;ikroimmuntherapie Immunsystem Prävention
Vorbereitung auf den Winter – gut gewappnet gegen Infektionen

Alle Jahre wieder…. kommt auch das Christuskind ;-).

Sobald die kalte Jahreszeit naht, leiden aber auch wieder viele an häufigen Atemwegsinfekten, mit einer verstopften oder triefenden Nase, lästigem Husten, Hals – Kopf – und Gliederschmerzen und Abgeschlagenheit.

Zwar sind wir ständig Erregern ausgesetzt, allerdings sorgen die niedrigen Temperaturen im Herbst und Winter für optimale Bedingungen, damit sich bestimmte Erreger besser und schneller verbreiten können.

Verschiedene Begleitumstände unserer „modernen“ Lebensweise, wie ständiger Stress, Umweltbelastungen, schlechte oder unausgewogene Ernährung, aber auch eine übertriebene Hygiene, führen zu einer Schwächung des Immunsystems.

Die Folge sind rezidivierende Infekte, welche oft schnell und ungezielt mit fiebersenkende Medikamenten und Antibiotika behandelt werden. Dadurch wird aber das hochkomplexe, natürliche Abwehrsystems zunehmend geschwächt, die Infekte werden chronisch.

Unspezifische Reaktionen der angeborenen Immunabwehr wie z. B Fieber sind aber erforderlich, um eine spezifische Immunantwort des Körpers überhaupt auslösen zu können.

„Genau in dieser Schnittstelle, zwischen dem angeborenen und erworbenen Immunsystem, greift die Mikroimmuntherapie ein, um durch eine gezielte und sich wiederholende Informationsübermittlung, dem Immunsystem wieder zu seiner natürlichen Reaktionsfähigkeit und Effizienz in der Infektabwehr zu verhelfen!“

Egal ob Grippe, – Corona,- oder andere Erkältungsviren – in Zeiten von Infektionswellen ist es wichtiger denn je, die Abwehr zu stärken und sich nachhaltig gesund zu halten. Doch wie können wir uns darauf vorbereiten?

Unsere „Abwehr“ im Körper

Unser Immunsystem ist der natürliche Abwehrmechanismus in unserem Körper, der uns, vor potentiellen Erregern oder potentiell schädigenden Einflüssen schützt. Es setzt sich aus einem sehr komplexen System verschiedener Organe, Zellen und Immunbotenstoffen zusammen, die im ganzen Körper verteilt sind.

Wir unterteilen das Immunsystem in 2 Hauptbestandteile:

  • das angeborene, unspezifische Immunsystem
  • das erworbene, spezifische Immunsystem

Das angeborene, unspezifische Immunsystem

Sie ist die erste Abwehrlinie in unserem Körper und umfasst beispielsweise die Haut und die Schleimhäute. Sie erschweren es dem Erreger, in den Körper einzudringen, sofern sie intakt sind. Deshalb gehört zu einer Stärkung des Immunsystems immer auch die Stärkung der Haut und Schleimhäute.

Wird diese erste Barriere überwunden, weil die Haut oder Schleimhaut nicht intakt ist, gelangt es den Erregern in den Körper zu gelangen. In diesem Moment werden die Zellen des angeborenen Immunsystems aktiviert, wie z. B die Fresszellen (Makrophagen) oder auch die Killerzellen. Sie beginnen die Erreger zu vernichten, bei Bedarf informieren sie weitere Immunbotenstoffe, um weitere Immunzellen zu Hilfe zu holen. es kann auch zu Fieber kommen – Fieber ist ein Teil unseres natürlichen Abwehrprozesses. Das angeborene Immunsystem reagiert sehr schnell, dafür aber sehr unspezifisch.

Das erworbene, spezifische Immunsystem

Die angeborene Immunabwehr alleine reicht jedoch in den meisten Fällen nicht aus. Sind die Fress – und Killerzellen nicht in der Lage, die Erreger zu eliminieren, wird das erworbene Immunsystem aktiviert. Die Bestandteile der erworbenen Immunabwehr sind vor allem Immunzellen, wie die T- und B- Zellen, sowie Moleküle, wie die Antikörper. Das erworbene Immunsystem muss zuerst ein Zeichen bekommen, dass es aktiviert wird, deshalb braucht es auch eine vergleichsweise längere Zeit, um reagieren zu können. Dafür arbeitet es aber spezifischer und geht gezielter gegen Erreger vor.

Beide Immunsysteme arbeiten normalerweise Hand in Hand und koordinieren ihr Antwort über Immunbotenstoffe, um die Erreger unter Kontrolle zu bekommen.

Sind die Erreger neutralisiert, also außer Gefecht, werden wieder andere Immunbotenstoffe ausgeschüttet, um den Abschluss der Immunreaktion einzuleiten. Zum Schluss beseitigen die Fresszellen die Überreste der Erreger.

Nach dieser Auseinandersetzung beginnt ein wichtiger Schritt: Das sog. immunologische Gedächtnis wird gebildet. Dringt von nun an ein Erreger ein, der dem Immunsystem bereits bekannt ist, kann es deutlich schneller und effizienter reagieren.

Merkhilfe: Die acht Schritte der Immunantwort

Die acht Schritte der Immunantwort (aus Megemit: Mikroimmuntherapie, ihr Training für das Immunsystem)

Das spezifische Abwehrsystem entwickelt sich erst im Laufe des Lebens durch den Kontakt mit verschiedenen Erregern. Das ist beispielsweise auch ein Grund dafür, dass Infektionskrankheiten gehäuft im Kindesalter auftreten: Das Immunsystem muss erst trainiert werden. Auf der anderen Seite ist auch bekannt, dass mit zunehmendem Alter die Funktionstüchtigkeit des angeborenen und erworbenen Immunsystems abnimmt und ältere Menschen daher anfälliger für Infektionen und andere Krankheitsbilder sind.

Wieso werden wir dann krank?

Wie jedes komplexe System ist auch unsere körpereigene Abwehr darauf angewiesen, dass alle Beteiligten ihre Rolle erfüllen und ihren Aufgaben angemessen nachkommen. Diverse Faktoren können dazu führen, dass unser Immunsystem außer Balance gerät (sogenannte Immunstressoren), sodass das Risiko für Infektionen steigt und verschiedene Erkrankungen begünstigt werden können. Zu den Immunstressoren gehören Fehlernährung, Bewegungsmangel, Schlafstörungen, chronischer Stress sowie umweltbedingte Faktoren (z.B. Umweltgifte). Auch chronische bzw. lang andauernde Infektionen können die Ursache für diese Dysbalance sein. Es ist beispielsweise bekannt, dass Herpesviren wie das Epstein-Barr-Virus (EBV) die Immunfunktion stören und verschiedene Beschwerden, darunter wiederkehrende
Infektionen, nach sich ziehen können.

Genauso können bestimmte Medikamente wie z.B. Antibiotika und fiebersenkende Medikamente, die oftmals zu schnell und ungezielt eingesetzt werden, das hochkomplexe, natürliche Abwehrsystem unter Umständen stören. Deshalb gilt es, das Immunsystem weitestgehend von möglichen Störfaktoren zu befreien und seine Resilienz zu stärken, damit es sich den fortlaufend wandelnden inneren und äußeren Herausforderungen auf flexible Weise anpassen und angemessen reagieren kann.

Immunstressoren (aus Megemit: Mikroimmuntherapie, ihr Training für das Immunsystem)

Der Ansatz der Mikroimmuntherapie

Durch die Gabe unterschiedlicher Immunbotenstoffe in niedrigen Dosierungen unterstützt die Mikroimmuntherapie das Immunsystem in der Auseinandersetzung mit Viren und anderen Erregern. Das Ziel ist, deren Vermehrung zu unterbinden und die Abwehrkräfte zu stärken. Dadurch soll die Infektion weiterer Zellen eingedämmt und gleichzeitig den mit der Infektion einhergehenden Erkrankungen entgegengewirkt werden. Durch die Mikroimmuntherapie kann das Immunsystem zu einer wirksamen Immunantwort zurückgeführt und sein Gleichgewicht nachhaltig unterstützt werden.
Die Mikroimmuntherapeutika kommen oft in der Erkältungszeit vorbeugend zum Einsatz oder immer dann, wenn eine erhöhte Ansteckungsgefahr besteht. Auch während einer Infektion kann die Mikroimmuntherapie den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen.

Anwendung

Die Mikroimmuntherapeutika können bei allen Altersklassen angewendet werden, da sie einfach sublingual (unter der Zunge) einzunehmen sind und aufgrund der niedrigen Dosierungen ein gutes Sicherheitsprofil aufweisen. Sie sind mit anderen therapeutischen Ansätzen kompatibel und können prinzipiell in jeden Präventions bzw. Behandlungsplan integriert werden.

Literatur

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  7. Jacques C et al. The Unitary Micro-Immunotherapy Medicine Interferon-γ (4 CH)
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    Int J Mol Sci. 2022;23(4):2314.
Blog
Überblick über Lactoferrin als natürlichen Immunmodulator – wie ein Milchextrakt unser Immunsystem modulieren kann

Lactoferrin nimmt aufgrund seiner antiviralen, antibakteriellen und immunmodulierenden Eigenschaften eine zentrale Rolle im angeborenen Immunsystem ein. Neugeborene nehmen das Immunprotein bereits über die Muttermilch auf, im Erwachsenenalter kommt er in geringen Mengen in verschiedenen Sekreten vor. Lactoferrin verfügt über vielfältige Funktionen, seine bedeutendste ist es aber, an zelluläre Komponenten des Virus und des Wirtes zu binden, sowie sich an Eisenionen zu heften.

Während einer akuten Infektion unterstützt Lactoferrin die Abwehr gegen den krankmachenden Keim und bei stillen Entzündungen kann es die Entzündungsreaktion reduzieren.

Therapeutisch kann Lactoferrin die Häufigkeit und Schwere der Infektionskrankheiten reduzieren, den Organismus bei Entzündungsprozesse unterstützen und es hat einen positiven Effekt auf den Eisenstoffwechsel und das Darmmikrobiom.

Unser Körper ist täglich krankmachenden Keimen ausgesetzt. Zusätzlich wird er mit Erregern aus der Umwelt, der Ernährung und vor allem Stress konfrontiert. Dementsprechend sollte unser Immunsystem unterstützt werden, welches eine Verteidigungslinie gegen eingedrungene Keime darstellt und auf dessen Signale das erworbene Immunsystem angewiesen ist, um in Aktion treten zu können.

Hier spielt Lactoferrin eine besondere Rolle.

Lactoferrin ist ein körpereigenes Protein und – älter als die Menschheit selbst – eine Ur-Substanz des menschlichen Immunsystems.

Bereits 2009 konnte man erste Studien über Lactoferrin (LF) lesen, das in der Lage war, schädliche Bakterien zu töten, und die Bifidobakterien zu vermehren. Es handelt sich dabei klassischer Weise um ein Glykoprotein, um ein winziges Teilchen aus Aminosäuren und speziellen Zuckermolekülen, welches zwischen schädlichen und unschädlichen Bakterien unterscheiden kann. Lactoferrin ist ein natürlich vorkommendes, sicheres, eisenbindendes,  ungiftiges Protein mit einer antiviralen, immunmodulatorischen und entzündungshemmenden Breitbandwirkung. Als eisenbindendes Protein kann es obendrein noch Eisen transportieren. Die höchsten Konzentrationen finden wir im Colostrum (= erste Muttermilch), auch die reife Muttermilch enthält noch relevante Mengen. Sie schützen das Neugeborene, mit seinen noch unausgereiftem Immunsystem, vor bakteriellen Infektionen und Entzündungen.

In geringen Mengen lässt sich Lactoferrin auch in Epithelzellen anderer Drüsengewebe, wie z. B Speichel, Tränenflüssigkeit und auf den Schleimhäuten nachweisen.

Lactoferrin als Modulator für unser Immunsystem

Der Begriff „immunmodulierend“ bedeutet so viel wie „eine physiologisch positive Beeinflussung der Immunreaktion, sodass ein unteraktives Immunsystem aktiviert und ein überaktives Immunsystem beruhigt wird. Es beeinflusst sowohl das angeborene als auch das erworbene Immunsystem. Lactoferrin hat tatsächlich die Eigenschaft, die Aktivierung, Migration und das Wachstum von Immunzellen hoch -und herunterzuregulieren und spielt eine wichtige Rolle gegen Bakterien, Pilze und Viren. Über Rezeptoren kommuniziert es mit dem Immunsystem und beeinflusst zahlreiche Prozesse wie Immunreaktionen und die Wundheilung. Aufgrund dieser Eigenschaften kann Lactoferrin den Entzündungsprozess und somit auch die Bekämpfung der Keime bei akuten Infekten unterstützen. Lactoferrin übernimmt also bei akuten Entzündungsgeschehen sowie bei stillen Entzündungen („silent Inflammation“) eine entzündungsauflösende Funktion und kann dadurch das Immunsystem unterstützen. Lactoferrin kann nicht nur als ein primärer Schutzfaktor gegen Schleimhautinfektionen angesehen werden, sondern auch als ein vielfältiger Regulator, der bei vielen viralen Infektionsprozessen interagiert. Die Fähigkeit von Lactoferrin, eine starke antivirale Aktivität auszuführen, bestätigt die Annahme, dass es ein wichtiger Schutzfaktor in der Schleimhautwand ist. Dadurch verhindert es den Eintritt des Virus in die Wirtszelle.  

Die entzündungsauflösende Wirkung

Ist eine Infektion überwunden, muss die Reaktion des Immunsystems und auch der Entzündungsprozess wieder reguliert werden. Diese Beendigung der Entzündung ist auch bei den sogenannten stillen Entzündungen („silent inflammation“) wichtig. Diese Entzündungen sind mit fast allen chronischen Erkrankungen unserer Neuzeit verbunden, wie Herz – Kreislauferkrankungen, metabolischen und neurologischen Erkrankungen, entzündlichen Darmerkrankungen, Erkrankungen der Lunge und der Gelenke, sowie Krebs verbunden sind.

Auch die Kollateralschäden müssen nach einer Entzündung unter Kontrolle repariert werden. Hier kann Lactoferrin eine gute Arbeit leisten, da es entzündungsauflösend wirkt. Diese Wirkung beruht auf der Fähigkeit des Lactoferrin, sich an das entzündungsfördernde Lipopolysaccharid (LPS) zu binden und es verhindert dadurch die Produktion der entzündungsfördernden Signalkaskade. Dadurch unterbricht es die starke oder andauernde Aktivierung von Immunzellen.

Auch eine Humanstudie hat bestätigt, dass die Gabe von Lactoferrin bei Entzündungen zu einer Reduktion von Entzündungsmarkern wie Interleukin 6 führt.

Ein weiterer entzündungsauflösender Effekt beruht auf der Tatsache, dass Lactoferrin in der Lage ist, Eisen zu binden. Diese Unterstützung des Eisenstoffwechsel erfolgt auf 2 Ebenen. Bei Entzündungen im Körper ist immer der Eisenstoffwechsel beeinträchtigt. Dies beruht zum einen darauf, dass die Eisenaufnahme im Darm bei intestinalen Entzündungen Im Darm durch die Dysfunktion der Darmschleimhaut verschlechtert wird. Eine Gabe von Lactoferrin kann Entzündungen verringern. Die sogenannten Phagozyten setzen am Entzündungsort auch reaktive Sauerstoffspezies frei, die nicht nur Bakterien töten, sondern auch körpereigenes Gewebe beschädigen. Die dieser Zerstörung werden Eisen – Ionen freigesetzt, welche zu einer weiteren Bildung freier Radikale beitragen können. Lactoferrin bindet hier die freien Eisen – Ionen und verhindert dadurch die Entstehung von oxidativem Stress. Es entfaltet seine entzündungshemmende Wirkung höchstwahrscheinlich durch eine Verbesserung der Eisenaufnahme über die Darmschleimhaut. Daher können Entzündungen immer auch die Eisenverteilung im Körper beeinträchtigen. Eine Gabe von Lactoferrin führt zu einer Verringerung der Entzündungen und gewährleistet den Transport von Eisen aus den Körperzellen in das Blut. Zudem zeigte sich, dass Lactoferrin eine Eisenmangelanämie besser ausgleicht, als die üblicherweise eingesetzten Eisensulfate, die gelichzeitig auch mit Nebenwirkungen behaftet sind.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Eisenaufnahme aus der Nahrung oder ach Nahrungsergänzungsmitteln durch die gleichzeitige Einnahme von Lactoferrin verbessert werden kann.

Weitere Studien zeigen, dass Lactoferrin in der Lage ist, das Verhältnis und die Aktivität von T – Zellen zu steigern oder zu senken.

Lactoferrin und seine Wirkung auf Bakterien

Wie jeder Organismus, so benötigt auch eine Bakterie Eisen für ihren Stoffwechsel. daher nutzt das Immunsystem die Eliminierung von Eisen als Schutz vor Infektionen.

Bei einer akuten Infektion entfällt dieser Schutzmechanismus, Lactoferrin kann aber das entstandene Eisen binden und darüber hinaus tritt Lactoferrin in eine Wechselwirkung mit den Bestandteilen der bakteriellen Zellwand. Dadurch wird die Zellwand destabilisiert und sie macht sich angreifbarer für das körpereigene Enzym Lysozym. Diese Prozesse führen sowohl bei gramnegativen als auch grampositiven Bakterien zum Absterben.

Aber es fördert auch das Wachstum gesundheitsförderlicher Bakterien. Daher begünstigt es auch eine gesunde Zusammensetzung des Darmmikrobioms und fördert, sowohl bei Neugeborenen als auch bei Erwachsenen, eine gesunde Zusammensetzung des Darmmikrobioms. Dies zeigte auch eine klinische Studie zur Schmerzmittel – induzierten Gastroenteropathie. Dabei schwächte Lactoferrin eine Erhöhung der Durchlässigkeit des Dünndarms durch die Schmerzmittel ab, folglich konnte Lactoferrin auch ein Leaky Gut mindern. Für eine Aufrechterhaltung der Darmgesundheit ist auch für die Immunfunktion essentiell, da sich 70 – 80% aller Immunzellen im Darm befinden.

Lactoferrin und seine Wirkung auf Viren

In- vitro Studien zeigen antivirale Effekte von Lactoferrin gegen verschiedene Viren, wie z. B gegen Influenza, Rota, Adeno, Hepatitis, Herpes, und humanes Immundefizienz (HIV), Epstein Barr (EBV) und humanes Papillomavirus (HPV). Der Mechanismus dahinter ist die Blockade eines bestimmten Rezeptors auf der Wirtszelle. Dadurch wird die Bindung an die Wirtszelle und die Infektion verhindert.

Denselben Effekt hat aber auch eine direkte Bindung des Lactoferrin an die Wirtszelle. Lactoferrin hemmt dadurch die Virusvermehrung. Diese Mechanismen bestätigt auch eine Zellkulturstudie aus dem Jahr 2021 für die SARS -CoV – 2 Infektion. Das Ziel der Forschungsgruppe war es, effektive Substanzen gegen eine Coronainfektion zu identifizieren. In diesem Hochsubstanz Screening kamen 1.425 klinische Substanzen zum Einsatz aus der Molekularbibliothek der U.S Food and Drug Administration. Lactoferrin wurde dabei als wirksamste Substanz identifiziert. Die Autoren zogen daher den Schluss, dass Lactoferrin, aufgrund seiner breiten Verfügbarkeit, den vergleichsweise geringen Kosten und seines hervorragenden Sicherheitsprofils, eine direkte Anwendung zur Vorbeugung und Behandlung von COVID – 19 darstellen könnte.

Ein wichtiges Qualitätskriterium- der Reinigungsgrad

Alle Säugetiere produzieren Lactoferrin. Da das menschliche und das bovine (aus Kuhmilch) Lactoferrin nahezu identisch (chemisch ähnlich) sind, wird das Protein aus der Kuhmilch extrahiert.  Es wird  ressourcenschonend aus Kuhmilch gereinigt und in einem mehrstufigen, schonenden Aufreinigungsverfahren, aufbereitet, um Verunreinigungen herauszufiltern. Dadurch werden beispielsweise angeheftete Teile von Bakterien und deren Bestandteile entfernt.

Der Reinheitsgrad von Lactoferrin ist von höchster Relevanz, da die Verunreinigungen die Bioaktivität des Proteins beeinträchtigen können. Zu den möglichen Verunreinigungen gehört unter anderem auch LPS (Lipopolysaccharide): Zu den Funktionen von Lactoferrin gehört unter anderem auch, dieses zu binden. Ist Lactoferrin aber bereits mit diesem Störfaktor beladen, kann diese Funktion nach der Einnahme aber nur unzureichend erfüllt werden. In einer Studie mit schwangeren Frauen konnte gezeigt werden, dass Präparate mit einem hohen Reinigungsgrad die hämatologischen Parameter effektiver verbesserten, als andere. Eine andere Untersuchung von 10 unterschiedlichen kommerziellen Präparaten zeigte deutlich, dass ein Großteil der Präparate verunreinigt waren. Dementsprechend sollte nur ein Präparat zum Einsatz kommen, welches über eine Reinigungsgrad von über 90% verfügt. Darüber hinaus ist entscheidend, dass denaturiertes und somit inaktives Lactoferrin während der Reinigung abgetrennt wird. Da in der Milch, während der Pasteurisierung immer ein bestimmter Anteil denaturiert, sollte dieser im Endprodukt nicht mehr auftauchen. Die Wahl eines hochwertigen Lactoferrin Rohstoffes von geprüfter Qualität, ist entscheidend für die therapeutische Wirkung.

Um zu verhindern, dass Lactoferrin nach der Einnahme in der Magensäure unbrauchbar wird, sollte eine magensäurestabile Kapsel verwendet werden, damit es erst im Dünndarm aufgenommen wird, um dort sein volles Spektrum entfalten zu können. 

Literatur:

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Salaris C, Scarpa M, Elli M, Bertolini A, Guglielmetti S, Pregliasco F, Blandizzi C, Brun P, Castagliuolo I. Protective Effects of Lactoferrin against SARS-CoV-2 Infection In Vitro. Nutrients. 2021 Jan 23;13(2):328. doi: 10.3390/nu13020328. PMID: 33498631; PMCID: PMC7911668.

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Schürmer, K, Wähler, R. (2022): Lactoferrin: Wie ein Milchextrakt Pathogene bekämpfen und das Immunsystem ausgleichen kann, Internationales Journal für orthomolekulare und verwandte Medizin, Sonderdruck 2022 Nr. 179, S. 3-9
 

Blog
Dein Darm – der Wächter deiner Gesundheit Teil 1

Die größte Ursache für die Vielzahl an Darmproblemen unserer modernen Gesellschaft

Wenn du dich für diesen Beitrag interessierst, willst du deinem Darm etwas Gutes tun, oder du hast bereits konkrete, gesundheitliche Beschwerden. 

Einige davon sind:

  • Hautprobleme
  • andauernde Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • Allergien, Histaminprobleme oder Autoimmunsymptome
  • Verdauungsbeschwerden wie Durchfall oder Verstopfung
  • Blähungen oder Völlegefühl besonders nach dem Essen
  • erhöhte Infektanfälligkeit für Schnupfen oder Erkältungen
  • Kopfschmerzen oder Konzentrationsschwierigkeiten
  • Heißhungerattacken oder Übergewicht und vieles mehr

Millionen von Menschen leiden unter diesen Beschwerden, vielfach ist der Grund dieser Probleme eine einzige Ursache: Der Darm

Was ist die Ursache, dass rund 40% aller Menschen Darmprobleme haben? Und warum steigen Darmerkrankungen exponentiell an?

Der Darm dient nicht nur der Verdauung und der Aufnahme von Nährstoffen, sondern er ist auch an der Immunfunktion beteiligt. Konkret bedeutet dies, dass rund 70% des Immunsystems im Darm angesiedelt sind.

Ein optimales Verdauungssystem ist wichtig, um  die Nährstoffe aus der Nahrung optimal aufzunehmen. Diese liefern uns Energie und sind die Bausteine für die Heilung und die Reparatur.

Er ist aber auch eine Art Übergangsgrenze zwischen dem Körper und verschiedenen Einflüssen aus der Natur wie: Giftstoffen, Nahrungsbestandteile, Chemikalien, bakterielle  und virale Bestandteile und vieles mehr. Befinden sich diese Im Darm können sie noch nicht viel Unheil anrichten.

Schaffen sie es aber, das Barrieresystem des Darm zu durchdringen, weil er undicht oder entzündet ist, gelangen diese Schadstoffe in den Körper und können überall Entzündungen verursachen. Dieses Phänomen kennen wir auch unter dem Namen Leaky Gut, oder undichter Darm. 

Dadurch kann eine Virusinfektion sich schneller im Körper ausbreiten und auch zu einem schwereren Krankheitsverlauf führen. 

Die Ursache für einen undichten Darm ist immer dieselbe: Das Mikrobiom und der Darm befinden sich nicht mehr im Gleichgewicht. 

Das Mikrobiom besteht aus etwa 100 Billionen symbiotischer Mikroben. Jedes Mikrobiom ist so einzigartig, wie der Finderabdruck eines Menschen. 95% des Mikrobioms befinden sich im Darm und es kann bis zu 2 kg schwer sein. 

Die Bakterien helfen dem Darm bei der Verdauung und produzieren Hormone, Neurotransmitter, Fettsäuren, Vitamine und viele weitere Stoffe. Sie bewahren den Darm vor Infektionen und halten den pH Wert im Darm aufrecht. 

Dieses lebensnotwendige Zusammenleben nennen wir eine Symbiose. 

Wird dieses Gleichgewicht allerdings durch verschiedene Faktoren negativ beeinflusst, verändert sich die Darmflora negativ und wird sprechen von einer Dysbiose, einem Ungleichgewicht. 

Deshalb gilt:

Das Milieu muss im Gleichgewicht bleiben und genügend Biodiversität haben

Studien ergaben:

  • Menschen mit einer geringen bakteriellen Diversität, hatten mehr Probleme als Menschen mit einer größeren Diversität. Dazu zählten Beschwerden oder Erkrankungen wie: Darmbeschwerden, Verdauungsprobleme, Lebensmittelunverträglichkeiten, entzündliche Darmerkrankungen, Diabetes Typ 1 und 2, Hautbeschwerden, Arthrose, Verkalkungen der Gefäßwände. 
  • Auch die Langlebigkeit wird mit einer höheren Mikrobenvielfalt assoziiert

Merke dir:

Eine hohe Mikrobenvielfalt scheint allgemein ein guter Indikator für einen gesunden Darm und Langlebigkeit zu sein!

Der Darm darf natürlich auch mal ganz natürlich durchlässig sein, nur nicht immer, wie bei vielen Menschen. 

Ein chronisch undichter Darm ist ein Zustand, von dem ca. 50% der westlichen Bevölkerung betroffen ist. Das fatale daran ist, dass es viele oft nicht merken, da oft keine direkten Beschwerden auftreten, die mit dem Darm in Verbindung gebracht werden. 

Dieser Prozess passiert oft schleichend.

Was macht einen gesunden Darm überhaupt aus?

  • eine gute Mikrobenvielfalt
  • wenig unfreundliche Mikroben
  • eine starke Darmschleimhaut, die die Darmzellen schützt
  • starke Tight Junctions (enge Bindeglieder), die die Darmzellen zusammenhalten
  • wenig bis gar keine Darmentzündungen

Was passiert, wenn der Darm geschädigt wird?

Primär entsteht eine Dysbiose (Ungleichgewicht, weil zu viele schlechte Mikroben die Überhand übernommen haben. In diesem Fall gibt es weniger der sogenannten „Leitkeimstämme“. Sie leiten andere Bakterienstämme zu bestimmten Funktionen an. 

Die Aufgaben dieser Leitmikroben sind folgende:

  • die Mikroben kontrollieren und dafür sorgen, dass genügend gute Mikroben vorhanden sind
  • die Undurchlässigkeit der Darmwand sichern
  • Die Kommunikation zwischen dem Mikrobiom und den Darmzellen aufrechterhalten
  • Die Kommunikation zwischen de Immunsystem und dem Mikrobiom aufrechterhalten

Ist die Darmwand erst gestört, öffnet sie die Tür für weitere chronische Probleme, wie:

  • zu viele schlechte Mikroben können sich breit machen
  • Die Darmschleimhaut kann sich auflösen: Die Schutzschicht für die Darmzellen verschwindet und entzündet sich
  • der Darm wird durchlässig, auch Leaky Gut oder durchlässiger Darm, bezeichnet
  • zu viele unerwünschte Moleküle kommen durch die kaputte Darmwand in den Körper. Diese können sich überall verteilen und im gesamten Körper chronische Entzündungen hervorrufen (Silent Inflammation)
  • Das Immunsystem reagiert über und muss überall Brände löschen, kommt aber nicht mehr hinterher. 

Bei vielen Menschen können Krankheiten und chronische Leiden auf eine Störung der Darmflora zurückgeführt werden. Darunter gehören auch die Fettleibigkeit, entzündliche Darmerkrankungen und Darmkrebs, dieses Ergebnis ergab eine Studie aus dem Jahr 2014.

Da wir immer mehr den Zusammenhang zwischen Darm und chronischen Krankheiten verstehen, ist eine Modulation des Darmmikrobioms ein Thema, das auf ein großes Interesse stößt.

Besonders die Fettleibigkeit hat mit einem kaputten Darm zu tun.

Denn eines der Moleküle, das über den kaputten Darm passieren kann, ist in Studien zur Fettleibigkeit besonders häufig vorhanden, war das LPS (Lipopolysaccahride).

In einer Studie von 2010 konnte gezeigt werden, dass bei fettleibigen Menschen mit einer Fettleber,  erhöhte LPS Spiegel im Blut gemessen wurden. 

Wie du jetzt zu einer großen Mikrobenvielfalt kommst, erfährst du im 2. Teil der Darmserie. 

Literatur

Valdes A M, Walter J, Segal E, Spector T D. Rolle der Darmmikrobiota in Ernährung und Gesundheit BMJ 2018; 361 :k2179 doi:10.1136/bmj.k2179

eingesehen am, 04.01.2022 unter

Rolle der Darmmikrobiota in Ernährung und Gesundheit | Das BMJ

Kong F, Deng F, Li Y, Zhao J. Die Identifizierung von Darmmikrobiom-Signaturen, die mit Langlebigkeit assoziiert sind, bietet ein vielversprechendes Modulationsziel für gesundes Altern. Darmmikroben. 2019;10(2):210-215. doi: 10.1080/19490976.2018.1494102. Epub 2018 24. August. PMID: 30142010; PMCID: PMC6546316.

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Die Identifizierung von Darmmikrobiom-Signaturen, die mit Langlebigkeit assoziiert sind, bietet ein vielversprechendes Modulationsziel für gesundes Altern – PubMed (nih.gov)

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Vorteilhafte Modulation der Darmmikrobiota – PubMed (nih.gov)

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Die Darm-Hirn-Schranke bei schweren Depressionen: Darmschleimhautdysfunktionsstörung mit einer erhöhten Translokation von LPS aus gramnegativen Enterobakterien (Leaky Gut) spielt eine Rolle in der entzündlichen Pathophysiologie der Depression – PubMed (nih.gov)

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eingesehen, am 06.01.2022

Assoziation zwischen Faecalibacterium prausnitzii Reduktion und entzündlichen Darmerkrankungen: Eine Meta-Analyse und systematische Literaturrecherche (nih.gov)

Cani PD, de Vos WM. Nützliche Mikroben der nächsten Generation: Der Fall von Akkermansia muciniphila. FrontMikrobiol. 22. September 2017;8:1765. doi: 10.3389/fmicb.2017.01765. PMID: 29018410; PMCID: PMC5614963.

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eingesehen, 06.01.2022 unter 

Erhöhte Endotoxinspiegel bei nichtalkoholischer Fettlebererkrankung (nih.gov)

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Zink – ein unterschätztes Element?

Der menschliche Körper enthält ca. 1-2 g Zink, wobei etwa 90% in Knochen, Muskeln, Haut und Haaren und nur etwa 1% im Blut zu finden sind. Zink finden wir in der Leber (Schwein, Kalb) sowie Muscheln (Austern) aber auch in Linsen, Erbsen, Weizenvollkorn, weißen Bohnen, Mais und Haferflocken. Allerdings wird das pflanzliche Zink schlechter aufgenommen, als das tierische. Obwohl Zink für eine Vielzahl von Prozessen in unserem Körper verantwortlich ist, gibt es bis heute keinen Laborparameter, mit dem man den Zinkstatus zuverlässig bestimmen kann. 

Zink ist sowohl für Pflanzen und Tiere essenziell und gehört zu den Spurenelementen. Mengenmäßig ist es das bedeutendste Spurenelement in unserm Körper.

Zink ist an allen Lebensvorgängen beteiligt: am Wachstum, an der Entwicklung und auch für Reparaturprozesse ist es unerlässlich. 

Vor allem wird Zink in folgenden Körperprozessen gebraucht:

Zink ist für die Funktion von über 200 Enzymen verantwortlich. Es ist wichtig für den Hormonstoffwechsel, das Immunsystem sowie für den Zellschutz. Insbesondere können für Zink folgende Wirkungen nachgewiesen werden:

  • Zink unterstützt einen normalen Energiestoffwechsel und trägt dazu bei, die Zellen vor dem oxidativen Stress zu schützen
  • Zink spielt eine wesentliche Rolle im Stoffwechsel des Bindegewebes, denn es fungiert als Cofaktor für zahlreiche Enzyme wie die alkalische Phosphatase, welche eine wichtige Aufgabe bei der Knochenmineralisierung spielt, sowie der Kollagenase, welche notwendig für die Bildung von Knochengewebe ist
  • Die Einnahme von Zink kann zu einer Verringerung der Osteoporose führen
  • Zinkmangel kann zu einer Störung in der DNA und Proteinsynthese führen, was schädliche Auswirkung auf die Knochenbildung hat
  • Zink hat antioxidative Eigenschaften und wirkt dadurch freien Radikalen entgegen, die bei Entzündungen entstehen
  • Ein Zinkmangel kann zu Kleinwuchs, verspäteter sexueller Entwicklung, Haarverlust, Durchfall, Immunschäden, schlechter Wundheilung, Nachtblindheit, Depression, Verhaltensstörungen und Hautrötungen führen
  • Bei einem Zinkmangel kann die fein abgestimmte Selbstregulation des Immunsystems aus dem Gleichgewicht geraten. Bereits ein leichter Zinkmangel kann ein abgeschwächtes Immunsystem zur Folge haben
  • Zink unterstützt die Wundheilung und eignet sich deshalb auch zur Schleimhautverbesserung
  • Die Einnahme von Zink kann innerhalb von 3 Monaten zu einer Verbesserung der Leaky gut Symptomatik führen
  • Patienten, die aufgrund einer Chemotherapie eine Mundschleimhauentzündung entwickelt hatten, zeigten durch die zusätzliche Einnahme von Zink eine verbesserte Wundheilung der Schleimhäute
  • Immunabwehr (Differenzierung der T – Zellen und überführen in die aktive Form, Beeinflussung der T- Helferzellen, TK, NK Zellen und der Lymphokine, Stabilisierung der Zellmembran der Schleimhäute)
  • Metabolismus (Förderung der Insulinspeicherung in der Bauchspeicheldrüse, Cofaktor des Hormonstoffwechsels von Insulin, Glukagon, Schilddrüsen und Wachstumshormonen
  • Sinnes – und Nervenfunktionen (Cofaktor der Neurotransmitter /Dopaminsynthese)
  • Hormonsynthese – und speicherung
  • Antioxidans
  • Haut, Haare, Nägel (Förderung der Wundheilung, Regulation der Verhornung der Haut)
  • Fortpflanzung ( Cofaktor der Spermatogenese und Testosteronsynthese)
  • Entgiftung (Beteiligung am Alkoholabbau, Unterstützung des Ammoniakabbaus durch die Umwandlung in Harnstoff)

Vorkommen

Zink kommt vor allem in Nahrungsmitteln tierischer Herkunft vor. Zum einen enthalten sie in der Regel höhere Konzentrationen an Zink, zum anderen ist die Bioverfügbarkeit von Zink aus tierischen Quellen höher. Insbesondere Muskelfleisch, Innereien, Austern, Milchprodukte, Eier, Fisch und Hartkäse. Hohe Konzentrationen findet man auch in Weizenkeimen, Spinat, Haferflocken, Vollkornprodukten, Weizenkleie oder Sonnenblumenkernen. 

Da Zink in der Außenschale des Getreides zu finden ist, hängt die Aufnahme auch vom Ausmahlungsgrad des Getreides ab. 

Besonders bei Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, soll auf eine angemessene Zinkzufuhr geachtet werden.

Wie viel Zink aufgenommen wird, hängt aber auch von absorptionshemmenden Faktoren ab. Dazu gehören:

  • Komplexbildner ( Phytinsäure oder Phosphat)
  • Casein
  • einige Ballaststoffe wie Lignin, Cellulose oder Hemicellulosen

Die Hauptursache für die schlechte Verwertbarkeit Zink pflanzlicher Herkunft ist der Phythinsäuregehalt. Dieser setzt nicht nur die orale Bioverfügbarkeit herunter, sondern entzieht auch endogenes Zink der Rückresorption. Bei einer gleichzeitig hohen Calciumaufnahme, wird dieser Effekt noch verstärkt. 

Werden gleichzeitig tierische Eiweiße gegessen, verbessert sich die orale Bioverfügbarkeit wieder. Auch Tanine, wie sie in Wein, Kaffee und Tee zu finden sind, verschlechtern die Bioverfügbarkeit von Zink

Aber auch:

  • bestimmte Spurenelemente wie hohe Mengen an Kupfer, Eisen oder Calcium
  • Alkohol
  • Kaffee

können die Zinkaufnahme beeinträchtigen. 

Fördernde Faktoren sind:

  • Tierische Proteine
  • Komplexbildende Aminosäuren wie Cystein und Histidin
  • organische Säuren wie Zitronen- oder Weinsäure
  • Inulin

Etwa 95% des Gesamtkörperbestandes von Zink finden wir intrazellulär. Gewebe mit einem hohen Zinkgehalt sind: Leber, Pankreas, Muskeln, Hoden, Prostata, sowie die Retina des Auges.  Höhere Konzentrationen finden sich auch in der Haut, Haaren, Nägeln und Knochen. 

Im Plasma hingegen sind nur 0,1% des Gesamtkörpergehaltes vorhanden. Bei Bedarf können kleinere Speicher an Zink mobilisiert werden. Sie sind jedoch, verglichen mit dem Eisenspeicher relativ klein, sodass eine kontinuierliche Zufuhr von Zink notwendig ist. 

Das Zinkgleichgewicht wird vorwiegend über die Anpassung der Aufnahme und Ausscheidung reguliert. Die Ausscheidung erfolgt vorwiegend über den Stuhl, das Pankreassekret und über die Nieren. Geringe Verluste sind auch über die Menstruation, Sperma oder auch über den Schweiß möglich. Die biologische Halbwertszeit von Zink beträgt 280 Tage. 

Geeignete Zinkverbindungen

Geeignete Zinkverbindungen sind Zinkgluconat und Zink – mono – L – Methioninsulfat.

Zinkgluconat hate eine höhere Bioverfügbarkeit als Zinksulfat und zeigt nachweislich sehr gute Wirkung bei der Wundheilung. Es ist auch effektiv in der Behandlung von Magengeschwüren, und hat sich auch in der Behandlung von Akne und Erkältungen bewährt.

Zink- mono – L- Methioninsulfat ist auch unter der Bezeichnung Zink – Monomethionin oder Zinkmethionin bekannt. Es hat eine höhere Bioverfügbarkeit als Zinksulfat und Zinkoxid und deshaln auch bessere antioxidative und immunstärkende Eigenschaften.

Referenzwerte

Ein gesunder Mensch verbraucht täglich 2 -3 mg Zink. Die empfohlenen Zufuhrmengen schwanken von Staaten zu Staaten. Der tägliche Zinkbedarf wurde auf 10 – 16 mg täglich festgelegt.  

Die Referenzwerte für den D- A- CH Raum wurden 2019 aktualisiert und an den Phytinsäuregehalt der aufgenommenen Nahrung angepasst, das vor allem in Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten reichlich enthalten ist. 

Eine hohe Phytatzufuhr kann deshalb die Bioverfügbarkeit von Zink um 50% senken, weshalb die Zinkzufuhr dementsprechend angepasst werden muss. Der individuelle Bedarf kann, aufgrund von Krankheiten auch noch höher sein. Insbesondere ältere Menschen haben oft ein erhöhtes Risiko für einen Zinkmangel. Neben einer unzureichenden Zufuhr kann auch eine verminderte Aufnahme oder erhöhte Verluste (Schwitzen, Durchfall, Zuckerkrankheit, Einnahme von Diuretika oder Alkoholmissbrauch) eine Rolle spielen. Zinkmangel stellt auch ein Risikofaktor für eine Osteoporose dar. 

Mögliche Ursachen eines Zinkmangels

  • Unzureichende Zufuhr
  • verminderte Resorption
  • erhöhte Verluste
  • vermehrter Bedarf
  • überwiegend pflanzliche Ernährung, parenterale Ernährung
  • überwiegende pflanzliche Nahrung, altersbedingte Veränderungen des Darms, entzündliche Darmerkrankungen, Zustand nach einer Darmresektion, Leber- Pankreaserkrankungen, genetisch bedingte Resorptionsstörungen
  • Durchfall, erhöhte Ausscheidung über die Nieren oder über den Schweiß
  • Schwangerschaft und Stillzeit, Wachstumsphasen, Ausdauersport, Krankheits- und Heilungsprozesse

Risikogruppen für einen Zinkmangel

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere und Stillende
  • Senioren
  • Vegetarier und Veganer
  • Alkoholiker
  • Patienten mit gastrointestinalen Erkrankungen
  • Personen Mit einer HIV Erkrankung
  • Leistungssportler

Symptome eines Zinkmangels

  • Allgemeinbefinden
  • Haut, Haare, Nägel
  • Immunsystem
  • Nervensystem
  • Stoffwechsel
  • Blut
  • Fortpflanzung
  • Appetitlosigkeit, Müdigkeit
  • Wundheilungsstörungen, Haarausfall, brüchige und weißfleckige Nägel
  • erhöhte Infektanfälligkeit, Thymusatrophie
  • Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität, Depressionen
  • Gerinnungsstörungen, Anämie
  • Fertilitätsstörungen, Ovulationsstörungen

Zink moduliert das Immunsystem

Unter den essenziellen Mikronährstoffen, die für eine normale Funktion des Immunsystems wichtig sind, spielt Zink eine besondere Rolle. es unterstützt Teile des angeborenen und erworbenen Immunsystems, zu denen die drei Hauptverteidigungslinien:

  • epitheliale Barrieren
  • zelluläre Abwehr
  • Antikörper gehören

Eine unzureichende Zinkversorgung beeinträchtigt die Bildung und die Aktivität der Phagozyten und der natürlichen Killerzellen. Dadurch scheint Zink einen indirekten Einfluss auf das Erkrankungsrisiko, die – dauer und die – intensität zu haben. Zudem hemmt Zink entzündungsfördernde Zytokine und hemmt dadurch das Infektionsgeschehen. Ein Zinkmangel führt zu einer Überproduktion von entzündungsfördernden Mediatoren. Die Anzahl der T- Zellen nimmt ab. Viele Studien bestätigen, dass der Zinkmangel mit dem Alter zunimmt. Möglicherweise gibt es auch einen Zusammenhang zwischen einem altersbedingten Zinkmangel und einem Nachlassen der Immunfunktion im Alter. Eine Zinksupplementierung kann insbesondere bei älteren Menschen zur einer Stärkung des Immunsystems dienen. 

Zink und Atemwegsviren

Zink besitzt antivirale Eigenschaften, vor allem eine lokale Wirkung im Rachenraum. Ein bereits geschwächter Körper bietet Atemwegsviren ein ideales Milieu, um sich zu vermehren. In vitro blockiert Zink das Andocken des Virus an die Rezeptoren auf den Schleimhäuten, über die der Erreger eindringt. Eine aktuelle, Metaanalyse randomisierter, doppelblinder, placebokontrollierter Studien ergab, dass eine hohe Dosierung von Zinkacetat – Lutschtabletten die Dauer von Erkältungssymptomen um 22% (Niesen) bis 54% (Muskelschmerzen) reduzierte. 

Zink und COVID – 19

Zink verfügt über eine starke antivirale und immunmodulierende Eigenschaft, und kann so bei vulnerablen Gruppen zur unterstützenden Therapie eingesetzt werden. Durch Zink kann auch die Wirksamkeit von COVID Medikamenten steigern. Der Großteil der COVID – 19 Patienten hatte bei der Krankenhauseinlieferung einen akuten Zinkmangel. Patienten mit einem Zinkmangel (unter 50 ng/dl)hatten einen schwereren Krankheitsverlauf und eine höhere Komplikationsrate. Außerdem entwickelten sie häufiger ein akutes Atemnotsyndrom oder hatten längere Klinikaufenthalte und eine höhere Mortalität. 

Empfehlungen für die Praxis und Dosierung

Die empfohlenene Zinkzufuhrmengen liegen bei Männern bei 10 mg und bei Frauen bei 7 mg täglich (DACH, 2008). Schwangere sollten eine Tagesdosis von 11 mg wählen und Stillende von 12 mg.

Ältere Menschen und 20% aller Frauen haben einen erhöhten Bedarf an Zink. Ein Zinkmangel kann sich aufgrund der Ernährung entwickeln, wenn etwa hohe Phytatgehalte in Getreide die Absorption im Darm verhindern. Auch ein hoher Verzehr von Proteinen z. b bei Sportlern, Alkoholismus Malabsorption im Darm, chronische Nierenerkrankungen und andere chronische Erkrankungen, können Faktoren für einen Zinkmangel sein. Die meisten Autoimmunerkrankungen gehen mit einem Zinkmangel einher. Ebenso wird Zink im Rahmen einer Entgiftung vermehrt ausgeschieden.

Die empfohlene ernährungsmedizinische Dosierung liegt für Männer und Frauen bei 20 – 100 mg täglich.

Klinische Studien konnten die Wirksamkeit von Zink zur Prävention und Behandlung von viralen Atemwegserkrankungen bestätigen. Zink kann die Dauer und die Schwere einer Erkrankung signifikant reduzieren. Um Virusinfektionen vorzubeugen, sollten ältere Menschen, Erwachsene und Jugendliche täglich 10 – 20 mg Zink supplementieren. 

Für eine therapeutische Wirksamkeit bei akuten Infektionen sind eine ausreichend hohe Zinkkonzentration, sowie der direkte Kontakt der Zinkionen mit der Virusoberfläche notwendig. In der Therapie akuter Atemwegsinfekte sollten daher Lutschtabletten mit Zink (Zinkacetat oder Zinkglukonat) angewendet werden, damit die freien Zinkionen ihre virushemmende Wirkung entfalten können. 

Literatur

Gröber, U. et al. (2020):Corona, Influenza & Co. – Stellenwert von Nährstoffen bei virusbedingten Atemwegserkrankungen, OM – Zs.f. Orthomol. Med. 18:6 -12

Gröber, U. (2020): COVID – 19 – Update für Senioren: Die Anti- SARS- CoV- 2 Eigenschaften ausgewählter Mikronährstoffe, Zs. f. Orthomol. Med. 18: 5-14

Gröber, U. (2021): COVID – 19 und Long COVID Bessere Resilienz durch immunrelevante Mikronährstoffe, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 1. Auflage, S: 22- 35

Neidler, S. (2021): Handbuch der wichtigsten Mikronährstoffe, S. 30 – 32

Schmiedl, V. (2019): Nährstofftherapie, Orthomolekulare Medizin in Prävention, Diagnostik und Therapie, S: 153 – 157, 4. Auflage, Thiemeverlag

Shakoor h, Feehan J, AI Dhaheri AS, et al. Immunstärkende Rolle der Vitamine D, C, E, Zink, Selen und Omega 3 Fettsäuren: Könnten sie gegen COVID helfen? Maturitas.2021;143:1-9. 

Gröber U.,Classen HG.,Kisters K. (2020). Zink das unterschätzte Element, MMP, S: 149 – 157