigte Fettsäuren wurden gegen Kohlenhydrate ausgetauscht. Die Sterblichkeit aufgrund von Herz Kreislauferkrankungen hat insgesamt jedoch nicht abgenommen.

Zu Bedenken gilt auch, dass die Effekte bestimmter Fettsäuren auf den menschlichen Organismus, unterschiedliche Auswirkungen haben. So hat die kurzkettige gesättigte Buttersäure sogar eine ausgesprochen gesundheitsfördernde Wirkung. Sie kann über das Milchfett zugeführt werden, wird aber vor allem im Dickdarm durch die Fermentation löslicher Ballaststoffe gebildet. Buttersäure wirkt antientzündlich und verbessert die Funktion der Mitochondrien, sowie die Insulinsensivität.

Inzwischen erkennen mehrere wissenschaftliche Publikationen, dass nicht gesättigte Fettsäuren die Arterien verstopfen, sondern dass koronare Herzerkrankungen auf stille Entzündungen zurückzuführen sind. Als Ursachen dafür sind mittlerweile ein zu geringer Konsum an Omega 3 Fettsäuren, ein damit einhergehender Überkonsum von Omega 6 Fettsäuren, ein exzessiver Konsum von Fructose sowie von raffinierten Kohlenhydraten definiert.

Schützend wirken der Konsum von Gemüse, nativem Olivenöl, fettigem Gisch, Nüssen, ein moderater Konsum von Käse/Joghurt und ein geringer Konsum von Zucker und raffinierten Kohlenhydraten. Diese schützenden Lebensmittel versorgen den menschlichen Körper unter anderem mit Omega 3 Fetten, Polyphenolen und Ballaststoffen. Bezogen auf den Lebensstil ist eine regelmäßige physische Aktivität, Stressreduktion und Beendigung des Tabakkonsums sinnvoll.

Nicht der Fettgehalt einer Nahrung ist entscheidend, sondern viel mehr ihr Verarbeitungsgrad. Übermäßig industriell verarbeitete Nahrung ist ein ursächlicher Faktor für die Gewichtszunahme. Der Weg zu einer guten Gesundheit führt über naturbelassene und frisch verarbeitete Lebensmittel.

Transfette

Die weite Verbreitung der menschengemachten, industriellen Transfette nimmt ihren Beginn im Anfang des 20. Jahrhunderts.

Der Konsumgüterkonzern Procter und Gamble brachte 1909 ein teilweise gehärtetes Pflanzenöl mit einer langen Haltbarkeit auf den Markt. Dieses wurde zunächst aus dem Abfallprodukt den Baumwollsamen gewonnen. Später ging man auf Sojabohnen über und es bestand etwa zur Hälfte aus Transfetten.

Und damit gab es den Startschuss für die ersten Lebensmittelskandale: Eine Zuwndung von Procter und Gamble in Hähe von ca. 1.5 Mio US- Dollar an die American Heart Association (AHA) sorgte 1948 dafür, dass die AHA jahrzehntelang empfahl, den Konsum gesättigter Fettsäuren zugunsten von Transfett und Omega 6 reichen Ölen zu reduzieren, ohne dafür eine hinreichend wissenschaftliche Grundlage zu haben.

Transfette wurden vor allem in verarbeiteten Lebensmitteln eingesetzt, um die seinerzeit als ungesund angesehenen tierischen Fette zu ersetzen. Diese unnatürlichen Transfette sind länger haltbar, fester bei Raumtemperatur und billiger als tierische Fette.

Nach dem Konsum von Fettsäuren werden diese in die Zellmembran eingebaut. Transfett sorgen unter anderem dafür, dass mehr Cholesterin eingebaut wird, die Zellmembran wird starrer. In einer steiferen Zellmembran können weniger Rezeptoren aktiviert werden.

Insbesondere Back – und Süßwaren enthalten einen hohen Anteil an Transfetten. In der EU gibt es bislang keine Einschränkung für Transfetten in den Nahrungsmitteln. Es sind Bestrebungen im Gange den Gehalt auf max. 2% der in den Nahrungsmittel enthaltenen Fette zu reduzieren, in den USA dürfen seit 2018 Hersteller keine Transfette mehr zu den Nahrungsmittel hinzufügen.

Bei den Transfetten ist entscheidend, ob sie menschengemacht sind, oder aus der Natur stammen. Die wichtigste natürliche Quelle für Transfette finden wir im Milchfett und im Fleisch von grasgefütterten Wiederkäuern. Bakterien sorgen in diesen Tieren für die natürliche Produktion der Transfette. Butter enthält z. B 3-4% natürlicher Transfette.

Omega 3 Fettsäuren

 Für ein ausgeglichenes Entzündungsgeschehen sind immer ausreichende Mengen Alpha- Linolensäure (AA), EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) wichtig. Diese Fettsäuren bilden die notwendige Basis für den Beginn und der Beendigung eines Entzündungsprozesses. Dabei lösen sie die Prozesse nicht selbst aus, sondern vielmehr werden aus ihnen sogenannte Vermittler (Lipidmediatoren) hergestellt. Entscheidend ist nicht nur, wie viele Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren aufgenommen werden, sondern was in den Zellen ankommt. Bei einer unzureichenden Umwandlung von kurzkettigen Omega 3 Fettsäuren in EPA/DHA, ist zu einer direkten Aufnahme Letzter durch Fisch oder Fischöl, angeraten.

Weltweit sind über 1 Milliarde Menschen von einem diätetischem Mangel an maritimen Omega – 3- Fettsäuren betroffen. Für den Mangel gibt es verschiedene Gründe. Einer ist sicher, dass wir zu wenig Fisch essen, insbesondere solchen, der über die Omega – 3 – Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaaensäure (DHA) enthält.

Zu diesen Fischen gehören die Makrele, Thunfisch, Sardine oder der Lachs. 

Leider enthält der langlebige Thunfisch auch Quecksilber und organische Toxine, sodass man ihn nicht öfter als einmal im Monat verzehren sollte. Schwangere sollten ihn gar nicht essen. Lachs stammt meist aus Aquakultur. 

EPA und DHA verschwinden zunehmend aus unserer Ernährung, und wir bemerken es nicht. Die Folgen dieses Mangels stelle wir bereits jetzt fest: eine Zunahme an ADHS, Depressionen, Herzerkrankungen und Demenz. 

Während früher über 2/3 der Menschen an Infektionen starben, sterben sie heute an Alterskrankheiten. Demnach werden auch immer mehr Menschen immer älter, während immer weniger Junge unser Sozialsystem bedienen können. Dadurch werden die Zivilisationskrankheiten immer teurer und die Gesundheit zunehmend unbezahlbar. 

Der biochemische Prozess des Alterns

Altern ist ein biologischer, zeitabhängiger Prozess, der sich zwischen Erbanlagen, verschiedenen Umwelteinflüssen und Lebensstilfaktoren entwickelt. Unsere Gene bestimmen nur zu etwa 30% unsere Lebenserwartung. Die restlichen 70% werden von Faktoren wie:

  • gesunde Ernährung
  • Mikronährstoffe
  • regelmäßige, körperliche Aktivität
  • und soziale Kontakte bestimmt

Studien aus dem Bereich der Epigenetik zeigen auch, dass bereits der Stoffwechsel der Mutter während der Schwangerschaft darüber entscheidet, ob die Kinder später einen Altersdiabetes entwickeln, oder nicht. 

Nach der modernen Altersforschung ist es heute möglich, dass ein Mensch 140 Jahre alt werden kann. Diese Lebensverlängerung ist jedoch nicht immer gleichbedeutend mit Lebensqualität, aber gerade die Lebensqualität mache das Leben und das Alterns lebenswert. 

Im alternden Organismus kommt es zu verschiedenen physiologischen Veränderungen in Geweben und Organen, welche auch mit einer Abnahme bestimmter Funktionen gekoppelt sind. So kommt es beispielweise zu einer:

  • Zunahme altersbedingter Entzündungsprozesse (Inflammaging)
  • Störungen des Immunsystems (Immunoseneszenz),
  • Muskelverlust (Sarkopenie) einer
  • Proteinglykosierung (AGE Belastung, Entwicklung von Angio- und Neuropathien)
  • oxidativen und nitrostativen Stress (Anstieg von entzündungsfördernden Zytokinen wie Il – 6 und TNF alpha)
  • Anstieges des Homocystein
  • einem Ungleichgewicht auf der Ebene der Mitochondrien
  • und  einer Abnahme der Telomerlänge der Leukozyten

Eine altersbedingte Abnahme des Immunsystems und sich langsam entwickelnde, chronische Entzündungsprozesse im Körper, sind also der Ausgangspunkt für die altersbedingte Abnahme der Vitalität und die Entstehung der meisten chronischen Alterserkrankungen. 

Niederschwellige Entzündungsprozesse erweise sich als signifikante Risikofaktoren für die Gesamtmortalität, v. a bei Risikopatienten. 

Vor allem bei Sportlern können wir eines beobachten: Bei einem höheren Omega – 3- Index schreitet der beobachtete Abbau von Muskeln und Gehirn langsamer voran. Beim Muskel kann er gestoppt werden, während er bei Gehirn um 1/3 verlangsamt werden kann. Das bedeutet auch für das höhere Alter mehr Kraft, Beweglichkeit und weniger kognitive Einschränkungen. 

Fazit: mit einem höheren Omega – 3- Index altert man langsamer. 

Die Rolle von Omega – 3- Fettsäuren in der Ernährung

Entzündungsprozesse spielen eine Rolle bei der Entstehung und Weiterentwicklung von Altersprozessen und altersbedingten Erkrankungen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass den antientzündlichen wirkenden Omega – 3- Fettsäuren eine tragende Rolle in der Prävention und Gesundheitsförderung zugesprochen wird. 

EPA und DHA sind lebenswichtige Bestandteile jeder Zellmembran und für die Funktionalität der Zellen in jeder Lebensphase wichtig.  EPA und DHA können zwar im Körper aus der pflanzlichen Alpha – Linolensäure (ALA) gebildet werden, dennoch ist ihre Konversionsrate mit 0,5 – 5% sehr gering. 

Die antientzündliche Wirkung von EPA und DHA erfolgt auf verschiedenen, miteinander verlinkten Ebenen. 

Die Forschungsergebnisse der letzten Jahre verdeutlichen eindeutig, dass die beiden Omega – 3- Fettsäuren eine unterschiedliche Wirkung haben. Während EPA insbesondere in die Bildung der entzündungshemmenden Eicosanoide fließt, besteht die Hautwirkung von DHA in der Erhöhung der Fluidität und der Permeabilität der Zellmembranen. Zusehends kann man auch eine Organpräsenz feststellen: Während EPA beispielsweise für die Leber ein wichtiger Ansprechpartner ist, Ist es von DHA die Retina des Auges und das Gehirn. Deshalb sollte ein Präparat bei kognitiven Einschränkungen einen eindeutig höheren DHA Anteil haben. Auch in der Prävention von Demenz, vor Verbesserung der Kognition bei Kleinkindern, Schülern oder Studenten, sollte ein DHA lastiges Präparat bevorzugt werden. 

DHA – Vorkommen in der Nahrung

DHA ist eine langkettige, mehrfach, ungesättigte Omega – 3- Fettsäure, die unser Körper in einem kleinen Ausmaß endogen synthetisieren kann. Das Gehirn kann DHA nur bedingt herstellen, andere Organe wie das Herz sind dafür überhaupt nicht ausgestattet. Eine Zufuhr von außen ist vor alle in Zeiten eines erhöhten Bedarfs notwendig. In unserer Ernährung kommt DHA reichlich in Kaltwasserfischen wie Thunfisch, Lachs, Makrele, Hering und Sardine vor. Diese lagern über den Verzehr von Mikroalgen und Kleinstkrebsen (Krill) Omega – 3- Fettsäuren in Form von EPA/DHA und ALA in der Zellmembran und Fettgewebe ein. 

Physiologische Effekte

  • Als Bestandteil der Zellmembran ist DHA für die Permeabilität und die Flexibilität der Zelle verantwortlich
  • In den Blutgefäßen führt DHA zu einer Gefäßerweiterung, reduziert die Entzündungsmarker, es kommt zu einer Reduktion der Thrombozyytenaggregation, zu einer systolischen und diastolischen Blutdrucksenkung und zu einer Steigerung der Durchblutung auf der renalen Ebene und zu einer Verbesserung der Mikrozirkulation
  • Im Herz – Kreislaufsystem hat DHA eine kardioprotektive Wirkung
  • Im Nervensystem ist es an der Gehirn – und Nervenentwicklung beteiligt, es wird in der Synthese von Dopamin und Serotonin benötigt, und beeinflusst auch die Entwicklung der Augenfunktion
  • Im Fettstoffwechsel senkt es die Triglyceride, verbessert die LDL Werte und erhöht die HDL Werte

Referenzwerte

Entscheidend für den Therapieerfolg sind eine hohe Dosis und eine ausreichend lange Anwendungszeit. Man geht von einem täglichen Bedarf an DHA von 100 – 200 mg (Mindestzufuhr), sowie 300 -400 mg (wünschenswerte Zufuhr) aus. Andere Quellen setzen eine Zufuhr von 8 g EPA/DHA pro Woche für Frauen und 10 g DHA pro Woche für Männer fest. Dies entspricht 1140 mg bzw. 1430 mg pro Tag. Zum therapeutischen Einsatz werden 3,5 g pro Tag empfohlen.

Der Omega 3 Index Marker ist der Prozentsatz zwischen EPA/DHA an einer Gesamtzahl von 26 gemessenen Fettsäuren. Er wird in den roten Blutkörperchen gemessen und ist eine Momentaufnahme. Ein Omega- 3- Index von unter 8 gilt als neuro – vaskulo- und kardioprotektiv. 

Die Einnahme von DHA sollte regelmäßig und zu den Mahlzeiten erfolgen, die Anwendung von DHA bei Patienten mit Gerinnungshemmern sollte unter ärztlicher Kontrolle erfolgen, weil die Blutgerinnung moderat verlängert wird. Dadurch kann eine Dosisanpassung der Gerinnungshemmer erforderlich werden. 

Ein erhöhter Bedarf entsteht:

  • in der Schwangerschaft und Stillzeit
  • im Wachstum
  • bei einem niedrigen Fischkonsum
  • bei entzündlichen und chronisch degenerativen Erkrankungen

Zu den Risikogruppen gehören also:

  • Menschen mit Allergien
  • Morbus Alzheimer
  • Multiple Sklerose
  • Psoriasis
  • rheumatoide Arthritis
  • Makuladegeneration
  • ADHS

Kontraindikationen:

  • akute Pankreatitis
  • Leberzirrhose
  • Gallenblasenentzündung
  • Gerinnungsstörungen

Mögliche Mangelsymptome

  • gestörte Flexibilität der Zellmembranen
  • trockene oder schuppige Haut
  • Vermehrte Produktion von entzündungsfördernden Zytokinen. Diese begünstigen auch die Infektanfälligkeit 
  • Mangelhafte, embryonale ZNS Entwicklung durch einen verminderten Einbau von DHA in die Synapsen, mit einer, daraus resultierenden verminderten kognitiven Leistungsfähigkeit
  • Konzentrationsstörungen bei Kindern, Auffälligkeiten in der Entwicklung und im Verhalten
  • erhöhtes Risiko für eine Arteriosklerose, ADHS,  Depressionen, Morbus Alzheimer

Interaktionen

  • Antikoagulantien
  • NSAIDs ( Ibuprofen, ASS, Diclofenac)
  • Psychostimulanzien
  • Cholesterinsenker
  • Glukosamin

EPA – Vorkommen in der Nahrung

EPA ist eine mehrfach ungesättigte Fettsäure aus der Familie der Omega – 3- Fettsäuren. In unserer Ernährung kommt sie vor allem in Thunfisch, Lachs, Makrele, Hering und Sardine vor. 

Physiologische Effekte

  • Als Bestandteil der Zellmembran ist sie für die Permeabilität der Zellen verantwortlich
  • Sie ist an der Bildung der entzündungshemmenden Eicosanoiden beteiligt und verdrängt die Arachidonsäure
  • EPA wirkt antithrombotisch, entzündungshemmend und gefäßerweiternd
  • Im Herz – Kreislaufsystem hat EPA eine kardioprotektive Wirkung
  • Im Nervensystem ist es an der Gehirn – und Nervenentwicklung beteiligt, es wird in der Synthese von Dopamin und Serotonin benötigt, und beeinflusst auch die Entwicklung der Augenfunktion
  • Im Fettstoffwechsel senkt es die Triglyceride, verbessert die LDL Werte und erhöht die HDL Werte

Die Referenzwerte, mögliche Mangelsymptome, Indikationen, Einnahme und Interaktionen entsprechend der der DHA. 

Fettsäuren und das Immunsystem

Seit Langem ist bekannt, dass Omega – 3- Fettsäuren unser Immunsystem beeinflussen.

So hat man bereits in den 1950 er Jahren bemerkt, dass Norweger welche im Inland leben, eine 6- fach höhere Inzidenz haben, an einer Multiplen Sklerose zu erkranken, als Bewohner der norwegischen Küste. Verantwortlich soll die Ernährung sein: Während sich Bewohner des Inlandes mehr von Fleisch und Milchprodukten ernähren (hoher Gehalt an Omega – 6- Fettsäuren), nehmen Küstenbewohner einen Großteil maritime Omega – 3- Fettsäuren zu sich.

Omega – 3- Fettsäuren wirken auf verschiedenen Ebenen auf unser Immunsystem. Genauso wie Vitamin D haben sie eine immunmodulierende Wirkung. Ein schwaches Immunsystem wird also angeregt, während ein überschießendes (z. B bei Autoimmunerkrankungen oder beim gefürchteten Zytokinsturm bei der COVID – 19 Erkrankung) besänftigt wird. 

Diese Wirkungen gehen von den beiden Fettsäuren EPA/DHA aus. Aus der Grundlagenforschung ist mittlerweile gut bekannt, dass aus EPA entzündungshemmende Hormone wie Leukotriene, Resolvine und Prostaglandine der Gruppe 3 entstehen, während DHA zur Bildung von entzündungshemmenden Faktoren wie Protectinen, Resolvinen und Maresinen führt. 

ALA wird nur nur Energiegewinnung verbrannt, nur ein kleiner Teil von weniger als 10% wird in EPA umgewandelt. 

Die Supplementierung von EPA/DHA unterstützt auch eine physiologische Darmflora, indem sie die Biodiversität der Darmmikrobiota fördern. Unter anderem Lactobazillen und Bifidobakterien beugen einer Darmpermeabilität vor, und verringern niederschwellige Entzündungen. Sie sind in der Lage zu einer gesunden Firmicutes/ Bacteriodetes – Ratio beizusteuern.

Unter den strukturellen und funktionalen Aspekten ähnelt das enterische Nervensystem (ENS) stark dem Gehirn. Beide haben den gleichen embryonalen Ursprung, benutzen dasselbe neuronales Netzwerk und kommunizieren auch darüber . 

Mittels des Nervus vagus kommuniziert das ENS ständig mit dem Gehirn. (Darm- Hirn- Achse). Auch die Darmflora tauscht Informationen mit dem Gehirn aus. Deswegen kann das Darmikrobiom direkt, über die vom ENS gebildeten Stoffwechselprodukte oder über eine Modifizierung des mikrobiellen Milieus, das Gehirn beeinflussen. Diese Regulation findet vorwiegend über die Sekretion von Acetylcholin oder den Katecholaminen statt. Die Freisetzung von Acetylcholin verringert die Produktion von entzündungsfördernden Zytokinen wie TNF Alpha oder Interleukin 6. Probiotika und Omega -3- Fettsäuren verbessern somit die Kommunikationsfähigkeit zwischen dem Darm und dem Gehirn. 

COVID – 19 und Omega – 3- Fettsäuren

In Regionen mit einem niedrigen Omega – 3 Index konnte höherer Mortalität festgestellt werde, als in Ländern mit einem höheren Omega – 3 – Index. Oxidativer Stress gepaart mit niedriggradigen Entzündungen, sind oft treibende Faktoren, welche in einer COVID – 19 Infektion münden.  Aufgrund dieser Hyperinflammation können massive Organschäden entstehen und führen oft zu einer erhöhten Mortalität. 

Eine Pilotstudie aus Kalifornien konnte zeigen, dass ein guter Omega – 3 Index die Mortalität und Morbidität von CIVID – 19 positiv beeinflussen kann. 

In einer ersten Interventionsstudie an 128 kritisch erkrankten Patienten, konnte durch die tägliche Supplementierung von 1000 mg Omega – 3 Fettsäuren die 1- Monatssterblichkeit auf der Intensivstation reduziert, als auch die Lungen- und Nierenfunktionsparameter verbessert werden. 

Als Prävention sollten täglich 1000 – 2000 mg Omega – 3 Fettsäuren aufgenommen werden. Omega 3- Fettsäuren gehören zu einer Kategorie an Fettsäuren, welche als GRAS (Generally Recognized As Safe)  bezeichnet werden. Die Sicherheit von EPA/DHA bis zu 5 g täglich, wird auch von der European Food Safety Authority ( EFSA) bestätigt. Zur optimalen Wirksamkeit, sollten Omega – 3- Fettsäuren immer mit Tocopherolen kombiniert werden. 

Empfehlungen für den Alltag

Neben den Einnahmen von Ölen, empfiehlt sich auch ein Blick auf die sonstige Ernährung, dazu gehört eine deutliche Reduktion des Kohlenhydrat und insbesondere des Fruktosekonsums. Beachtet werden sollte auch, was das eigene Essen gegessen hat: So findet sich bei Rindern, welche mit Getreide gefüttert wurden, ein ungünstigeres Omega 6 : Omega 3 Verhältnis, als bei Tieren aus Weidehaltung.

Ähnliches zeigt sich auch bei Lachs: Zuchtlachs enthält 10 mal mehr Omega 6 Fettsäuren, dafür aber weniger Umweltgifte.

Zum Braten eigen sich vor allem gesättigte Fettsäuren wie: Kokosfett, Butterfett oder Schmalz, für die kalte Küche sind grundsätzlich alle Öle geeignet. Bei Smoothies sollte das Fett zum Schluss hinzugefügt werden und der Smoothie sollte, durch den Eintrag von Sauerstoff, so bald wie möglich verzehrt werden.

Literatur

Gröber, U. (2020): Healthy Aging: Gesundheit im Alter ist ein Zufall Teil 1: Pathochemie des Alterns und die Bedeutung von Omega – 3- Fettsäuren, Zs.f. Orthomol. Med. 18: 22-28, Thiemeverlag

Schacky, C. (2021): Omega – 3- Fettsäuren – gesundheitliche Effekte und Diagnose des Mangels, Zs. f. Orthomol. Med. 19: 4-6, Thiemeverlag

Schmiedel, V. (2021): EPA oder DHA- das ist hier die Frage, Zs.f. Orthomol. Med. 19: 7- 9, Thiemeverlag

Gröber, U. (2021): COVID – 19 und Long COVID Bessere Resilienz durch immunrelevante Mikronährstoffe, S: 76 – 82, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart