Das Sonnenvitamin - Vitamin D

Schlagworte: Cholecaliferol, Ergocalciferol, Vitamin D2, Vitamin D3, Vitamine

Vorkommen

Vorkommen in der Nahrung

 

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin, das relativ stabil Hitze gegenüber ist. Es kann aber, durch Sauerstoff – und Lichteinwirkung geschädigt werden. Zubereitungsverluste durch das Kochen sind zu vernachlässigen, da  durch die Ernährung nur ein geringer Teil der täglichen Aufnahme gedeckt werden kann. 

In tierischen Lebensmitteln ist Vitamin D in Form von Cholecalciferol (Vitamin D3)  oder als Provitamin zu finden. 

Höhere Vitamin D Konzentrationen enthalten Lebertran und fettreiche Fische wie Lachs oder Hering. Geringere Mengen weisen Eigelb, Milch und Milchprodukte auf. Vegetarische Quellen sind Hefen, Pilze, Spinat und einige Kohlgemüse. Sie enthalten Spuren von Ergosterol (Vitamin D2). 

Physiologische Effekte

  • Knochenstoffwechsel: Vitamin D trägt zur Regulation des Calcium- und Phosphathaushaltes bei, sowie zur Härtung des Knochens
  • Herz- Kreislauf: es hat eine antithrombotische Wirkung durch die Aktivierung von Thrombomodulin und führt auch zu einer Senkung des Blutdruckes
  • Bauchspeicheldrüse: die Funktion der Beta Zellen (Insulinsekretion) wird aufrechterhalten, die Zellen der Bauchspeicheldrüse werden geschützt
  • Immunsystem: Die Fresszellen werden stimuliert, es kommt zu einer Hemmung von entzündungsfördernden Zytokinen und zu einer Förderung von entzündungshemmenden Zytokinen
  • Haut: Vitamin D beeinflusst die Reifung der Keratinozyten

Referenzwerte

Ein erhöhter Bedarf entsteht bei:

  • Säuglingen, Kleinkindern
  • Alter
  • Malabsorption (chronische entzündliche Darmerkrankungen, Kurzdarmsyndrom, Pankreasisuffizienz)
  • chronische Nierenerkrankungen
  • Asthma bronchiale
  • COPD
  • Diabetes mellitus
  • multiple Sklerose

 

Besondere Risikogruppen trotz eines Mangels sind:

  • Vegetarische/vegane Kost
  • Personen mit dunkler Hautfarbe
  • Bewohner von Alters- und Pflegeheimen
  • chronische Krankheiten

 

Vitamin D nimmt unter allen Vitaminen eine Sonderstellung ein, da es sowohl über die Ernährung, als auch durch die UVB Lichtexposition zugeführt wird. Die Zufuhr über die Ernährung alleine reicht nicht aus, um eine gewünschte Versorgung von mindestens 50 nmol/l zu erreichen. 

 

Sicherheit des Nährstoffes

 

UL, langfristige Aufnahmemenge, bei der keine negativen Einflüsse auf die Gesundheit zu erwarten sind: 100 ng/Tag = 4000 IE laut EFSA 2012

NOAEL, maximale Aufnahmedosis, die in Studien keine schädigende Wirkung verursachte: 250 ng/Tag

Vitamin D Synthese

Vitamin D wird nicht nur über die Nahrung aufgenommen , sondern auch über die Haut unter der Einwirkung von UVB Strahlung.  In weiteren Stoffwechselschritten entstehen in der Leber und in der Niere über Cholecalciferol (Vitamin D3) die biologisch aktiven Formen, vor allem Calcitrol.

Die Aufnahme über die Haut ist von verschiedene Faktoren abhängig:

 

  • Sonnenstand, bzw. Einfallswinkel der Sonne. In den Wintermonaten ist nördlich des 42. Breitengrades keine Vitamin D Bildung über die Haut möglich
  • auch im Sommer reicht die Strahlung nach 16 Uhr nicht mehr aus. Um Vitamin D zu bilden, sollte man in der Mittagspause in die Sonne gehen
  • auch Faktoren wie Kälte, ein fortgeschrittenes Alter, ein dunkler Hauttyp oder auch die Verwendung von Lichtschutzfaktoren, beeinträchtigen die Vitamin D Produktion. So ist die körpereigene Produktion bei der Verwendung von Sonnenschutzcremes mit einem Lichtschutzfaktor über 8 fast zur Gänze ausgeschaltet. 

 

Aufgrund dieser Erkenntnisse empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung eine Supplementierung von Vitamin D bei einer fehlenden Eigensynthese (Wintermonate, Bettlägerigkeit).