Der Allrounder - Vitamin C

Schlagworte: Acerola, Acerolakirsche, Ascorbinsäure, Acsorbylpalmitat, Calciumascorbat, Calciumthreonat, Camu- Camu, Camu- Camu Fruchtextrakt, Ester C, L- Threonat, Malpighia glabra, natürliches Vitamin C

Inhalt
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    Vorkommen

    Eine in Europa und Nordamerika durchgeführte Studie hat ergaben, dass eine Hypovitaminose ( unter 23 – 28 nmol/l) oder eine unzureichende Zufuhr über die Ernährung (unter 50 nmol/l) in westlichen Bevölkerungen relativ häufig vorkommt. Nationale Erhebungen zu Diät und Ernährung haben ergeben, dass  die Aufnahme von Vitamin C mit der Nahrung oft nur suboptimal ist.

    In den USA, Deutschland und den Niederlanden halten sich über 50 – 75% nicht an die angegebenen täglichen Empfehlungen für Vitamin C. Gründe dafür waren:

     

    • wirtschaftliche (niedriger sozioökonomischer Status, begrenzter Zugang zu mikronährstoffreichen Nahrungsmitteln)
    • falsche Ernährungsgewohnheiten
    • Lebensstil, der die Zufuhr einschränkt oder den Vitamin C Verbrauch erhöht z. B bei Drogen – oder Alkoholmissbrauch
    • Exposition gegenüber Schadstoffen und Rauch (aktiv als auch passiv)
    • verschiedene Krankheiten wie Infektionskrankheiten oder Diabetes

     

    Während Tiere Vitamin C selbst synthetisieren können, ist der Mensch auf die Zufuhr von außen angewiesen. Vitamin C ist ein wasserlösliches Vitamin und ist sowohl in pflanzlichen, als auch in tierischen Nahrungsmitteln weit verbreitet. Eine Zufuhr von 200 mg Vitamin C pro Tag über die Nahrung ist ausreichend, um beim gesunden Menschen eine Immunzell – und Plasmakonzentration aufzusättigen, und sollte den erhöhten Bedarf zur Reduktion des Risikos von chronischen Krankheiten abdecken. T- Lymphozyten und andere immunkompetente Zellen können Vitamin C speichern. Die Vitamin C Konzentration in den Zellen ist 10 – 100 mal höher, als im Blut. Um solche Werte zu erreichen, müssen gesunde Menschen etwa 5 Portionen Obst und Gemüse pro Tag verzehren oder als Nahrungsergänzungsmittel supplementieren. 

    Bei den tierischen Lebensmittel liefern besonders die Nebennieren und die Leber die höchsten Konzentrationen, im Pflanzenbereich sind es sowohl frische Früchte, natürliche Frucht – und Gemüsesäfte. 

    Besonders hohe Dosen an Vitamin C enthalten die Acerolakirschen, Sanddorn, Paprika, Brokkoli, grünes Blattgemüse, Kiwi und Zitrusfrüchte.

    Vitamin C ist stark oxidationsempfindlich. Hitze, Licht, Metallionen (Töpfe) und alkalische Medien (z. B Natron) gehen mit einer ganzen oder teilweise Zerstörung des Vitamins einher. Selbst bei einer schonenden Mahlzeitenzubereitung ist mit Verlusten von rund 30% zu rechnen. 

    Physiologische Effekte

    Vitamin C (Ascorbinsäure) ist nicht nur ein bedeutendes Antioxidans, sondern auch für die angeborene und erworbene Immunität unerlässlich. Diverse Aspekte der Immunität, darunter auch die unterstützende, epitheliale Barrierefunktion, Endothelschutz, Phagozytose, die Wanderung der weißen Blutkörperchen zu den Infektionsherden, die Keimabtötung und die Antikörperproduktion, werden durch Vitamin C beeinflusst. Auf der humoralen Ebene unterstützt Vitamin C die Antikörperproduktion (IgA und IgM) und das Komponent C3 im Blut. Es steigert die Interferonproduktion und die Abwehrmechanismen gegen virale Infektionen. Auch die Lymphozyten werden durch Vitamin C angeregt. 

     

    Hier die wichtigsten Aufgaben im Überblick:

     

    • Antioxidans: es schützt die Zellen vor dem oxidativen Schäden durch die freien Radikale, recycelt verbrauchtes Vitamin E 
    • Immunsystem: es schützt die Membran der Fresszellen vor oxdiativen Schäden und aktiviert das Komplementsystem. Bei Erkältungen kann eine rechtzeitige und hohe Vitamin C Supplementierung die Krankheitsdauer bei Erwachsenen und Kindern signifikant verbessern. Durch eine hochdosierte Gabe, lässt sich ein Abfall der Vitamin C Konzentration in den weißen Blutkörperchen vermeiden. Da Ester C in den weißen Blutkörperchen zurückgehalten wird, kann dadurch ein 24 Stunden Immunschutz erzielt werden. 
    • Blutgefäße: als Cofaktor für die Bindegewebsbildung zuständig und unterstützt die Reifung und Stabilität des Knorpels
    • Eisenstoffwechsel: verbessert die Eisenaufnahme – und die Verwertung
    • Histaminstoffwechsel: Es fördert den Histaminabbau und die Stabilität der Mastzellen
    • Nebenniere: es ist an der physiologischen Stressreaktion beteiligt
    • Vitamin C für die Wundheilung: Wundheilungsprozesse erfordern die Bildung und Einlagerung von Kollagen an der verletzten Stelle. Als wichtiger Cofaktor für die Kollagenbildung wird Vitamin C bei diesen Vorgängen vermehrt benötigt und wirkt entzündungshemmend. Die Wirkung wird bei gleichzeitiger Gabe von Zink noch verstärkt. 
    • Antioxidativer Schutz für Raucher: Rauchen geht mit einem erhöhten oxidativen Stress einher und ist mit niedrigen Vitamin C Plasmaspiegel assoziiert. Auch bei Rauchern zeigt Ester C einen Retentionseffekt in den weißen Blutkörperchen und gewährleistet einen 24 – Stunden Immunschutz. 
    • Die Bioflavonoide Rutin und Quercetin recyceln oxidiertes Vitamin C und agieren deshalb als Vitaminsparer und Vitaminverstärker. 

    Ein Vitamin C Mangel erhöht das Risiko und die Schwere von viralen Infektionen, das Risiko für Membranschäden und die endotheliale Dysfunktion, sowie die Belastung mit Zytokinen.

    Referenzwerte

    Referenzwert laut Lebensmittelkennzeichenverordnung: 80 mg

    Sicherheit des Nährstoffes

     

    UL: Langfristige, tägliche Aufnahmemenge, bei der keine negativen Einflüsse auf die Gesundheit zu erwarten sind: 2000 mg/Tag

     

    NOAEL: Maximale Aufnahmedosis, die in Studien keine schädigenden Auswirkungen verursachte: 10000 mg (= 10 g)

     

    Erhöhter Bedarf: 

    • Sport
    • chronische Erkrankungen
    • AIDS/HIV
    • Arthrose
    • Diabetes mellitus
    • Tumoren
    • Nierenerkrankungen
    • Osteoporose
    • Rauchen
    • Stress
    • Alkoholabusus
    • Gastritis
    • chronische Magen – Darm – Erkrankungen

     

    Besondere Risikogruppen:

    • Rauchen
    • Sport
    • chronische Erkrankungen

    Ester C

    Die Bioverfügbarkeit von Vitamin C nimmt mit der Höhe der zugeführte Menge ab. Aus diesem Grund wird bei einer oralen Einnahme, eine mehrmalige tägliche Aufnahme empfohlen. Die Tagesdosis sollte also auf mehrere Aufnahmen aufteilt werden. 

    Eine klinische Studie konnte zeigen, dass Ester C den Vitamin C Status im Körper und in den weißen Blutkörperchen bis zu 24 Stunden nach der Aufnahme erhöht. Auch die bessere Verträglichkeit für den Magen, das reduzierte Risiko für eine Harnsteinbildung und die geringere Oxalatausscheidung im Harn, sind weitere Pluspunkte für eine Ester C Einnahme. Zudem kann mit niedrigeren Dosierungen gearbeitet werden. 

    Mögliche Mangelsymptome

    • Allgemeinbefinden: Müdigkeit und Leistungsschwäche
    • Blut: hypochrome, mikrozytäre Anämie, Thrombozytopenie, Granulozytopenie, erhöhte Blutungsneigung
    • Immunsystem: Infekatanfälligkeit, Immundepression
    • Zahnapparat: Zahnfleischbluten, Gingivitis, Parodontose
    • Oxidativer Stress
    • Oxidationsschutz

    Indikation

    Zur Prävention: 350 – 500 mg /Tag

    erhöhte Vitamin C Zufuhr bei einem gesteigerten Bedarf (Raucher, oxidativer Stress und bei Medikamenteneinnahme): 500 – 1000 mg/Tag

    Therapiebegleitend bei Erkältungskrankheiten und grippalen Infekten: 500 – 1000 mg

    Prävention bei COVID – 19:

    Orale Supplementierung mit 1.000 – 3.000 mg Vitamin C (Ester C, plus Quercetin, über den Tag verteilt

     

    Vitamin C sollte zu den Mahlzeiten eingenommen werden. In sehr hohen Dosen können milde gastrointestinale Symptome wie Blähungen und Durchfall auftreten. 

    Vitamin C darf bei folgenden Krankheiten nicht eingenommen werden:

     

    • Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose)
    • Niereninsuffizienz
    • Bei Oxalatsteinen

    Interaktionen mit anderen Medikamenten

    • NSAIDS ( v. a Salicylate)
    • Kortikosteroide
    • orale Kontrazeptiva
    • Antiparkinsonmittel (L- Dopa)
    • Nitrate
    • Spurenelemente: Vitamin C wandelt Eisen in besser resorierbares Eisen um, langfristige Vitamin C Einnahme kann die Kupferresorption beeinträchtigen, in hohen Dosen kann es auch die Aufnahme von Natriumselenit beeinträchtigen
    • Vitamine: Vitamin C kann die Ausscheidung von Vitamin B6 und B12 verstärken
    • Sekundäre Pflanzenstoffe: Bioflavonoide erhöhen die Bioverfügbarkeit von Vitamin C

    Literatur

    Gröber, U. et al. (2020):Corona, Influenza & Co. – Stellenwert von Nährstoffen bei virusbedingten Atemwegserkrankungen, OM – Zs.f. Orthomol. Med. 18:6 -12

    Gröber, U. (2020): COVID – 19 – Update für Senioren: Die Anti- SARS- CoV- 2 Eigenschaften ausgewählter Mikronährstoffe, Zs. f. Orthomol. Med. 18: 5-14

    Gröber, U. (2021): COVID – 19 und Long COVID Bessere Resilienz durch immunrelevante Mikronährstoffe, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 1. Auflage, S: 22- 35

    Neidler, S. (2021): Handbuch der wichtigsten Mikronährstoffe, S. 30 – 32

    Schmiedl, V. (2019): Nährstofftherapie, Orthomolekulare Medizin in Prävention, Diagnostik und Therapie, S: 153 – 157, 4. Auflage, Thiemeverlag

    Shakoor h, Feehan J, AI Dhaheri AS, et al. Immunstärkende Rolle der Vitamine D, C, E, Zink, Selen und Omega 3 Fettsäuren: Könnten sie gegen COVID helfen? Maturitas.2021;143:1-9.