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Überblick über Lactoferrin als natürlichen Immunmodulator – wie ein Milchextrakt unser Immunsystem modulieren kann

Lactoferrin nimmt aufgrund seiner antiviralen, antibakteriellen und immunmodulierenden Eigenschaften eine zentrale Rolle im angeborenen Immunsystem ein. Neugeborene nehmen das Immunprotein bereits über die Muttermilch auf, im Erwachsenenalter kommt er in geringen Mengen in verschiedenen Sekreten vor. Lactoferrin verfügt über vielfältige Funktionen, seine bedeutendste ist es aber, an zelluläre Komponenten des Virus und des Wirtes zu binden, sowie sich an Eisenionen zu heften.

Während einer akuten Infektion unterstützt Lactoferrin die Abwehr gegen den krankmachenden Keim und bei stillen Entzündungen kann es die Entzündungsreaktion reduzieren.

Therapeutisch kann Lactoferrin die Häufigkeit und Schwere der Infektionskrankheiten reduzieren, den Organismus bei Entzündungsprozesse unterstützen und es hat einen positiven Effekt auf den Eisenstoffwechsel und das Darmmikrobiom.

Unser Körper ist täglich krankmachenden Keimen ausgesetzt. Zusätzlich wird er mit Erregern aus der Umwelt, der Ernährung und vor allem Stress konfrontiert. Dementsprechend sollte unser Immunsystem unterstützt werden, welches eine Verteidigungslinie gegen eingedrungene Keime darstellt und auf dessen Signale das erworbene Immunsystem angewiesen ist, um in Aktion treten zu können.

Hier spielt Lactoferrin eine besondere Rolle.

Lactoferrin ist ein körpereigenes Protein und – älter als die Menschheit selbst – eine Ur-Substanz des menschlichen Immunsystems.

Bereits 2009 konnte man erste Studien über Lactoferrin (LF) lesen, das in der Lage war, schädliche Bakterien zu töten, und die Bifidobakterien zu vermehren. Es handelt sich dabei klassischer Weise um ein Glykoprotein, um ein winziges Teilchen aus Aminosäuren und speziellen Zuckermolekülen, welches zwischen schädlichen und unschädlichen Bakterien unterscheiden kann. Lactoferrin ist ein natürlich vorkommendes, sicheres, eisenbindendes,  ungiftiges Protein mit einer antiviralen, immunmodulatorischen und entzündungshemmenden Breitbandwirkung. Als eisenbindendes Protein kann es obendrein noch Eisen transportieren. Die höchsten Konzentrationen finden wir im Colostrum (= erste Muttermilch), auch die reife Muttermilch enthält noch relevante Mengen. Sie schützen das Neugeborene, mit seinen noch unausgereiftem Immunsystem, vor bakteriellen Infektionen und Entzündungen.

In geringen Mengen lässt sich Lactoferrin auch in Epithelzellen anderer Drüsengewebe, wie z. B Speichel, Tränenflüssigkeit und auf den Schleimhäuten nachweisen.

Lactoferrin als Modulator für unser Immunsystem

Der Begriff „immunmodulierend“ bedeutet so viel wie „eine physiologisch positive Beeinflussung der Immunreaktion, sodass ein unteraktives Immunsystem aktiviert und ein überaktives Immunsystem beruhigt wird. Es beeinflusst sowohl das angeborene als auch das erworbene Immunsystem. Lactoferrin hat tatsächlich die Eigenschaft, die Aktivierung, Migration und das Wachstum von Immunzellen hoch -und herunterzuregulieren und spielt eine wichtige Rolle gegen Bakterien, Pilze und Viren. Über Rezeptoren kommuniziert es mit dem Immunsystem und beeinflusst zahlreiche Prozesse wie Immunreaktionen und die Wundheilung. Aufgrund dieser Eigenschaften kann Lactoferrin den Entzündungsprozess und somit auch die Bekämpfung der Keime bei akuten Infekten unterstützen. Lactoferrin übernimmt also bei akuten Entzündungsgeschehen sowie bei stillen Entzündungen („silent Inflammation“) eine entzündungsauflösende Funktion und kann dadurch das Immunsystem unterstützen. Lactoferrin kann nicht nur als ein primärer Schutzfaktor gegen Schleimhautinfektionen angesehen werden, sondern auch als ein vielfältiger Regulator, der bei vielen viralen Infektionsprozessen interagiert. Die Fähigkeit von Lactoferrin, eine starke antivirale Aktivität auszuführen, bestätigt die Annahme, dass es ein wichtiger Schutzfaktor in der Schleimhautwand ist. Dadurch verhindert es den Eintritt des Virus in die Wirtszelle.  

Die entzündungsauflösende Wirkung

Ist eine Infektion überwunden, muss die Reaktion des Immunsystems und auch der Entzündungsprozess wieder reguliert werden. Diese Beendigung der Entzündung ist auch bei den sogenannten stillen Entzündungen („silent inflammation“) wichtig. Diese Entzündungen sind mit fast allen chronischen Erkrankungen unserer Neuzeit verbunden, wie Herz – Kreislauferkrankungen, metabolischen und neurologischen Erkrankungen, entzündlichen Darmerkrankungen, Erkrankungen der Lunge und der Gelenke, sowie Krebs verbunden sind.

Auch die Kollateralschäden müssen nach einer Entzündung unter Kontrolle repariert werden. Hier kann Lactoferrin eine gute Arbeit leisten, da es entzündungsauflösend wirkt. Diese Wirkung beruht auf der Fähigkeit des Lactoferrin, sich an das entzündungsfördernde Lipopolysaccharid (LPS) zu binden und es verhindert dadurch die Produktion der entzündungsfördernden Signalkaskade. Dadurch unterbricht es die starke oder andauernde Aktivierung von Immunzellen.

Auch eine Humanstudie hat bestätigt, dass die Gabe von Lactoferrin bei Entzündungen zu einer Reduktion von Entzündungsmarkern wie Interleukin 6 führt.

Ein weiterer entzündungsauflösender Effekt beruht auf der Tatsache, dass Lactoferrin in der Lage ist, Eisen zu binden. Diese Unterstützung des Eisenstoffwechsel erfolgt auf 2 Ebenen. Bei Entzündungen im Körper ist immer der Eisenstoffwechsel beeinträchtigt. Dies beruht zum einen darauf, dass die Eisenaufnahme im Darm bei intestinalen Entzündungen Im Darm durch die Dysfunktion der Darmschleimhaut verschlechtert wird. Eine Gabe von Lactoferrin kann Entzündungen verringern. Die sogenannten Phagozyten setzen am Entzündungsort auch reaktive Sauerstoffspezies frei, die nicht nur Bakterien töten, sondern auch körpereigenes Gewebe beschädigen. Die dieser Zerstörung werden Eisen – Ionen freigesetzt, welche zu einer weiteren Bildung freier Radikale beitragen können. Lactoferrin bindet hier die freien Eisen – Ionen und verhindert dadurch die Entstehung von oxidativem Stress. Es entfaltet seine entzündungshemmende Wirkung höchstwahrscheinlich durch eine Verbesserung der Eisenaufnahme über die Darmschleimhaut. Daher können Entzündungen immer auch die Eisenverteilung im Körper beeinträchtigen. Eine Gabe von Lactoferrin führt zu einer Verringerung der Entzündungen und gewährleistet den Transport von Eisen aus den Körperzellen in das Blut. Zudem zeigte sich, dass Lactoferrin eine Eisenmangelanämie besser ausgleicht, als die üblicherweise eingesetzten Eisensulfate, die gelichzeitig auch mit Nebenwirkungen behaftet sind.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Eisenaufnahme aus der Nahrung oder ach Nahrungsergänzungsmitteln durch die gleichzeitige Einnahme von Lactoferrin verbessert werden kann.

Weitere Studien zeigen, dass Lactoferrin in der Lage ist, das Verhältnis und die Aktivität von T – Zellen zu steigern oder zu senken.

Lactoferrin und seine Wirkung auf Bakterien

Wie jeder Organismus, so benötigt auch eine Bakterie Eisen für ihren Stoffwechsel. daher nutzt das Immunsystem die Eliminierung von Eisen als Schutz vor Infektionen.

Bei einer akuten Infektion entfällt dieser Schutzmechanismus, Lactoferrin kann aber das entstandene Eisen binden und darüber hinaus tritt Lactoferrin in eine Wechselwirkung mit den Bestandteilen der bakteriellen Zellwand. Dadurch wird die Zellwand destabilisiert und sie macht sich angreifbarer für das körpereigene Enzym Lysozym. Diese Prozesse führen sowohl bei gramnegativen als auch grampositiven Bakterien zum Absterben.

Aber es fördert auch das Wachstum gesundheitsförderlicher Bakterien. Daher begünstigt es auch eine gesunde Zusammensetzung des Darmmikrobioms und fördert, sowohl bei Neugeborenen als auch bei Erwachsenen, eine gesunde Zusammensetzung des Darmmikrobioms. Dies zeigte auch eine klinische Studie zur Schmerzmittel – induzierten Gastroenteropathie. Dabei schwächte Lactoferrin eine Erhöhung der Durchlässigkeit des Dünndarms durch die Schmerzmittel ab, folglich konnte Lactoferrin auch ein Leaky Gut mindern. Für eine Aufrechterhaltung der Darmgesundheit ist auch für die Immunfunktion essentiell, da sich 70 – 80% aller Immunzellen im Darm befinden.

Lactoferrin und seine Wirkung auf Viren

In- vitro Studien zeigen antivirale Effekte von Lactoferrin gegen verschiedene Viren, wie z. B gegen Influenza, Rota, Adeno, Hepatitis, Herpes, und humanes Immundefizienz (HIV), Epstein Barr (EBV) und humanes Papillomavirus (HPV). Der Mechanismus dahinter ist die Blockade eines bestimmten Rezeptors auf der Wirtszelle. Dadurch wird die Bindung an die Wirtszelle und die Infektion verhindert.

Denselben Effekt hat aber auch eine direkte Bindung des Lactoferrin an die Wirtszelle. Lactoferrin hemmt dadurch die Virusvermehrung. Diese Mechanismen bestätigt auch eine Zellkulturstudie aus dem Jahr 2021 für die SARS -CoV – 2 Infektion. Das Ziel der Forschungsgruppe war es, effektive Substanzen gegen eine Coronainfektion zu identifizieren. In diesem Hochsubstanz Screening kamen 1.425 klinische Substanzen zum Einsatz aus der Molekularbibliothek der U.S Food and Drug Administration. Lactoferrin wurde dabei als wirksamste Substanz identifiziert. Die Autoren zogen daher den Schluss, dass Lactoferrin, aufgrund seiner breiten Verfügbarkeit, den vergleichsweise geringen Kosten und seines hervorragenden Sicherheitsprofils, eine direkte Anwendung zur Vorbeugung und Behandlung von COVID – 19 darstellen könnte.

Ein wichtiges Qualitätskriterium- der Reinigungsgrad

Alle Säugetiere produzieren Lactoferrin. Da das menschliche und das bovine (aus Kuhmilch) Lactoferrin nahezu identisch (chemisch ähnlich) sind, wird das Protein aus der Kuhmilch extrahiert.  Es wird  ressourcenschonend aus Kuhmilch gereinigt und in einem mehrstufigen, schonenden Aufreinigungsverfahren, aufbereitet, um Verunreinigungen herauszufiltern. Dadurch werden beispielsweise angeheftete Teile von Bakterien und deren Bestandteile entfernt.

Der Reinheitsgrad von Lactoferrin ist von höchster Relevanz, da die Verunreinigungen die Bioaktivität des Proteins beeinträchtigen können. Zu den möglichen Verunreinigungen gehört unter anderem auch LPS (Lipopolysaccharide): Zu den Funktionen von Lactoferrin gehört unter anderem auch, dieses zu binden. Ist Lactoferrin aber bereits mit diesem Störfaktor beladen, kann diese Funktion nach der Einnahme aber nur unzureichend erfüllt werden. In einer Studie mit schwangeren Frauen konnte gezeigt werden, dass Präparate mit einem hohen Reinigungsgrad die hämatologischen Parameter effektiver verbesserten, als andere. Eine andere Untersuchung von 10 unterschiedlichen kommerziellen Präparaten zeigte deutlich, dass ein Großteil der Präparate verunreinigt waren. Dementsprechend sollte nur ein Präparat zum Einsatz kommen, welches über eine Reinigungsgrad von über 90% verfügt. Darüber hinaus ist entscheidend, dass denaturiertes und somit inaktives Lactoferrin während der Reinigung abgetrennt wird. Da in der Milch, während der Pasteurisierung immer ein bestimmter Anteil denaturiert, sollte dieser im Endprodukt nicht mehr auftauchen. Die Wahl eines hochwertigen Lactoferrin Rohstoffes von geprüfter Qualität, ist entscheidend für die therapeutische Wirkung.

Um zu verhindern, dass Lactoferrin nach der Einnahme in der Magensäure unbrauchbar wird, sollte eine magensäurestabile Kapsel verwendet werden, damit es erst im Dünndarm aufgenommen wird, um dort sein volles Spektrum entfalten zu können. 

Literatur:

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Salaris C, Scarpa M, Elli M, Bertolini A, Guglielmetti S, Pregliasco F, Blandizzi C, Brun P, Castagliuolo I. Protective Effects of Lactoferrin against SARS-CoV-2 Infection In Vitro. Nutrients. 2021 Jan 23;13(2):328. doi: 10.3390/nu13020328. PMID: 33498631; PMCID: PMC7911668.

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doi: 10.3390/molecules16086992. PMID: 21847071; PMCID: PMC6264778.

Schürmer, K, Wähler, R. (2022): Lactoferrin: Wie ein Milchextrakt Pathogene bekämpfen und das Immunsystem ausgleichen kann, Internationales Journal für orthomolekulare und verwandte Medizin, Sonderdruck 2022 Nr. 179, S. 3-9
 

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Zink – ein unterschätztes Element?

Der menschliche Körper enthält ca. 1-2 g Zink, wobei etwa 90% in Knochen, Muskeln, Haut und Haaren und nur etwa 1% im Blut zu finden sind. Zink finden wir in der Leber (Schwein, Kalb) sowie Muscheln (Austern) aber auch in Linsen, Erbsen, Weizenvollkorn, weißen Bohnen, Mais und Haferflocken. Allerdings wird das pflanzliche Zink schlechter aufgenommen, als das tierische. Obwohl Zink für eine Vielzahl von Prozessen in unserem Körper verantwortlich ist, gibt es bis heute keinen Laborparameter, mit dem man den Zinkstatus zuverlässig bestimmen kann. 

Zink ist sowohl für Pflanzen und Tiere essenziell und gehört zu den Spurenelementen. Mengenmäßig ist es das bedeutendste Spurenelement in unserm Körper.

Zink ist an allen Lebensvorgängen beteiligt: am Wachstum, an der Entwicklung und auch für Reparaturprozesse ist es unerlässlich. 

Vor allem wird Zink in folgenden Körperprozessen gebraucht:

Zink ist für die Funktion von über 200 Enzymen verantwortlich. Es ist wichtig für den Hormonstoffwechsel, das Immunsystem sowie für den Zellschutz. Insbesondere können für Zink folgende Wirkungen nachgewiesen werden:

  • Zink unterstützt einen normalen Energiestoffwechsel und trägt dazu bei, die Zellen vor dem oxidativen Stress zu schützen
  • Zink spielt eine wesentliche Rolle im Stoffwechsel des Bindegewebes, denn es fungiert als Cofaktor für zahlreiche Enzyme wie die alkalische Phosphatase, welche eine wichtige Aufgabe bei der Knochenmineralisierung spielt, sowie der Kollagenase, welche notwendig für die Bildung von Knochengewebe ist
  • Die Einnahme von Zink kann zu einer Verringerung der Osteoporose führen
  • Zinkmangel kann zu einer Störung in der DNA und Proteinsynthese führen, was schädliche Auswirkung auf die Knochenbildung hat
  • Zink hat antioxidative Eigenschaften und wirkt dadurch freien Radikalen entgegen, die bei Entzündungen entstehen
  • Ein Zinkmangel kann zu Kleinwuchs, verspäteter sexueller Entwicklung, Haarverlust, Durchfall, Immunschäden, schlechter Wundheilung, Nachtblindheit, Depression, Verhaltensstörungen und Hautrötungen führen
  • Bei einem Zinkmangel kann die fein abgestimmte Selbstregulation des Immunsystems aus dem Gleichgewicht geraten. Bereits ein leichter Zinkmangel kann ein abgeschwächtes Immunsystem zur Folge haben
  • Zink unterstützt die Wundheilung und eignet sich deshalb auch zur Schleimhautverbesserung
  • Die Einnahme von Zink kann innerhalb von 3 Monaten zu einer Verbesserung der Leaky gut Symptomatik führen
  • Patienten, die aufgrund einer Chemotherapie eine Mundschleimhauentzündung entwickelt hatten, zeigten durch die zusätzliche Einnahme von Zink eine verbesserte Wundheilung der Schleimhäute
  • Immunabwehr (Differenzierung der T – Zellen und überführen in die aktive Form, Beeinflussung der T- Helferzellen, TK, NK Zellen und der Lymphokine, Stabilisierung der Zellmembran der Schleimhäute)
  • Metabolismus (Förderung der Insulinspeicherung in der Bauchspeicheldrüse, Cofaktor des Hormonstoffwechsels von Insulin, Glukagon, Schilddrüsen und Wachstumshormonen
  • Sinnes – und Nervenfunktionen (Cofaktor der Neurotransmitter /Dopaminsynthese)
  • Hormonsynthese – und speicherung
  • Antioxidans
  • Haut, Haare, Nägel (Förderung der Wundheilung, Regulation der Verhornung der Haut)
  • Fortpflanzung ( Cofaktor der Spermatogenese und Testosteronsynthese)
  • Entgiftung (Beteiligung am Alkoholabbau, Unterstützung des Ammoniakabbaus durch die Umwandlung in Harnstoff)

Vorkommen

Zink kommt vor allem in Nahrungsmitteln tierischer Herkunft vor. Zum einen enthalten sie in der Regel höhere Konzentrationen an Zink, zum anderen ist die Bioverfügbarkeit von Zink aus tierischen Quellen höher. Insbesondere Muskelfleisch, Innereien, Austern, Milchprodukte, Eier, Fisch und Hartkäse. Hohe Konzentrationen findet man auch in Weizenkeimen, Spinat, Haferflocken, Vollkornprodukten, Weizenkleie oder Sonnenblumenkernen. 

Da Zink in der Außenschale des Getreides zu finden ist, hängt die Aufnahme auch vom Ausmahlungsgrad des Getreides ab. 

Besonders bei Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, soll auf eine angemessene Zinkzufuhr geachtet werden.

Wie viel Zink aufgenommen wird, hängt aber auch von absorptionshemmenden Faktoren ab. Dazu gehören:

  • Komplexbildner ( Phytinsäure oder Phosphat)
  • Casein
  • einige Ballaststoffe wie Lignin, Cellulose oder Hemicellulosen

Die Hauptursache für die schlechte Verwertbarkeit Zink pflanzlicher Herkunft ist der Phythinsäuregehalt. Dieser setzt nicht nur die orale Bioverfügbarkeit herunter, sondern entzieht auch endogenes Zink der Rückresorption. Bei einer gleichzeitig hohen Calciumaufnahme, wird dieser Effekt noch verstärkt. 

Werden gleichzeitig tierische Eiweiße gegessen, verbessert sich die orale Bioverfügbarkeit wieder. Auch Tanine, wie sie in Wein, Kaffee und Tee zu finden sind, verschlechtern die Bioverfügbarkeit von Zink

Aber auch:

  • bestimmte Spurenelemente wie hohe Mengen an Kupfer, Eisen oder Calcium
  • Alkohol
  • Kaffee

können die Zinkaufnahme beeinträchtigen. 

Fördernde Faktoren sind:

  • Tierische Proteine
  • Komplexbildende Aminosäuren wie Cystein und Histidin
  • organische Säuren wie Zitronen- oder Weinsäure
  • Inulin

Etwa 95% des Gesamtkörperbestandes von Zink finden wir intrazellulär. Gewebe mit einem hohen Zinkgehalt sind: Leber, Pankreas, Muskeln, Hoden, Prostata, sowie die Retina des Auges.  Höhere Konzentrationen finden sich auch in der Haut, Haaren, Nägeln und Knochen. 

Im Plasma hingegen sind nur 0,1% des Gesamtkörpergehaltes vorhanden. Bei Bedarf können kleinere Speicher an Zink mobilisiert werden. Sie sind jedoch, verglichen mit dem Eisenspeicher relativ klein, sodass eine kontinuierliche Zufuhr von Zink notwendig ist. 

Das Zinkgleichgewicht wird vorwiegend über die Anpassung der Aufnahme und Ausscheidung reguliert. Die Ausscheidung erfolgt vorwiegend über den Stuhl, das Pankreassekret und über die Nieren. Geringe Verluste sind auch über die Menstruation, Sperma oder auch über den Schweiß möglich. Die biologische Halbwertszeit von Zink beträgt 280 Tage. 

Geeignete Zinkverbindungen

Geeignete Zinkverbindungen sind Zinkgluconat und Zink – mono – L – Methioninsulfat.

Zinkgluconat hate eine höhere Bioverfügbarkeit als Zinksulfat und zeigt nachweislich sehr gute Wirkung bei der Wundheilung. Es ist auch effektiv in der Behandlung von Magengeschwüren, und hat sich auch in der Behandlung von Akne und Erkältungen bewährt.

Zink- mono – L- Methioninsulfat ist auch unter der Bezeichnung Zink – Monomethionin oder Zinkmethionin bekannt. Es hat eine höhere Bioverfügbarkeit als Zinksulfat und Zinkoxid und deshaln auch bessere antioxidative und immunstärkende Eigenschaften.

Referenzwerte

Ein gesunder Mensch verbraucht täglich 2 -3 mg Zink. Die empfohlenen Zufuhrmengen schwanken von Staaten zu Staaten. Der tägliche Zinkbedarf wurde auf 10 – 16 mg täglich festgelegt.  

Die Referenzwerte für den D- A- CH Raum wurden 2019 aktualisiert und an den Phytinsäuregehalt der aufgenommenen Nahrung angepasst, das vor allem in Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten reichlich enthalten ist. 

Eine hohe Phytatzufuhr kann deshalb die Bioverfügbarkeit von Zink um 50% senken, weshalb die Zinkzufuhr dementsprechend angepasst werden muss. Der individuelle Bedarf kann, aufgrund von Krankheiten auch noch höher sein. Insbesondere ältere Menschen haben oft ein erhöhtes Risiko für einen Zinkmangel. Neben einer unzureichenden Zufuhr kann auch eine verminderte Aufnahme oder erhöhte Verluste (Schwitzen, Durchfall, Zuckerkrankheit, Einnahme von Diuretika oder Alkoholmissbrauch) eine Rolle spielen. Zinkmangel stellt auch ein Risikofaktor für eine Osteoporose dar. 

Mögliche Ursachen eines Zinkmangels

  • Unzureichende Zufuhr
  • verminderte Resorption
  • erhöhte Verluste
  • vermehrter Bedarf
  • überwiegend pflanzliche Ernährung, parenterale Ernährung
  • überwiegende pflanzliche Nahrung, altersbedingte Veränderungen des Darms, entzündliche Darmerkrankungen, Zustand nach einer Darmresektion, Leber- Pankreaserkrankungen, genetisch bedingte Resorptionsstörungen
  • Durchfall, erhöhte Ausscheidung über die Nieren oder über den Schweiß
  • Schwangerschaft und Stillzeit, Wachstumsphasen, Ausdauersport, Krankheits- und Heilungsprozesse

Risikogruppen für einen Zinkmangel

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere und Stillende
  • Senioren
  • Vegetarier und Veganer
  • Alkoholiker
  • Patienten mit gastrointestinalen Erkrankungen
  • Personen Mit einer HIV Erkrankung
  • Leistungssportler

Symptome eines Zinkmangels

  • Allgemeinbefinden
  • Haut, Haare, Nägel
  • Immunsystem
  • Nervensystem
  • Stoffwechsel
  • Blut
  • Fortpflanzung
  • Appetitlosigkeit, Müdigkeit
  • Wundheilungsstörungen, Haarausfall, brüchige und weißfleckige Nägel
  • erhöhte Infektanfälligkeit, Thymusatrophie
  • Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität, Depressionen
  • Gerinnungsstörungen, Anämie
  • Fertilitätsstörungen, Ovulationsstörungen

Zink moduliert das Immunsystem

Unter den essenziellen Mikronährstoffen, die für eine normale Funktion des Immunsystems wichtig sind, spielt Zink eine besondere Rolle. es unterstützt Teile des angeborenen und erworbenen Immunsystems, zu denen die drei Hauptverteidigungslinien:

  • epitheliale Barrieren
  • zelluläre Abwehr
  • Antikörper gehören

Eine unzureichende Zinkversorgung beeinträchtigt die Bildung und die Aktivität der Phagozyten und der natürlichen Killerzellen. Dadurch scheint Zink einen indirekten Einfluss auf das Erkrankungsrisiko, die – dauer und die – intensität zu haben. Zudem hemmt Zink entzündungsfördernde Zytokine und hemmt dadurch das Infektionsgeschehen. Ein Zinkmangel führt zu einer Überproduktion von entzündungsfördernden Mediatoren. Die Anzahl der T- Zellen nimmt ab. Viele Studien bestätigen, dass der Zinkmangel mit dem Alter zunimmt. Möglicherweise gibt es auch einen Zusammenhang zwischen einem altersbedingten Zinkmangel und einem Nachlassen der Immunfunktion im Alter. Eine Zinksupplementierung kann insbesondere bei älteren Menschen zur einer Stärkung des Immunsystems dienen. 

Zink und Atemwegsviren

Zink besitzt antivirale Eigenschaften, vor allem eine lokale Wirkung im Rachenraum. Ein bereits geschwächter Körper bietet Atemwegsviren ein ideales Milieu, um sich zu vermehren. In vitro blockiert Zink das Andocken des Virus an die Rezeptoren auf den Schleimhäuten, über die der Erreger eindringt. Eine aktuelle, Metaanalyse randomisierter, doppelblinder, placebokontrollierter Studien ergab, dass eine hohe Dosierung von Zinkacetat – Lutschtabletten die Dauer von Erkältungssymptomen um 22% (Niesen) bis 54% (Muskelschmerzen) reduzierte. 

Zink und COVID – 19

Zink verfügt über eine starke antivirale und immunmodulierende Eigenschaft, und kann so bei vulnerablen Gruppen zur unterstützenden Therapie eingesetzt werden. Durch Zink kann auch die Wirksamkeit von COVID Medikamenten steigern. Der Großteil der COVID – 19 Patienten hatte bei der Krankenhauseinlieferung einen akuten Zinkmangel. Patienten mit einem Zinkmangel (unter 50 ng/dl)hatten einen schwereren Krankheitsverlauf und eine höhere Komplikationsrate. Außerdem entwickelten sie häufiger ein akutes Atemnotsyndrom oder hatten längere Klinikaufenthalte und eine höhere Mortalität. 

Empfehlungen für die Praxis und Dosierung

Die empfohlenene Zinkzufuhrmengen liegen bei Männern bei 10 mg und bei Frauen bei 7 mg täglich (DACH, 2008). Schwangere sollten eine Tagesdosis von 11 mg wählen und Stillende von 12 mg.

Ältere Menschen und 20% aller Frauen haben einen erhöhten Bedarf an Zink. Ein Zinkmangel kann sich aufgrund der Ernährung entwickeln, wenn etwa hohe Phytatgehalte in Getreide die Absorption im Darm verhindern. Auch ein hoher Verzehr von Proteinen z. b bei Sportlern, Alkoholismus Malabsorption im Darm, chronische Nierenerkrankungen und andere chronische Erkrankungen, können Faktoren für einen Zinkmangel sein. Die meisten Autoimmunerkrankungen gehen mit einem Zinkmangel einher. Ebenso wird Zink im Rahmen einer Entgiftung vermehrt ausgeschieden.

Die empfohlene ernährungsmedizinische Dosierung liegt für Männer und Frauen bei 20 – 100 mg täglich.

Klinische Studien konnten die Wirksamkeit von Zink zur Prävention und Behandlung von viralen Atemwegserkrankungen bestätigen. Zink kann die Dauer und die Schwere einer Erkrankung signifikant reduzieren. Um Virusinfektionen vorzubeugen, sollten ältere Menschen, Erwachsene und Jugendliche täglich 10 – 20 mg Zink supplementieren. 

Für eine therapeutische Wirksamkeit bei akuten Infektionen sind eine ausreichend hohe Zinkkonzentration, sowie der direkte Kontakt der Zinkionen mit der Virusoberfläche notwendig. In der Therapie akuter Atemwegsinfekte sollten daher Lutschtabletten mit Zink (Zinkacetat oder Zinkglukonat) angewendet werden, damit die freien Zinkionen ihre virushemmende Wirkung entfalten können. 

Literatur

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Neidler, S. (2021): Handbuch der wichtigsten Mikronährstoffe, S. 30 – 32

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