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Dein Darm – der Wächter deiner Gesundheit Teil 1

Die größte Ursache für die Vielzahl an Darmproblemen unserer modernen Gesellschaft

Wenn du dich für diesen Beitrag interessierst, willst du deinem Darm etwas Gutes tun, oder du hast bereits konkrete, gesundheitliche Beschwerden. 

Einige davon sind:

  • Hautprobleme
  • andauernde Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • Allergien, Histaminprobleme oder Autoimmunsymptome
  • Verdauungsbeschwerden wie Durchfall oder Verstopfung
  • Blähungen oder Völlegefühl besonders nach dem Essen
  • erhöhte Infektanfälligkeit für Schnupfen oder Erkältungen
  • Kopfschmerzen oder Konzentrationsschwierigkeiten
  • Heißhungerattacken oder Übergewicht und vieles mehr

Millionen von Menschen leiden unter diesen Beschwerden, vielfach ist der Grund dieser Probleme eine einzige Ursache: Der Darm

Was ist die Ursache, dass rund 40% aller Menschen Darmprobleme haben? Und warum steigen Darmerkrankungen exponentiell an?

Der Darm dient nicht nur der Verdauung und der Aufnahme von Nährstoffen, sondern er ist auch an der Immunfunktion beteiligt. Konkret bedeutet dies, dass rund 70% des Immunsystems im Darm angesiedelt sind.

Ein optimales Verdauungssystem ist wichtig, um  die Nährstoffe aus der Nahrung optimal aufzunehmen. Diese liefern uns Energie und sind die Bausteine für die Heilung und die Reparatur.

Er ist aber auch eine Art Übergangsgrenze zwischen dem Körper und verschiedenen Einflüssen aus der Natur wie: Giftstoffen, Nahrungsbestandteile, Chemikalien, bakterielle  und virale Bestandteile und vieles mehr. Befinden sich diese Im Darm können sie noch nicht viel Unheil anrichten.

Schaffen sie es aber, das Barrieresystem des Darm zu durchdringen, weil er undicht oder entzündet ist, gelangen diese Schadstoffe in den Körper und können überall Entzündungen verursachen. Dieses Phänomen kennen wir auch unter dem Namen Leaky Gut, oder undichter Darm. 

Dadurch kann eine Virusinfektion sich schneller im Körper ausbreiten und auch zu einem schwereren Krankheitsverlauf führen. 

Die Ursache für einen undichten Darm ist immer dieselbe: Das Mikrobiom und der Darm befinden sich nicht mehr im Gleichgewicht. 

Das Mikrobiom besteht aus etwa 100 Billionen symbiotischer Mikroben. Jedes Mikrobiom ist so einzigartig, wie der Finderabdruck eines Menschen. 95% des Mikrobioms befinden sich im Darm und es kann bis zu 2 kg schwer sein. 

Die Bakterien helfen dem Darm bei der Verdauung und produzieren Hormone, Neurotransmitter, Fettsäuren, Vitamine und viele weitere Stoffe. Sie bewahren den Darm vor Infektionen und halten den pH Wert im Darm aufrecht. 

Dieses lebensnotwendige Zusammenleben nennen wir eine Symbiose. 

Wird dieses Gleichgewicht allerdings durch verschiedene Faktoren negativ beeinflusst, verändert sich die Darmflora negativ und wird sprechen von einer Dysbiose, einem Ungleichgewicht. 

Deshalb gilt:

Das Milieu muss im Gleichgewicht bleiben und genügend Biodiversität haben

Studien ergaben:

  • Menschen mit einer geringen bakteriellen Diversität, hatten mehr Probleme als Menschen mit einer größeren Diversität. Dazu zählten Beschwerden oder Erkrankungen wie: Darmbeschwerden, Verdauungsprobleme, Lebensmittelunverträglichkeiten, entzündliche Darmerkrankungen, Diabetes Typ 1 und 2, Hautbeschwerden, Arthrose, Verkalkungen der Gefäßwände. 
  • Auch die Langlebigkeit wird mit einer höheren Mikrobenvielfalt assoziiert

Merke dir:

Eine hohe Mikrobenvielfalt scheint allgemein ein guter Indikator für einen gesunden Darm und Langlebigkeit zu sein!

Der Darm darf natürlich auch mal ganz natürlich durchlässig sein, nur nicht immer, wie bei vielen Menschen. 

Ein chronisch undichter Darm ist ein Zustand, von dem ca. 50% der westlichen Bevölkerung betroffen ist. Das fatale daran ist, dass es viele oft nicht merken, da oft keine direkten Beschwerden auftreten, die mit dem Darm in Verbindung gebracht werden. 

Dieser Prozess passiert oft schleichend.

Was macht einen gesunden Darm überhaupt aus?

  • eine gute Mikrobenvielfalt
  • wenig unfreundliche Mikroben
  • eine starke Darmschleimhaut, die die Darmzellen schützt
  • starke Tight Junctions (enge Bindeglieder), die die Darmzellen zusammenhalten
  • wenig bis gar keine Darmentzündungen

Was passiert, wenn der Darm geschädigt wird?

Primär entsteht eine Dysbiose (Ungleichgewicht, weil zu viele schlechte Mikroben die Überhand übernommen haben. In diesem Fall gibt es weniger der sogenannten „Leitkeimstämme“. Sie leiten andere Bakterienstämme zu bestimmten Funktionen an. 

Die Aufgaben dieser Leitmikroben sind folgende:

  • die Mikroben kontrollieren und dafür sorgen, dass genügend gute Mikroben vorhanden sind
  • die Undurchlässigkeit der Darmwand sichern
  • Die Kommunikation zwischen dem Mikrobiom und den Darmzellen aufrechterhalten
  • Die Kommunikation zwischen de Immunsystem und dem Mikrobiom aufrechterhalten

Ist die Darmwand erst gestört, öffnet sie die Tür für weitere chronische Probleme, wie:

  • zu viele schlechte Mikroben können sich breit machen
  • Die Darmschleimhaut kann sich auflösen: Die Schutzschicht für die Darmzellen verschwindet und entzündet sich
  • der Darm wird durchlässig, auch Leaky Gut oder durchlässiger Darm, bezeichnet
  • zu viele unerwünschte Moleküle kommen durch die kaputte Darmwand in den Körper. Diese können sich überall verteilen und im gesamten Körper chronische Entzündungen hervorrufen (Silent Inflammation)
  • Das Immunsystem reagiert über und muss überall Brände löschen, kommt aber nicht mehr hinterher. 

Bei vielen Menschen können Krankheiten und chronische Leiden auf eine Störung der Darmflora zurückgeführt werden. Darunter gehören auch die Fettleibigkeit, entzündliche Darmerkrankungen und Darmkrebs, dieses Ergebnis ergab eine Studie aus dem Jahr 2014.

Da wir immer mehr den Zusammenhang zwischen Darm und chronischen Krankheiten verstehen, ist eine Modulation des Darmmikrobioms ein Thema, das auf ein großes Interesse stößt.

Besonders die Fettleibigkeit hat mit einem kaputten Darm zu tun.

Denn eines der Moleküle, das über den kaputten Darm passieren kann, ist in Studien zur Fettleibigkeit besonders häufig vorhanden, war das LPS (Lipopolysaccahride).

In einer Studie von 2010 konnte gezeigt werden, dass bei fettleibigen Menschen mit einer Fettleber,  erhöhte LPS Spiegel im Blut gemessen wurden. 

Wie du jetzt zu einer großen Mikrobenvielfalt kommst, erfährst du im 2. Teil der Darmserie. 

Literatur

Valdes A M, Walter J, Segal E, Spector T D. Rolle der Darmmikrobiota in Ernährung und Gesundheit BMJ 2018; 361 :k2179 doi:10.1136/bmj.k2179

eingesehen am, 04.01.2022 unter

Rolle der Darmmikrobiota in Ernährung und Gesundheit | Das BMJ

Kong F, Deng F, Li Y, Zhao J. Die Identifizierung von Darmmikrobiom-Signaturen, die mit Langlebigkeit assoziiert sind, bietet ein vielversprechendes Modulationsziel für gesundes Altern. Darmmikroben. 2019;10(2):210-215. doi: 10.1080/19490976.2018.1494102. Epub 2018 24. August. PMID: 30142010; PMCID: PMC6546316.

eingesehen am 04.01.2022 unter

Die Identifizierung von Darmmikrobiom-Signaturen, die mit Langlebigkeit assoziiert sind, bietet ein vielversprechendes Modulationsziel für gesundes Altern – PubMed (nih.gov)

Walsh CJ, Guinane CM, O’Toole PW, Cotter PD. Vorteilhafte Modulation der Darmmikrobiota. FEBS Lett. 2014 Nov 17;588(22):4120-30. doi: 10.1016/j.febslet.2014.03.035. Epub 2014 Mär 26. PMID: 24681100.

eingesehen am 04.01.2022 unter

Vorteilhafte Modulation der Darmmikrobiota – PubMed (nih.gov)

Citi S. Darmbarrieren schützen vor Krankheiten. Wissenschaft. 2018 Mär 9;359(6380):1097-1098. doi: 10.1126/science.aat0835. PMID: 29590026.

eingesehen am 06.01.2022 unter

Darmbarrieren schützen vor Krankheiten – PubMed (nih.gov)

Maes M, Kubera M, Leunis JC. Die Darm-Hirn-Schranke bei schweren Depressionen: Darmschleimhautfunktionsstörungen mit einer vermehrten Translokation von LPS aus gramnegativen Enterobakterien (Leaky Gut) spielen eine Rolle in der entzündlichen Pathophysiologie der Depression. Neuro Endocrinol Lett. 2008 Feb;29(1):117-24. PMID: 18283240.

eingesehen am 06.01.2022 unter

Die Darm-Hirn-Schranke bei schweren Depressionen: Darmschleimhautdysfunktionsstörung mit einer erhöhten Translokation von LPS aus gramnegativen Enterobakterien (Leaky Gut) spielt eine Rolle in der entzündlichen Pathophysiologie der Depression – PubMed (nih.gov)

Cao Y, Shen J, Ran ZH. Assoziation zwischen Faecalibacterium prausnitzii Reduction and Inflammatory Bowel Disease: A Meta-Analysis and Systematic Review of the Literature. Gastroenterol Res Pract. 2014;2014:872725. doi:10.1155/2014/872725

eingesehen, am 06.01.2022

Assoziation zwischen Faecalibacterium prausnitzii Reduktion und entzündlichen Darmerkrankungen: Eine Meta-Analyse und systematische Literaturrecherche (nih.gov)

Cani PD, de Vos WM. Nützliche Mikroben der nächsten Generation: Der Fall von Akkermansia muciniphila. FrontMikrobiol. 22. September 2017;8:1765. doi: 10.3389/fmicb.2017.01765. PMID: 29018410; PMCID: PMC5614963.

eingesehen am 06.01.2022 unter 

Nützliche Mikroben der nächsten Generation: Der Fall akkermansia muciniphila – PubMed (nih.gov)

Harte AL, da Silva NF, Creely SJ, et al. Erhöhte Endotoxinspiegel bei nichtalkoholischer Fettlebererkrankung. J Inflamm (Lond). 2010;7:15. Veröffentlicht 2010 Mär 30. doi:10.1186/1476-9255-7-15

eingesehen, 06.01.2022 unter 

Erhöhte Endotoxinspiegel bei nichtalkoholischer Fettlebererkrankung (nih.gov)

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Zink – ein unterschätztes Element?

Der menschliche Körper enthält ca. 1-2 g Zink, wobei etwa 90% in Knochen, Muskeln, Haut und Haaren und nur etwa 1% im Blut zu finden sind. Zink finden wir in der Leber (Schwein, Kalb) sowie Muscheln (Austern) aber auch in Linsen, Erbsen, Weizenvollkorn, weißen Bohnen, Mais und Haferflocken. Allerdings wird das pflanzliche Zink schlechter aufgenommen, als das tierische. Obwohl Zink für eine Vielzahl von Prozessen in unserem Körper verantwortlich ist, gibt es bis heute keinen Laborparameter, mit dem man den Zinkstatus zuverlässig bestimmen kann. 

Zink ist sowohl für Pflanzen und Tiere essenziell und gehört zu den Spurenelementen. Mengenmäßig ist es das bedeutendste Spurenelement in unserm Körper.

Zink ist an allen Lebensvorgängen beteiligt: am Wachstum, an der Entwicklung und auch für Reparaturprozesse ist es unerlässlich. 

Vor allem wird Zink in folgenden Körperprozessen gebraucht:

Zink ist für die Funktion von über 200 Enzymen verantwortlich. Es ist wichtig für den Hormonstoffwechsel, das Immunsystem sowie für den Zellschutz. Insbesondere können für Zink folgende Wirkungen nachgewiesen werden:

  • Zink unterstützt einen normalen Energiestoffwechsel und trägt dazu bei, die Zellen vor dem oxidativen Stress zu schützen
  • Zink spielt eine wesentliche Rolle im Stoffwechsel des Bindegewebes, denn es fungiert als Cofaktor für zahlreiche Enzyme wie die alkalische Phosphatase, welche eine wichtige Aufgabe bei der Knochenmineralisierung spielt, sowie der Kollagenase, welche notwendig für die Bildung von Knochengewebe ist
  • Die Einnahme von Zink kann zu einer Verringerung der Osteoporose führen
  • Zinkmangel kann zu einer Störung in der DNA und Proteinsynthese führen, was schädliche Auswirkung auf die Knochenbildung hat
  • Zink hat antioxidative Eigenschaften und wirkt dadurch freien Radikalen entgegen, die bei Entzündungen entstehen
  • Ein Zinkmangel kann zu Kleinwuchs, verspäteter sexueller Entwicklung, Haarverlust, Durchfall, Immunschäden, schlechter Wundheilung, Nachtblindheit, Depression, Verhaltensstörungen und Hautrötungen führen
  • Bei einem Zinkmangel kann die fein abgestimmte Selbstregulation des Immunsystems aus dem Gleichgewicht geraten. Bereits ein leichter Zinkmangel kann ein abgeschwächtes Immunsystem zur Folge haben
  • Zink unterstützt die Wundheilung und eignet sich deshalb auch zur Schleimhautverbesserung
  • Die Einnahme von Zink kann innerhalb von 3 Monaten zu einer Verbesserung der Leaky gut Symptomatik führen
  • Patienten, die aufgrund einer Chemotherapie eine Mundschleimhauentzündung entwickelt hatten, zeigten durch die zusätzliche Einnahme von Zink eine verbesserte Wundheilung der Schleimhäute
  • Immunabwehr (Differenzierung der T – Zellen und überführen in die aktive Form, Beeinflussung der T- Helferzellen, TK, NK Zellen und der Lymphokine, Stabilisierung der Zellmembran der Schleimhäute)
  • Metabolismus (Förderung der Insulinspeicherung in der Bauchspeicheldrüse, Cofaktor des Hormonstoffwechsels von Insulin, Glukagon, Schilddrüsen und Wachstumshormonen
  • Sinnes – und Nervenfunktionen (Cofaktor der Neurotransmitter /Dopaminsynthese)
  • Hormonsynthese – und speicherung
  • Antioxidans
  • Haut, Haare, Nägel (Förderung der Wundheilung, Regulation der Verhornung der Haut)
  • Fortpflanzung ( Cofaktor der Spermatogenese und Testosteronsynthese)
  • Entgiftung (Beteiligung am Alkoholabbau, Unterstützung des Ammoniakabbaus durch die Umwandlung in Harnstoff)

Vorkommen

Zink kommt vor allem in Nahrungsmitteln tierischer Herkunft vor. Zum einen enthalten sie in der Regel höhere Konzentrationen an Zink, zum anderen ist die Bioverfügbarkeit von Zink aus tierischen Quellen höher. Insbesondere Muskelfleisch, Innereien, Austern, Milchprodukte, Eier, Fisch und Hartkäse. Hohe Konzentrationen findet man auch in Weizenkeimen, Spinat, Haferflocken, Vollkornprodukten, Weizenkleie oder Sonnenblumenkernen. 

Da Zink in der Außenschale des Getreides zu finden ist, hängt die Aufnahme auch vom Ausmahlungsgrad des Getreides ab. 

Besonders bei Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, soll auf eine angemessene Zinkzufuhr geachtet werden.

Wie viel Zink aufgenommen wird, hängt aber auch von absorptionshemmenden Faktoren ab. Dazu gehören:

  • Komplexbildner ( Phytinsäure oder Phosphat)
  • Casein
  • einige Ballaststoffe wie Lignin, Cellulose oder Hemicellulosen

Die Hauptursache für die schlechte Verwertbarkeit Zink pflanzlicher Herkunft ist der Phythinsäuregehalt. Dieser setzt nicht nur die orale Bioverfügbarkeit herunter, sondern entzieht auch endogenes Zink der Rückresorption. Bei einer gleichzeitig hohen Calciumaufnahme, wird dieser Effekt noch verstärkt. 

Werden gleichzeitig tierische Eiweiße gegessen, verbessert sich die orale Bioverfügbarkeit wieder. Auch Tanine, wie sie in Wein, Kaffee und Tee zu finden sind, verschlechtern die Bioverfügbarkeit von Zink

Aber auch:

  • bestimmte Spurenelemente wie hohe Mengen an Kupfer, Eisen oder Calcium
  • Alkohol
  • Kaffee

können die Zinkaufnahme beeinträchtigen. 

Fördernde Faktoren sind:

  • Tierische Proteine
  • Komplexbildende Aminosäuren wie Cystein und Histidin
  • organische Säuren wie Zitronen- oder Weinsäure
  • Inulin

Etwa 95% des Gesamtkörperbestandes von Zink finden wir intrazellulär. Gewebe mit einem hohen Zinkgehalt sind: Leber, Pankreas, Muskeln, Hoden, Prostata, sowie die Retina des Auges.  Höhere Konzentrationen finden sich auch in der Haut, Haaren, Nägeln und Knochen. 

Im Plasma hingegen sind nur 0,1% des Gesamtkörpergehaltes vorhanden. Bei Bedarf können kleinere Speicher an Zink mobilisiert werden. Sie sind jedoch, verglichen mit dem Eisenspeicher relativ klein, sodass eine kontinuierliche Zufuhr von Zink notwendig ist. 

Das Zinkgleichgewicht wird vorwiegend über die Anpassung der Aufnahme und Ausscheidung reguliert. Die Ausscheidung erfolgt vorwiegend über den Stuhl, das Pankreassekret und über die Nieren. Geringe Verluste sind auch über die Menstruation, Sperma oder auch über den Schweiß möglich. Die biologische Halbwertszeit von Zink beträgt 280 Tage. 

Geeignete Zinkverbindungen

Geeignete Zinkverbindungen sind Zinkgluconat und Zink – mono – L – Methioninsulfat.

Zinkgluconat hate eine höhere Bioverfügbarkeit als Zinksulfat und zeigt nachweislich sehr gute Wirkung bei der Wundheilung. Es ist auch effektiv in der Behandlung von Magengeschwüren, und hat sich auch in der Behandlung von Akne und Erkältungen bewährt.

Zink- mono – L- Methioninsulfat ist auch unter der Bezeichnung Zink – Monomethionin oder Zinkmethionin bekannt. Es hat eine höhere Bioverfügbarkeit als Zinksulfat und Zinkoxid und deshaln auch bessere antioxidative und immunstärkende Eigenschaften.

Referenzwerte

Ein gesunder Mensch verbraucht täglich 2 -3 mg Zink. Die empfohlenen Zufuhrmengen schwanken von Staaten zu Staaten. Der tägliche Zinkbedarf wurde auf 10 – 16 mg täglich festgelegt.  

Die Referenzwerte für den D- A- CH Raum wurden 2019 aktualisiert und an den Phytinsäuregehalt der aufgenommenen Nahrung angepasst, das vor allem in Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten reichlich enthalten ist. 

Eine hohe Phytatzufuhr kann deshalb die Bioverfügbarkeit von Zink um 50% senken, weshalb die Zinkzufuhr dementsprechend angepasst werden muss. Der individuelle Bedarf kann, aufgrund von Krankheiten auch noch höher sein. Insbesondere ältere Menschen haben oft ein erhöhtes Risiko für einen Zinkmangel. Neben einer unzureichenden Zufuhr kann auch eine verminderte Aufnahme oder erhöhte Verluste (Schwitzen, Durchfall, Zuckerkrankheit, Einnahme von Diuretika oder Alkoholmissbrauch) eine Rolle spielen. Zinkmangel stellt auch ein Risikofaktor für eine Osteoporose dar. 

Mögliche Ursachen eines Zinkmangels

  • Unzureichende Zufuhr
  • verminderte Resorption
  • erhöhte Verluste
  • vermehrter Bedarf
  • überwiegend pflanzliche Ernährung, parenterale Ernährung
  • überwiegende pflanzliche Nahrung, altersbedingte Veränderungen des Darms, entzündliche Darmerkrankungen, Zustand nach einer Darmresektion, Leber- Pankreaserkrankungen, genetisch bedingte Resorptionsstörungen
  • Durchfall, erhöhte Ausscheidung über die Nieren oder über den Schweiß
  • Schwangerschaft und Stillzeit, Wachstumsphasen, Ausdauersport, Krankheits- und Heilungsprozesse

Risikogruppen für einen Zinkmangel

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere und Stillende
  • Senioren
  • Vegetarier und Veganer
  • Alkoholiker
  • Patienten mit gastrointestinalen Erkrankungen
  • Personen Mit einer HIV Erkrankung
  • Leistungssportler

Symptome eines Zinkmangels

  • Allgemeinbefinden
  • Haut, Haare, Nägel
  • Immunsystem
  • Nervensystem
  • Stoffwechsel
  • Blut
  • Fortpflanzung
  • Appetitlosigkeit, Müdigkeit
  • Wundheilungsstörungen, Haarausfall, brüchige und weißfleckige Nägel
  • erhöhte Infektanfälligkeit, Thymusatrophie
  • Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität, Depressionen
  • Gerinnungsstörungen, Anämie
  • Fertilitätsstörungen, Ovulationsstörungen

Zink moduliert das Immunsystem

Unter den essenziellen Mikronährstoffen, die für eine normale Funktion des Immunsystems wichtig sind, spielt Zink eine besondere Rolle. es unterstützt Teile des angeborenen und erworbenen Immunsystems, zu denen die drei Hauptverteidigungslinien:

  • epitheliale Barrieren
  • zelluläre Abwehr
  • Antikörper gehören

Eine unzureichende Zinkversorgung beeinträchtigt die Bildung und die Aktivität der Phagozyten und der natürlichen Killerzellen. Dadurch scheint Zink einen indirekten Einfluss auf das Erkrankungsrisiko, die – dauer und die – intensität zu haben. Zudem hemmt Zink entzündungsfördernde Zytokine und hemmt dadurch das Infektionsgeschehen. Ein Zinkmangel führt zu einer Überproduktion von entzündungsfördernden Mediatoren. Die Anzahl der T- Zellen nimmt ab. Viele Studien bestätigen, dass der Zinkmangel mit dem Alter zunimmt. Möglicherweise gibt es auch einen Zusammenhang zwischen einem altersbedingten Zinkmangel und einem Nachlassen der Immunfunktion im Alter. Eine Zinksupplementierung kann insbesondere bei älteren Menschen zur einer Stärkung des Immunsystems dienen. 

Zink und Atemwegsviren

Zink besitzt antivirale Eigenschaften, vor allem eine lokale Wirkung im Rachenraum. Ein bereits geschwächter Körper bietet Atemwegsviren ein ideales Milieu, um sich zu vermehren. In vitro blockiert Zink das Andocken des Virus an die Rezeptoren auf den Schleimhäuten, über die der Erreger eindringt. Eine aktuelle, Metaanalyse randomisierter, doppelblinder, placebokontrollierter Studien ergab, dass eine hohe Dosierung von Zinkacetat – Lutschtabletten die Dauer von Erkältungssymptomen um 22% (Niesen) bis 54% (Muskelschmerzen) reduzierte. 

Zink und COVID – 19

Zink verfügt über eine starke antivirale und immunmodulierende Eigenschaft, und kann so bei vulnerablen Gruppen zur unterstützenden Therapie eingesetzt werden. Durch Zink kann auch die Wirksamkeit von COVID Medikamenten steigern. Der Großteil der COVID – 19 Patienten hatte bei der Krankenhauseinlieferung einen akuten Zinkmangel. Patienten mit einem Zinkmangel (unter 50 ng/dl)hatten einen schwereren Krankheitsverlauf und eine höhere Komplikationsrate. Außerdem entwickelten sie häufiger ein akutes Atemnotsyndrom oder hatten längere Klinikaufenthalte und eine höhere Mortalität. 

Empfehlungen für die Praxis und Dosierung

Die empfohlenene Zinkzufuhrmengen liegen bei Männern bei 10 mg und bei Frauen bei 7 mg täglich (DACH, 2008). Schwangere sollten eine Tagesdosis von 11 mg wählen und Stillende von 12 mg.

Ältere Menschen und 20% aller Frauen haben einen erhöhten Bedarf an Zink. Ein Zinkmangel kann sich aufgrund der Ernährung entwickeln, wenn etwa hohe Phytatgehalte in Getreide die Absorption im Darm verhindern. Auch ein hoher Verzehr von Proteinen z. b bei Sportlern, Alkoholismus Malabsorption im Darm, chronische Nierenerkrankungen und andere chronische Erkrankungen, können Faktoren für einen Zinkmangel sein. Die meisten Autoimmunerkrankungen gehen mit einem Zinkmangel einher. Ebenso wird Zink im Rahmen einer Entgiftung vermehrt ausgeschieden.

Die empfohlene ernährungsmedizinische Dosierung liegt für Männer und Frauen bei 20 – 100 mg täglich.

Klinische Studien konnten die Wirksamkeit von Zink zur Prävention und Behandlung von viralen Atemwegserkrankungen bestätigen. Zink kann die Dauer und die Schwere einer Erkrankung signifikant reduzieren. Um Virusinfektionen vorzubeugen, sollten ältere Menschen, Erwachsene und Jugendliche täglich 10 – 20 mg Zink supplementieren. 

Für eine therapeutische Wirksamkeit bei akuten Infektionen sind eine ausreichend hohe Zinkkonzentration, sowie der direkte Kontakt der Zinkionen mit der Virusoberfläche notwendig. In der Therapie akuter Atemwegsinfekte sollten daher Lutschtabletten mit Zink (Zinkacetat oder Zinkglukonat) angewendet werden, damit die freien Zinkionen ihre virushemmende Wirkung entfalten können. 

Literatur

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Gröber, U. (2020): COVID – 19 – Update für Senioren: Die Anti- SARS- CoV- 2 Eigenschaften ausgewählter Mikronährstoffe, Zs. f. Orthomol. Med. 18: 5-14

Gröber, U. (2021): COVID – 19 und Long COVID Bessere Resilienz durch immunrelevante Mikronährstoffe, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 1. Auflage, S: 22- 35

Neidler, S. (2021): Handbuch der wichtigsten Mikronährstoffe, S. 30 – 32

Schmiedl, V. (2019): Nährstofftherapie, Orthomolekulare Medizin in Prävention, Diagnostik und Therapie, S: 153 – 157, 4. Auflage, Thiemeverlag

Shakoor h, Feehan J, AI Dhaheri AS, et al. Immunstärkende Rolle der Vitamine D, C, E, Zink, Selen und Omega 3 Fettsäuren: Könnten sie gegen COVID helfen? Maturitas.2021;143:1-9. 

Gröber U.,Classen HG.,Kisters K. (2020). Zink das unterschätzte Element, MMP, S: 149 – 157